Tansanisches Kind läuft mit einem Laufgitter © CBM/Hayduk

Das CCBRT - umfassende Rehabilitation für behinderte Menschen in Tanzania

Der langjährige Partner der Christoffel-Blindenmission (CMB) CCBRT (Comprehensive Community Based Rehabilitation in Tanzania) ist eine tansanische Gesundheitsorganisation. Dabei ist der Name Programm: Sie arbeitet umfassend, immer nah am Menschen und verfolgt mehrere Ansätze, die stets den ganzen Menschen und sein Umfeld im Blick haben.

Umfassend und nah am Menschen

Viele Patienten warten im Aussenbereich des CCBRT-Hospitals auf ihre Behandlung © CBM/Hayduk
Hunderte Patienten kommen täglich in das Hospital des CCBRT – der Bedarf ist groß.

CCBRT sitzt in Dar es Salaam, der mit Abstand größten Stadt Tansanias. Das Zentrum arbeitet nach einem umfassenden Prinzip: immer nah am Menschen, seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten.

Behinderungen sollen durch Aufklärung und frühe Intervention bei der Mutter-Kinder-Gesundheit weitestmöglich vermieden werden. Bestehende Behinderungen werden nach Möglichkeit z. B. durch Operationen oder Rehabilitationsmaßnahmen behandelt und im besten Fall überwunden. Ist keine Heilung möglich, gibt das CCBRT Menschen mit Behinderungen und ihren Familien zahlreiche Hilfestellungen, um mit der Behinderung leben zu lernen.

Arme Patienten stehen im Fokus

Im Fokus der Arbeit stehen dabei besonders arme, bedürftige Patienten. In Tansania leben über vier Millionen Menschen mit Behinderungen, bei einer Gesamtbevölkerung von 56 Millionen. Das Land zählt zu den ärmsten der Welt. Menschen mit Behinderung sind dabei am meisten von Armut betroffen, Gesundheitsdienste sind für sie oft unbezahlbar oder unerreichbar. An der Überwindung dieser Barrieren arbeitet das CCBRT-Programm – seit 1997 mit Unterstützung der CBM.

Fachkrankenhaus für Menschen mit Behinderungen

© CBM/Hayduk
Die Klinik des CCBRT-Projekts bietet Menschen mit Behinderung moderne Behandlungsmethoden.

Am Anfang stand die ambulante Versorgung von Menschen mit Behinderungen in den Slums der Großstadt. 2001 eröffnete das CCBRT dann ein Krankenhaus, woraus sich eine moderne Klinik für Menschen mit Behinderungen entwickelt hatt. Sie bietet Abteilungen für Augenheilkunde, Orthopädie und Neurochirurgie sowie zur Behandlung von Geburtsfisteln.

Operationen am Grauen Star und die Operation von Kindern mit Klumpfüßen, Wasserkopf oder Spina Bifida sind besonders häufige Eingriffe im CCBRT.

  • 6.828 körperlich behinderte Kinder sind 2017 im Projekt untersucht worden.

  • 2.309 Kinder haben 2017 eine augenmedizinische Untersuchung erhalten.

  • 1.975 Kinder sind 2017 mit Brillen versorgt worden.

Helfen direkt vor Ort

Eine afrikanische Projektmitarbeiterin trainiert das Laufen mit einem an körperbehinderten Kind © CBM/Hayduk
Aufsuchende Dienste gehören zum gemeindenahen Ansatz des Projektes.

Teil des CCBRT ist zudem ein umfassendes Rehabilitationsprogramm mit vielen gemeindenahen Gesundheits- und Rehabilitationsdiensten, beispielsweise Stützpunkte für Familien mit behinderten Kindern.

Dort erarbeitet ein Team aus Physio- und Ergotherapeuten gemeinsam mit Gemeindehelfern und Eltern Rehabilitationspläne für die Kinder. Außerdem leisten die Teams umfangreiche Aufklärungsarbeit über die Entstehung von Behinderungen und die Behandlungsmöglichkeiten.

Mutter-Kind-Gesundheit stärken

Afrikanische Frau liegt mit ihrem Kind in einem Krankenhausbett © CCBRT/Dieter Telemans
Mutter-Kind-Gesundheit ist ein wichtiges Thema des Projekts: So früh wie möglich helfen, um Behinderungen zu vermeiden.

Seit 2010 engagiert sich CCBRT verstärkt in der Mutter-Kind-Gesundheit, denn Tansania hat eine der höchsten Sterbequoten bei Müttern und Säuglingen weltweit. Rund 42.000 Babys sterben jedes Jahr in den ersten vier Wochen nach der Geburt.

Zum diesem Engagement gehören bauliche Maßnahmen und die Verbesserung der Ausstattung kleiner Krankenhäuser, frühe Interventionsmaßnahmen, Trainings von Hebammen und Krankenhauspersonal sowie umfangreiche Aufklärungsarbeit.

Auf dem CCBRT-Gelände entsteht zudem ein neuer Gebäudekomplex, der auf schwangere Frauen und Neugeborene ausgerichtet ist, das "Maternity and Newborn Hospital". Die Fertigstellung wird für 2020 erwartet.

Die Reichweite weiter ausbauen

Afrikanisches Kind bei der Verbandabnahme nach seiner Operation am Grauen Star © CBM/Hayduk
Die Anzahl der Operationen am Grauen Star bei Kindern und die OP-Nachsorge sollen künftig ausgeweitet und weiter verbessert werden.

Mit der Verbindung aufsuchender, mobiler und stationärer Dienste knüpft das Projekt ein dichtes Netz, um möglichst viele hilfsbedürftige Menschen zu erreichen.

Das Team der CCBRT wird dafür sorgen, dieses bestehende Netz weiter zu stärken – um noch mehr Menschen vor Behinderung zu bewahren, ihnen zu helfen, die Behinderung zu überwinden oder sie zu befähigen, mit ihrer Einschränkung zu leben.