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CBM (Christoffel-Blindenmission)

"Ich stecke Herzblut rein"

CBM-Ärztin Dr. Uta Fröschl engagiert sich für sambischen HNO-Plan

Eine Frau untersucht das Ohr eines Kindes
HNO-Sprechstunde in Beit Cure: Dr. Uta Fröschl behandelt die kleine Mato.

Eigentlich wollte sie Geographin werden. Doch dann entdeckte Dr. Uta Fröschl die Hals-Nasen-Ohren-(HNO)-Heilkunde für sich und verlor ihren Traum von Afrika aus den Augen. Bis sie eines Tages beim Aufräumen über eine Stellenanzeige stolperte.

Langsam bewegt Dr. Uta Fröschl das Häkchen. Die Lampe an ihrer Lupenbrille leuchtet in das Ohr der kleinen Mato, die auf dem Behandlungstisch liegt. Das Mädchen hört seit einiger Zeit schlecht. Ganz vorsichtig holt die Ärztin einen Fremdkörper aus Matos Ohr. Die Kleine lächelt befreit. Sie kann wieder gut hören!

Seit 2010 leitet Uta Fröschl die HNO-Abteilung des CBM-geförderten Beit-CURE-Krankenhauses in Sambias Hauptstadt Lusaka. "Als ich nach Afrika ging, haben mich alle gefragt: Was willst du als HNO-Ärztin in Afrika? Dort werden doch Augenärzte gebraucht", erzählt sie und muss lachen. Die Mittvierzigerin ist die einzige Ärztin im ganzen Land, die Ohren operieren kann – und hat alle Hände voll zu tun.

"Sambia ist einfach viel größer!"

Frau mit blauem Handschuh und Junge sitzen auf einem Krankenhausbett

Dr. Uta Fröschl mit einem ihrer kleinen Patienten: Mohamed.

Frau Dr. Fröschl, was lieben Sie an Ihrer Wahlheimat Sambia?

Dr. Uta Fröschl: Die überaus freundlichen Menschen, die hier leben, und natürlich das angenehme Klima.

Gibt es etwas, an das Sie sich nie gewöhnen werden?

Dass die Sambier nicht direkt auf den Punkt kommen, sondern erst mal alles Mögliche drum herum besprechen, ewig grüßen und fragen, wie es einem gehe und der Familie ...

Was unterscheidet Deutschland von Sambia?

Das kann ich gar nicht sagen. Das ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen!
Meine Tochter Lebo sagt, dass Sambia einfach viel größer ist als Deutschland. (lacht)

Als Ärztin nach Afrika

Eigentlich wollte Uta Fröschl nach dem Abitur Geographin werden. Ein Auslandsjahr in Tansania brachte sie aber davon ab: "Ich wollte zurück nach Afrika, aber als Ärztin, weil ich so den Menschen direkt helfen kann." Zu Hause in Berlin stürzte sie sich in das Medizinstudium und spezialisierte sich auf HNO-Heilkunde. Vor allem gehörlose und schwerhörige Patienten berührten sie tief: "Nichts zu hören ist furchtbar. Es trennt die Menschen vom Rest der Gesellschaft. Man verpasst so viel, wenn man nichts oder nur schlecht hört."

Am liebsten im OP

Heute lebt Uta Fröschl mit ihrem Mann Martin und ihren adoptierten Töchtern Lea Tumelo und Jana Lebogang in Sambia. An ihrer Begeisterung für die Arbeit hat sich aber nichts geändert. Am liebsten steht sie im OP. "Ich bastle gern Gehörgänge oder flicke Trommelfelle", sagt sie und lacht. Doch sie weiß auch: "Meine Arbeit ist ein Tropfen auf den heißen Stein." Geschätzt 900.000 Menschen in Sambia leben mit einer Hörbehinderung. Bei der Hälfte der Betroffenen könnte das vermieden werden.

HNO-Plan für Sambia

Allein kann Uta Fröschl so vielen Menschen aber nicht helfen. Deshalb hat sie sich ein großes Ziel gesetzt: einen Plan, der die HNO-Versorgung in ganz Sambia verbessern soll. Jahrelang hat sie beim sambischen Gesundheitsministerium dafür geworben und eigenhändig einen Entwurf verfasst: "Ich stecke da mein Herzblut rein", sagt Uta Fröschl. Was sie sich für das ganze Land wünscht, leistet die Berlinerin täglich in Beit-CURE: Sie heilt Ohreninfektionen oder verordnet Hörgeräte – und schenkt so Menschen wie Mato eine Zukunft voller Geräusche.

Eine Frau fasst an den Kopfverband eines Kindes
HNO-Ärztin Dr. Fröschl ist zufrieden: Nonos Ohrenoperationen waren erfolgreich.

Bitte helfen Sie mit!

20 Euro kostet ein Hörgerät, mit dem ein Kind wieder hören kann.

300 Euro kostet eine Ohrenoperation, die Menschen mit Hörschäden neue Chancen schenkt.


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