Kleines Mädchen mit Zöpfchen © CBM/Foto Backofen Mhm

Erbrecht: der Letzte Wille kann Berge versetzen

Mit einer Testamentsspende helfen Sie Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Regionen der Welt auf ganz besondere Weise. Sie bildet ein starkes Fundament, mit dem die Christoffel-Blindenmission (CBM) und ihre Projektpartner vor Ort die Zukunft vieler Kinder und Erwachsener, die kaum noch Hoffnung haben, zum Guten wenden können.

Mit einem Testament können Sie selbst bestimmen, wer Ihr Erbe wird. Ohne Testament tritt die gesetzliche Erbfolge ein, das heißt, dass Ihr Nachlass an Personen verteilt wird, die Sie möglicherweise gar nicht bedenken wollten. Mit einem Testament setzen Sie die gesetzliche Erbfolge außer Kraft. Wir bieten Ihnen mit unserem Ratgeber zum Herunterladen auf dieser Seite umfassende Informationen rund um das Thema Erbrecht. Um Erbstreitigkeiten zu vermeiden, ist es wichtig, seinen Nachlass zu regeln. Gleichzeitig erfahren Sie viel über die Arbeit der CBM für behinderte Menschen in Entwicklungsländern.

Viele Menschen möchten auch über den Tod hinaus Gutes tun und Menschen mit Behinderungen helfen. Sollten Sie sich entscheiden, der CBM eine Erbschaft zu hinterlassen, unterstützen wir Sie gerne bei folgenden Angelegenheiten:

  • Nachlassregelung
  • Immobilienverwertung
  • Übernahme der Grabpflegeregelungen
  • Kleines Mädchen mit Zöpfen, Schriftzug: Der Letzte Wille kann Berge versetzen

    Der Letzte Wille kann Berge versetzen: Vorsorgen, vererben und erben – ein Ratgeber

    pdf1.5MB, nicht barrierefrei

    Das Heft hilft mit vielen Tipps, wenn Sie etwas von dem weitergeben möchten, was Ihnen selbst im Leben an Gutem zuteil wurde. Im Anhang finden Sie nützliche Literaturhinweise und Adressen.

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Schlüsselbegriffe zum Thema Erbrecht – kurz erläutert

Die folgenden Begriffe finden Sie auch auf den Seiten 27 bis 30 im oben angebotenen Ratgeber "Der Letzte Wille kann Berge versetzen".

Ablieferungspflicht eines Testaments

Jeder, der ein Testament besitzt oder findet, ist verpflichtet, es unverzüglich beim Nachlassgericht abzuliefern, sobald er weiß, dass der Erblasser gestorben ist. Wer ein Testament beschädigt, vernichtet oder nicht dem Nachlassgericht übergibt, ist wegen Urkundenunterdrückung strafbar und den Erben gegenüber schadenersatzpflichtig.

Berliner Testament
Mit einem Berliner Testament setzen sich Ehegatten gemeinsam zum jeweiligen Alleinerben ein. Gemeinsame Kinder, andere Angehörige oder eine gemeinnützige Organisation sind dann die Schlusserben.

Eigenhändiges Testament
Das eigenhändige Testament (Einzeltestament, gemeinschaftliches Testament) ist ein vollständig handschriftlich verfasstes Testament mit Vor- und Nachname, Ort, Datum sowie Unterschrift.

Erbe
Der Erbe ist die in einem Testament begünstigte Person. Das Erbe ist der Nachlass, den eine verstorbene Person hinterlässt.

Erbengemeinschaft
Hinterlässt der Verstorbene mehrere Erben (Miterben), so wird sein Nachlass gemeinschaftliches Vermögen dieser Erben. Sie bilden eine Erbengemeinschaft.

Erblasser
Jeder Mensch, der stirbt, hinterlässt seinen Nachlass und wird so zum Erblasser.

Erbschaft
Die Erbschaft umfasst alles, was eine Person zum Zeitpunkt ihres Todes hinterlässt. Dies schließt Vermögenswerte, aber auch Schulden ein.

Erbschein
Der Erbschein ist die amtliche Bescheinigung des Nachlassgerichts über den rechtlichen Anspruch des Erben auf das Erbe. Um den Erbschein zu erhalten, muss der Erbe einen Antrag an das Nachlassgericht stellen.

Erbvertrag
Der Erbvertrag regelt den Nachlass von zwei bzw. mehreren gleichberechtigten Vertragspartnern. Änderungen oder Ergänzungen sind nicht ohne die Zustimmung der Vertragspartner möglich.

Ersatzerbe
Mit der Nennung eines Ersatzerben im Testament verhindern Sie, dass die gesetzliche Erbfolge in Kraft tritt, sollte der Erbe vor Ihnen sterben.

Gesetzliche Erbfolge
Wenn ein Verstorbener kein Testament errichtet hatte, gibt der Gesetzgeber vor, wer dessen Erbe wird (gesetzliche Erbfolge). Dies widerspricht manchmal den Wünschen und Vorstellungen des Erblassers, da nicht er, sondern das Gesetz dessen Rechtsnachfolge bestimmt.

Nachlassverbindlichkeiten
Nachlassverbindlichkeiten sind alle Schulden und Zahlungsverpflichtungen, die der Erblasser am Todestag hinterlassen hat bzw. alle Schulden, die durch seinen Tod entstehen (Beerdigungskosten, Pflichtteilsansprüche, Vermächtnisse, Auflagen). Sind die Schulden höher als der Nachlass, ist der Nachlass überschuldet. Dann sollte der Erbe die Erbschaft ausschlagen oder eine Beschränkung der Haftung herbeiführen.

Notarielles Testament
Das notarielle Testament ist eine letztwillige Verfügung, die zusammen mit einem Notar erstellt und von ihm bzw. beim Nachlassgericht hinterlegt wird. In der Regel muss ein Erbe in diesem Fall keinen Erbschein beantragen.

Pflichtteil
Der Pflichtteil ist der gesetzliche Anspruch der Kinder, des Ehegatten oder – wenn keine Kinder vorhanden sind – der Eltern, die vom Erblasser nicht im Testament bedacht wurden, auf die Auszahlung des Werts der Hälfte des Erbes in Geld. Die Pflichtteilsberechtigten haben darüber hinaus Pflichtteilergänzungsansprüche aus Schenkungen, die der Erblasser in den letzten zehn Jahren seines Lebens getätigt hat.

Schenkung
Eine Schenkung ist die Übertragung eines Vermögenswerts zu Lebzeiten. Sie ist unentgeltlich, da keine Gegenleistung erwartet wird, und schenkungsteuerpflichtig. Allerdings sieht das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz Steuerbefreiungen und Freibeträge vor. Eine Schenkung kann in einem Zeitraum von zehn Jahren vom Schenkenden bei eigener Verarmung zurückgefordert werden. Die CBM ist erbschaft- und schenkungsteuerbefreit.

Testament
Ein Testament ist eine letztwillige Verfügung, mit der der Erblasser seine gewünschte Erbeinsetzung regelt.

Testamentshinterlegung
Die kostenpflichtige Testamentshinterlegung beim Nachlassgericht (örtlich zuständiges Amtsgericht) oder beim Notariat garantiert, dass das Testament im Todesfall eröffnet und der Wille des Erblassers umgesetzt wird.

Testamentsvollstreckung
Die Testamentsvollstreckung regelt die Verteilung des Nachlasses im Sinne des Erblassers. Sie muss im Testament ausdrücklich angeordnet werden und auch der Testamentsvollstrecker kann dort bestimmt werden.

Vermächtnis
Durch ein Vermächtnis kann der Erblasser einer anderen Person oder gemeinnützigen Einrichtung in seinem Testament einen Vermögenswert (z.B. Geldsumme, Kunstgegenstand, Immobilie, Hausratsgegenstand) zuwenden, ohne diese als Erben einzusetzen. Der Vermächtnisnehmer macht seinen Anspruch beim Erben geltend. Der Erbe ist gesetzlich verpflichtet, den Vermögenswert herauszugeben.

Vor- und Nacherbschaft
Mit einer Vor- und Nacherbschaft kann der Nachlass über zwei oder mehrere Generationen hinweg vererbt werden. Der Erblasser bestimmt, dass sein Vermögen zunächst dem Vorerben zukommen soll, legt aber gleichzeitig bereits fest, welcher Nacherbe es zu einem vom Erblasser bestimmten Zeitpunkt (Tod des Vorerben, Vollendung eines bestimmten Lebensjahres, Abschluss einer Berufsausbildung usw.) bekommt. Der Vorerbe darf die Vorerbschaft nutzen, z.B. Zinserträge oder Miete einnehmen, aber das Haus nicht verkaufen. Diese Art der Testamentsgestaltung stellt eine sehr gute Möglichkeit dar, z.B. gemeinnützige Organisationen in ihrer Arbeit zu unterstützen, indem diese als Nacherben eingesetzt werden.