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CBM (Christoffel-Blindenmission)

VISION 2020

Geschichte einer weltweiten Kampagne

Logo der Kampagne VISION 2020
Ein Mann am Rednerpult
Von Anfang an mit dabei: Der ehemalige CBM-Direktor für die Überseearbeit, Christian Garms, beim offiziellen Start eines landesweiten Programms zur Blindheitsverhütung in Afghanistan im Frühjahr 2004.

Kaum ein Sinnesorgan ist für uns Menschen so überlebenswichtig wie die Augen: Stellen wir uns vor, wir würden in einer Lehmhütte wohnen, müssten jeden Tag um unsere ohnehin kärglich bemessene Nahrung fürchten und hätten kaum Wasser zum Trinken. Eine Geschichte aus dem Mittelalter? - Nein: Viele Menschen in afrikanischen Ländern kennen kein anderes Leben. Stellen wir uns nun vor, wir wären zudem blind!

Weltweit 39 Millionen blind

Das Fatale ist, dass die meisten blinden und sehbehinderten Menschen in Entwicklungsländern keine Chance haben, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, und in großer Armut leben. Dagegen kann man etwas tun! Von den weltweit rund 39 Millionen blinden Menschen ist etwa die Hälfte durch Grauen Star erblindet und somit heilbar. VISION 2020 ist eine vielversprechende Antwort auf diese Herausforderung.

Geschichte von VISION 2020

Im Mai 1994 wurde die "Projektgruppe zur Verhütung von Blindheit" ("Task Force for Prevention of Blindness") in Berlin gegründet. Fünf Jahre später, im Februar 1999, stellte Dr. Gro Harlem Brundtland, damalige Generaldirektorin der WHO, die weltweite Kampagne "VISION 2020 The Right to Sight" (Das Recht auf Augenlicht) in Genf offiziell vor.

Die 70er

Mitte der 70er Jahre machte u.a. Sir John Wilson die Öffentlichkeit auf das weltweit bestehende Problem der Blindheit aufmerksam. Dies führte zur Initiierung des Programms "Prevention of Blindness" der Weltgesundheitsorganisation (WHO/PBL) und zur Gründung der "International Agency for the Prevention of Blindness" (IAPB).

Die 80er

Anfang der 80er Jahre begann eine kleine Gruppe nicht-staatlicher Entwicklungsorganisationen aus dem Bereich der Augenheilkunde damit, im Rahmen informeller Konferenzen als Partnerschaftskomittee mit dem WHO/PBL-Programm zusammenzuarbeiten. Diese Gruppe vergrößerte sich auf rund 40 Organisationen, die sich jährlich zum Informationsaustausch und zur Diskussion von Prioritäten bei der Blindheitsverhütung und anderen Themen der Augenheilkunde sowie zur Aufklärung und Rehabilitation von Blinden und sehbehinderten Menschen trafen.

Die 90er

Zur Formalisierung der Kooperation zwischen WHO/PBL und den internationalen nicht-staatlichen Entwicklungsorganisationen wurde ein aus zehn nicht-staatlichen Entwicklungsorganisationen gewähltes Gremium, die so genannte Beratergruppe, aus dem Partnerschaftskomittee gewählt. In den 80-er Jahren und Anfang der 90er Jahre traf sich diese Beratergruppe alle zwei Jahre mit WHO/PBL. Dieses Gremium leistete wichtige Beiträge für Strategien zur Blindheitsverhütung. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen war jedoch aufgrund fehlender finanzieller Mittel eingeschränkt.

Anlässlich der fünften Hauptversammlung der IAPB in Berlin wurde die Task Force for Prevention of Blindness gegründet, die die Beratergruppe ersetzte. In den Folgejahren bestand diese Gruppe aus einer zunehmenden Anzahl von nicht-staatlichen Entwicklungsorganisationen, die sich rund dreimal jährlich mit IAPB und der Weltgesundheitsorganisation WHO trafen und Berichte für das Partnerschaftskomitee erstellten.

Jede nicht-staatliche Entwicklungsorganisation leistete einen Mitgliedsbeitrag, um gemeinsame Aktivitäten mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und eine weltweite Initiative zur Vermeidung vermeidbarer Blindheit planen und umsetzen zu können: "VISION 2020 - The Right to Sight" wurde initiiert. 1997 wurde die Task Force in eine IAPB Task Force umgewandelt, um VISION 2020 als gemeinsames Programm von IAPB und WHO präsentieren zu können, was schließlich 1999 im Februar offiziell geschah.

Wichtigste Entwicklungsschritte

05/1994: CBM und SSI gründeten in Kooperation mit IAPB und WHO eine "Task Force for Prevention of Blindness" unter Vorsitz von C. Garms, damals "Executive Director CBM", um gemeinsame Aktivitäten nicht-staatlicher Entwicklungsorganisationen mit der WHO zu initiieren und zu finanzieren.

09/1995: Auf der Grundlage einer PR-Idee von A. Harkey, damaliger Direktor von CBMI-USA, entwickelten Christian Garms und Prof. Dr. Allen Foster unter der Bezeichnung "Perfect vision 20/20 for everyone in the year 2020" ein globales Blindheitsverhütungsprogramm.

11/1995: In Gesprächen mit Dr. Thylefors, zu der Zeit Programmdirektor der WHO/PBD, wurde vereinbart, dass die Task Force die Idee einer weltweiten Initiative weiterverfolgen sollte.

06/1996: Die WHO veranstaltete einen Experten-Workshop zum Thema Erblindungsprävention. Das Ergebnis war ein erster Entwurf des Dokuments "Global initiative to eliminate avoidable blindness". Nach zahlreichen Meetings und Überarbeitungen lag eine endgültige Fassung des Dokuments der globalen Initiative vor.

02/1997: Die Programmberatungsgruppe (PAG) der WHO überprüfte das Dokument und genehmigte eine überarbeitete Version. Das Partnerschaftskomitee der nicht-staatlichen Entwicklungsorganisationen nahm das Dokument an und die Task Force erhielt den Auftrag, eine weltweite Lobbykampagne zu entwickeln.

04/1997 – 09/1997: Verschiedene Gruppen aus PR-Experten und Mitgliedern des Partnerschaftskomitees trafen sich mit der Task Force und vereinbarten schließlich die Initiierung einer weltweiten Kampagne zur Überwindung vermeidbarer Blindheit bis zum Jahr 2020.

09/1997 - 11/1998: Name, Logo und Werbematerial von "VISION 2020 The Right to Sight" wurden entwickelt.

09/1998: VISION 2020 wurde zu einem gemeinsamen Projekt von IAPB Task Force und WHO. Eine offizielle Vereinbarung wurde unterzeichnet.

02/1999: Die weltweite Kampagne "VISION 2020 - The Right to Sight" wurde von Dr. Gro Harlem Brundtland, der damaligen Generaldirektorin der WHO, in Genf offiziell vorgestellt.

09/1999: Die Hauptversammlung der IAPB wurde in Peking, China, abgehalten. Hauptthema war die Kampagne "VISION 2020 - The Right to Sight". Die Arbeitssitzungen orientierten sich an den Prioritäten der Kampagne VISION 2020.

09/1999 – heute: In den WHO/IAPB-Regionen wurden und werden regionale und nationale Seminare und Einführungsveranstaltungen organisiert, um das Bewusstsein für Blindheitsprävention zu stärken, nationale Blindheitsverhütungspläne zu entwickeln und Prioritätsprogramme aufzulegen.

02/2000: Im Zusammenhang mit seiner ersten SightFirst-Kampagne hat die Lions Club International Foundation einen Welttag des Sehens (World Sight Day) eingeführt und jetzt die Zustimmung gegeben, diesen Welttag in die Kampagne VISION 2020 zu integrieren.

11/2000: Die Task Force wurde inzwischen voll in die IAPB-Struktur integriert. Es wurde entschieden, gemeinsame Treffen des Executive Committee der IAPB und der Task Force unter Vorsitz des IAPB-Präsidenten durchzuführen.

05/2003: Die WHO-Resolution zur Bekämpfung vermeidbarer Blindheit wurde von der World Health Assembly übernommen. Mit der Annahme dieses Dokuments wurde das starke Engagement der WHO-Mitgliedsländer bekräftigt, die Überwindung vermeidbarer Blindheit weltweit anzustreben.

10/2003: Anlässlich des Welttags des Sehens anerkannte Papst Johannes Paul II. die Kampagne "VISION 2020 - The Right to Sight" offiziell und segnete den weltweiten Kampf gegen die Blindheit.

09/2004: Die 7. IAPB-Generalsversammlung fand, in Zusammenarbeit mit der WHO, in Dubai statt. Thema: “VISION 2020-Partnerschaft”. Fast 600 Delegierte aus 75 Ländern nahmen teil. Durch die Verabschiedung neuer Statuten und signifikanter Strukturveränderungen von IAPB soll die Kampagenarbeit effizienter werden, damit die gesteckten Ziele erreicht werden.

In allen IAPB/WHO-Regionen haben offizielle Einführungsveranstaltungen von VISION 2020 stattgefunden. In 118 Ländern gibt es VISION 2020-Komitees, in 104 nationale Pläne zur Blindheitsverhütung (Stand Mitte 2010).

Christian Garms, ehemaliger CBM-Direktor: "Die anhaltende Kooperation zwischen einer zunehmenden Anzahl verschiedener Gruppen und engagierter Personen sollte uns ermutigen, unsere Bemühungen in der Zukunft noch weiter zu verstärken. Das Recht auf Augenlicht für alle Menschen spielt eine wichtige Rolle in der Gestaltung unserer globalen Zukunft. Lassen Sie uns die Hände reichen im Kampf gegen vermeidbare Blindheit, um zu einer besseren Welt beizutragen - einer Welt, in der unsere Kinder und unsere Enkel das Leben genießen können."

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