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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Inklusive Bildung für Kinder in Nicaragua

Katharina Pförtner: "Ich wollte mich sozial engagieren – und reisen"

Eine Frau und ein Kind spielen mit bunten Plastikbausteinen
Katharina Pförtner spielt mit Jonas. Er spricht undeutlich und ist hyperaktiv. Der Vierjährige ist in seiner Entwicklung verzögert und deshalb im Frühförderporgramm des CBM-Partners ASOPIECAD.

Sie arbeitet heute als CBM-Beraterin für Inklusion und gemeindenahe Rehabilitation. Doch als Katharina Pförtner sich entschied, Sonderpädagogik zu studieren, ahnte sie nicht, dass sie eines Tages in einem der ärmsten Länder Amerikas leben sollte.

Ihre Karriere begann zunächst wie viele an der Universität: In Marburg studierte Katharina Pförtner Sonderpädagogik. Sie wurde Lehrerin in Delmenhorst. Doch das reichte ihr nicht: "Ich wollte mich immer sozial engagieren – und reisen." Die Abenteuerlust trieb sie nach Nicaragua, wo sie als freiwillige Helferin in Bildungsprojekten arbeitete.

Frauen und Kinder vor einer Hütte
Katharina Pförtner über Nicaragua: "Hier gibt es ein starkes Beziehungssystem, das sich sowohl in Fürsorge als auch Abhängigkeit äußert."

Bürgerkriegsgeschüttelt

Als Katharina Pförtner in dem mittelamerikanischen Land ankam, lag der Bürgerkrieg zwischen der sandinistischen Regierung und den Contra-Rebellen nicht lange zurück. Noch heute ringen die Menschen mit den Nachwirkungen dieses Krieges und mit Naturkatastrophen (Hurrikane, Überschwemmungen). 

Armes Land, stolze Menschen

Das Land zählt zu den ärmsten in Amerika. "Die meisten Leute hier müssen vor allem dafür sorgen, dass die Familie am nächsten Tag genug zu essen hat", erklärt Pförtner. Doch sie ist auch fasziniert: "Es sind stolze und sehr nette Menschen. Außerdem gibt es hier ein starkes Beziehungssystem, das sich sowohl in Fürsorge als auch Abhängigkeit äußert."

Eine Frau und ein Mann sitzen vor einer beschriebenen Wandtafel
Die CBM-Mitarbeiterin schult Lehrer, wie sie behinderte und nicht behinderte Kinder am besten gemeinsam unterrichten – inklusiv!

Beratung für inklusive Bildung

Pförtner arbeitet seit 2000 bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) für Menschen mit Behinderungen in Lateinamerika. Inzwischen ist sie als Beraterin für inklusive Bildung und gemeindenahe Rehabilitation tätig. Sie erstellt Konzepte, schult Projektpartner, besucht internationale Konferenzen und arbeitet mit Selbsthilfe- sowie Elterngruppen.

Aufbauarbeit zahlt sich aus

"Bei der Arbeit gefällt mir besonders, in übergreifenden Strukturen zu denken und das konkret umzusetzen", sagt Pförtner. "Dabei arbeite ich mit verschiedenen Menschen und Institutionen zusammen. Schön ist auch, gute Beispiele weltweit publik zu machen." Was selbstverständlich klingt, war harte Aufbauarbeit. "Begonnen haben wir in kleinen Strukturen mit Partnern, die untereinander noch nicht vernetzt waren."

Wurzeln geschlagen

Auch privat hat Pförtner in Nicaragua Wurzeln geschlagen: Ende der 90er-Jahre adoptierten sie und ihr Mann Gene die beiden Mädchen Cassandra und und Massiel. "Ihre Eltern waren gestorben, die Großmutter im Krankenhaus", erinnert sich die  Adoptivmutter. "Die Kinder lebten allein im Haus der Oma. Also haben wir uns um sie gekümmert und sie aufgenommen." Heute wohnt Pförtner mit ihren Töchtern in Estlí, einer Kleinstadt im Norden Nicaraguas. Zudem betreibt die Familie einen Bauernhof: Die Finca "Lindos Ojos" (Schöne Augen) liegt im Nebelwald des nördlichen Hochlands.

Eine Frau und ein Kind schauen ein Buch an
Katharina Pförtner besucht Dervin: Beim CBM-Projektpartner ASOPIECAD ist der Dreijährige nach Gaumen-Kiefer-Lippenspalten-OPs in der Frühförderung.

Nicaragua ist Heimat und Aufgabe

"Ich habe in Nicaragua eine neue Heimat und eine tolle Aufgabe gefunden", sagt Katharina Pförtner. "Viele Menschen mit Behinderungen brauchen Hilfe, damit sie zur Schule gehen und gleichberechtigt am Leben in der Gemeinde teilhaben können."

Bitte helfen Sie mit!

Schulbildung für bessere Chancen auf ein selbstständiges Leben kostet monatlich 50 Euro.
Ein halbes Jahr Reha durch Gemeindehelfer für ein behindertes Kind kostet 160 Euro.


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