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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Zerebralparese – was ist das eigentlich?

Zehn Millionen Kinder weltweit haben die frühkindliche Hirnschädigung

Endlich ein Schulkind!

Lächelndes Mädchen im Rollstuhl

Najma hat Zerebralparese. Bei der Geburt bekam das Mädchen zu wenig Sauerstoff, was zu spastischen Lähmungen führte. Durch die Physiotherapie in der CBM-geförderten APDK-Rehaklinik in Kenia machte Najma riesige Entwicklungsschritte! Voller Stolz besucht das fröhliche Mädchen die APDK-Vorschule.

Zerebralparese bedeutet etwa "eine durch eine Hirnschädigung ausgelöste Lähmung" (lat. cerebrum: Gehirn, griech. parese: Lähmung). Sie ist in armen, ländlichen Regionen eine der häufigsten Ursachen für teils schwere körperliche Behinderungen bei Kindern: Schätzungen gehen von zehn Millionen Kindern weltweit mit Zerebralparese aus.

Zusammenspiel von Gehirn- und Muskeltätigkeit verändert

Oft krampfen betroffene Jungen und Mädchen und haben zu viel Körperspannung. Manchmal aber auch zu wenig, sodass sie nur "schlaff" herumliegen und nicht sitzen können. Den Symptomen liegt eine frühkindliche Hirnschädigung zugrunde, weshalb man auch von "infantiler Zerebralparese" spricht. In der Folge funktioniert das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Muskeln nicht mehr richtig. Das wirkt sich z.B. als spastische Lähmung an der Hand aus: Das Gehirn gibt der Hand das Kommando, die Handmuskeln zusammenzuziehen. Dies geschieht auch. Allerdings erfolgt aufgrund geschädigter Nervenbahnen keine Rückmeldung ans Gehirn, dass die Bewegung ausgeführt wurde. Das Gehirn sendet daher weiterhin den Befehl zum Schließen. Die Hand lässt sich nicht willentlich steuern. Sie krampft sich zusammen und kann nicht mehr bewusst gelöst werden. Neben diesen Symptomen können auch andere Formen unkontrollierter Bewegungen auftreten, wie Zittern und Grimassenschneiden.

Ein Mann führt einen Jungen an beiden Händen
Zerebralparese führt häufig zu unkoordinierten Bewegungsabläufen, wie hier bei dem kleinen Alex aus Tansania.

Langzeitfolgen

Wenn unwillkürliche Verkrampfungen über lange Zeit anhalten, sind dauerhafte Schädigungen möglich. Die Dauerbeanspruchung kann dazu führen, dass sich Knochen verformen, Knorpel überdehnen oder Sehnen verkürzen. Menschen mit spastischen Lähmungen haben daher häufig Haltungsschäden – zum Beispiel durch eine Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) – oder verformte Hände und Füße.

Wie entsteht infantile Zerebralparese?

Die Ursachen der Zerebralparese sind sehr vielfältig. Häufig hängen sie mit Sauerstoffmangel vor, während und nach der Geburt zusammen. Auch eine Infektion, ein Unfall oder eine Vergiftung kann eine frühkindliche Hirnschädigung verursachen.

Wie kann man Betroffenen helfen?

Die Heilung einer infantilen Zerebralparese ist kaum möglich, da die Schädigung des Gehirns nicht rückgängig gemacht werden kann. Aber es gibt Therapiemöglichkeiten, die die Symptome lindern, wie z. B. Krankengymnastik. Mit speziellen Übungen werden die Verkrampfungen nach und nach gelöst. Mit Ergotherapie werden Betroffene bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben geschult und erhalten bei Bedarf Logopädie. Durch Funktionsschienen, Gipsverbände, Steh-, Geh-, Sitz- oder Greifhilfen können Beschwerden gelindert werden. Nur in sehr schweren Fällen werden Fehlstellungen auch durch eine Operation korrigiert.

32.000 Menschen mit Zerebralparese gefördert

Mehr als 32.000 Kinder, Frauen und Männer wurden 2016 in CBM-geförderten Programmen für gemeindenahe Rehabilitation (CBR) unterstützt.

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