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CBM (Christoffel-Blindenmission)

"WWHearing" will Hörgeräte für alle

Hörbehinderte Menschen in Entwicklungsländern sind unterversorgt

Afrikanisches Schulkind mit Högerät
In vielen Fällen kann mit einem einfachen Hilfsmittel wie einem Hörgerät Menschen mit einer Hörbehinderung geholfen werden.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben weltweit 360 Millionen Menschen, darunter 32 Millionen Kinder, eine mäßige bis gravierende Hörschädigung. Die Mehrzahl von ihnen lebt in Entwicklungsländern. 72 Millionen Menschen könnte mit einem Hörgerät geholfen werden. Hergestellt werden jedes Jahr aber nur zehn Prozent der weltweit benötigten Hörhilfen – mit entsprechenden Folgen: In Entwicklungsländern wird nur drei Prozent des Bedarfs an dem wichtigen Hilfsmittel gedeckt.

Der Auftrag: bezahlbare Hörgeräte

Diesen Missstand bekämpft der gemeinnützige Verein WWHearing (Worldwide Hearing Care for Developing Countries/Weltweite Gesundheitsfürsorge für Hörgeschädigte in Entwicklungsländern). Er wurde 2003 von zahlreichen Interessensvertretern (Regierungen, Hilfsmittelhersteller, Fachleuten, Nichtregierungsorganisationen), u.a. der Christoffel-Blindenmission, und der WHO ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, mit erschwinglichen Qualitätshörgeräten das Hörvermögen Betroffener langfristig und umfassend zu verbessern, vorrangig in Entwicklungsländern. Hörgeräte sind Teil eines umfassenden HNO-Gesundheitsdienstes einschließlich Diagnostik, Anpassung, Rehabilitation und Personalschulung.

Icon: Eine Person im weißen Kittel steht neben einer sitzenden Person mit Kopfhörer
Mit dem "Hearing Express"-Programm sollen bezahlbare Qualitätshörgeräte professionell und innerhalb einer Stunde angepasst werden.

Projekte in Asien, Latein- und Nordamerika

WWHearing hat auf den Philippinen, in Indien, China und Jordanien v.a. Kinder mit Hörgeräten ausgestattet. In Brasilien wurde mit der Universität Sao Paulo ein alternatives, effektiveres Hörgeräte-Verteil-Modell entwickelt. Zurzeit werden in Guatemala, Vietnam und unter Inuit in Kanada Fachleute ausgebildet, Reihenuntersuchungen durchgeführt und Hörhilfen angepasst. In Zusammenarbeit mit dem CBM-Partner "Holy Land Institute for the Deaf" wurde das von WWHearing entwickelte "Hearing Express" (Hör-Express)-Modell erfolgreich in Jordanien erprobt. Dabei erhielten Menschen mit Hörbehinderung in weniger als einer Stunde bezahlbare Hörgeräte angepasst. Außerdem wurden einheimische Frauen in Hörgerätetechnik geschult.

Vorbeugung und Forschung gehören zur Strategie

Zur Arbeit von WWHearing gehören sechs strategische Bereiche, die zusammen mit Partnerorganisationen, Regierungen, lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen umgesetzt werden. Alle Bereiche dienen dazu, die Lebensqualität hörbehinderter Menschen zu verbessern:

  • Vorbeugung – zusammen mit Gesundheitsbehörden werden Präventionsprogramme erarbeitet, dazu gehören Reihen- und Vorsorgeuntersuchungen, Aufklärung, Impfungen, Medikamentenverteilung (z.B. Antibiotika)
  • Forschung – Unterstützung z.B. der "London School of Hygiene and Tropical Medicine" (renommierte universitäre Institution u.a. für staatliche Gesundheitsysteme) bei Studien zur HNO-Versorgung weltweit
  • Bildung – Sprech- und Kommunikationsförderung für Menschen mit Hörbehinderung, Förderung des Regelschulbesuchs hörbehinderter Kinder in Zusammenarbeit mit Regierungen und Partnerorganisationen für Menschen mit Hörbehinderung
  • Ausstattung – Entwicklung effektiver Hörgeräte-Services durch das "Hearing-Express"-Modell, u.a. mit wiederaufladbaren Batterien und alternativen Energiequellen (z.B. Solarsysteme)
  • Schulung – für Gesundheitshelfer, Lehrer, Familienmitglieder hörbehinderter Menschen in Kooperation mit Regierungen und Partnerorganisationen
  • anwaltschaftliche Arbeit zusammen mit der WHO, die das Bewusstsein für die Bedürfnisse hörbehinderter Menschen schärft - und die sozialen und wirtschaftlichen Verbesserungen, die mit ihrer optimalen Versorgung einhergehen

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