Afrikanische Schüler*innen waschen sich an einer Wasserpumpe das Gesicht © CBM/Diemer

GTM-Trachom-Programm – Trachom bekämpfen in Äthiopien

"Grarbet Tehadiso Mahber" (GTM) ist eine äthiopische Nichtregierungsorganisation und Partner der Christoffel-Blindenmission (CBM). Sie bietet umfassende medizinische, Vorsorge- und Rehabilitationsprogramme – insbesondere für Menschen mit Behinderungen. Der Schwerpunkt der CBM-Förderung liegt auf einem Projekt zur Verhütung und Kontrolle der Augenerkrankung Trachom.

Ein afrikanisches Kind erhält ein Antibiotikum von einem Projektmitarbeiter © CBM/Diemer
Mit der rechtzeitigen Gabe von Antibiotika kann Augenlicht gerettet werden.

Die GTM hat ihren Sitz in der kleinen Stadt Butajira, 135 Kilometer südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Mit gemeindenahen Rehabilitationsprogrammen verbessert der CBM-Partner die Lebensqualität der Bevölkerung. Dabei liegt der Fokus auf Menschen mit Behinderungen und Menschen, die von Behinderungen bedroht sind. Eines dieser Programme ist das CBM-geförderte Projekt zur Verhütung, Behandlung und Kontrolle der Augenerkrankung Trachom.

Frühe medizinische Hilfe rettet Augenlicht

Diese hochansteckende, bakterielle Augeninfektion trifft vor allem arme Menschen, die in heißen Ländern unter schlechten hygienischen Bedingungen leben. In tropischen Ländern übertragen zudem Fliegen den Erreger, indem sie sich in die Lidwinkel setzen und die Augen infizieren. Im frühen Stadium kann Trachom mit der Gabe von Antibiotika bekämpft werden. Im späteren Verlauf hilft nur noch eine Augenoperation – manchmal kommt aber auch jede Hilfe zu spät und die Patienten erblinden.

Trachom kontrollieren und bekämpfen

Äthiopische Männer graben einen Brunnen. © CBM/Diemer
Hygiene ist ein wichtiger Faktor, um die Ausbreitung von Trachom einzudämmen – der Bau neuer Brunnen hilft dabei.

Weltweit sind rund 200 Millionen Menschen von Trachom bedroht. Im äthiopischen Bundesstaat "Southern Nations Nationalities and People" (SNNP) ist der Anteil der Menschen, die mit Trachom infiziert sind, besonders hoch. Deshalb entwickelte die CBM mit dem dortigen Regionalbüro und der GTM das Trachom-Kontrollprogramm. Das Ziel ist, die Auswirkungen der Krankheit zu verringern und Ursachen wie fehlende Wasserversorgung und mangelhafte Hygiene zu bekämpfen.

Behandeln, operieren, aufklären – Augenlicht retten

Mobile Augen-Gesundheitsteams besuchen dafür systematisch Dörfer und Ansiedlungen. Sie behandeln von Trachom bedrohte Menschen und klären sie über die Ursachen und Möglichkeiten der Vorsorge auf. Dabei arbeiten die Mitarbeiter eng mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und -stationen zusammen. Bei den Einsätzen steht die Ausgabe von Antibiotika an infizierte Menschen ebenso auf dem Programm wie Lid-Operationen direkt vor Ort.

Zur nachhaltigen Trachom-Kontrolle sorgt zudem der Bau neuer Brunnen. Denn mit einer guten Wasserversorgung verbessern sich auch die hygienischen Bedingungen und die Verbreitung von Trachom reduziert sich. Ebenso wichtig ist eine möglichst flächendeckende Aufklärung über Trachom und die Bedeutung von Hygiene. Die Projektmitarbeiter führen deshalb Schulungen für Gemeindehelfer und Lehrpersonal durch – so werden auch schon die Jüngsten erreicht.

  • 5.183 mit Trachom infizierte Kinder wurden bisher mit Antibiotika behandelt.

  • 3.407 Augenlid-Operationen wurden bis 2017 durchgeführt.

  • 533.128 Menschen konnten bisher durch Gesundheits- und Aufklärungsveranstaltungen erreicht werden.

Strategie mit Erfolg und Ziel

Eine afrikanische Augen-Krankenschwester bereitet einen Trachom-Patienten auf seine Lidoperation vor. © CBM/Diemer
Ist Trachom bereits fortgeschritten, ist eine Lidoperation nötig, um die Patienten von ihren Schmerzen zu befreien.

Erfolgreich arbeitet das seit 2014 von der CBM geförderte Trachom-Kontrollprogramm. Bereits mehrere hunderttausend Menschen konnten mit Trachom-Aufklärungsveranstaltungen erreicht werden, zehntausende Menschen erhielten Antibiotika und tausende Trachom-Patienten eine Augenlid-Operation. Außerdem legten Helfer zahlreiche neue Brunnen, Quelleinfassungen und barrierefreie Latrinen an.

Erklärtes Ziel ist es, die Verbreitung von Trachom in der Gesamtbevölkerung deutlich zu senken. Bis 2019 soll der Anteil an trachominfizierten Menschen von derzeit 30 Prozent (davon 50 Prozent Kinder) auf unter zehn Prozent (davon weniger als fünf Prozent Kinder) reduziert werden.

Ausgezeichnetes Engagement

Für ihren gemeindebezogenen Ansatz im Kampf gegen Trachom wurde die CBM im November 2016 von der "Internationalen Gesellschaft für vernachlässigte Tropenkrankheiten" mit dem "Water Award" ausgezeichnet.