Lächelnde Frau und ein Arzt © CBM/Diemer

Augenlicht ist kostbar

Rukiya Halil ist eine zupackende Marktfrau, die für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommt. Doch seit einiger Zeit plagen sie heftige Augenschmerzen. Schmerzen, die ihre Existenz bedrohen. Rukiya leidet an der bakteriellen Augenentzündung Trachom, die unbehandelt zur Erblindung führt. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) setzt sich dafür ein, sehbehinderte Menschen wie Rukiya zu behandeln und ihr Augenlicht zu retten.

Rukiya hat keine Augenschmerzen mehr – dank Ihrer Spenden

Vielleicht bekomme ich dort Hilfe.

Rukiya Halil

Eine weit verbreitete Augeninfektion

Die Marktfrau aus Äthiopien plagen fast täglich und pausenlos heftige Augenschmerzen, die ihre Sehkraft und ihre Existenz bedrohen. Denn Rukiya fürchtet, dass sie deswegen eines Tages nicht mehr arbeiten kann. Sie leidet an Trachom, das unbehandelt zur Erblindung führt. Wenn sie nichts mehr sehen kann, kann sie nicht mehr arbeiten. Und dann hat sie kein Einkommen mehr – und keine Zukunft.

Rukiya lebt in einem Dorf, in dem die meisten Menschen als Farmer arbeiten und sehr arm sind. Viele von ihnen sind an Trachom erkrankt, da der Zugang zu frischem und sauberem Wasser nicht immer möglich ist. Doch gründliche Hygiene spielt eine entscheidende Rolle, um Trachom vorzubeugen. Mobile Teams des CBM-Partners Grabet Tehadiso Mahber (GTM) sind vor Ort im Einsatz, um Menschen mit Augenkrankheiten zu helfen und sie zu behandeln.

Hoffnung macht sich breit

Eine Stimme aus dem Lautsprecher des GTM-Jeeps sorgt für Hoffnung bei Rukiya. Sie verkündet, dass am Donnerstag Kliniktag für alle ist, die Probleme mit ihren Augen haben. Rukiyas Augen schmerzen bereits seit Wochen, da ihre Wimpern auf der Hornhaut scheuern. Sie hofft sehr, dass ihr in der Klinik geholfen wird und macht sich am Donnerstag auf den Weg zur Gesundheitsstation.

Lächelnde Frau und ein Arzt © CBM/Diemer
Rukiya ist froh, dass ihre Augen untersucht und behandelt werden.

Nicht zum ersten Mal Trachom

Viele Menschen nutzen das Angebot des CBM-Partners, sodass Rukiya geduldig mit rund 50 Frauen, Männern und Kindern auf eine Untersuchung wartet. Als sie an der Reihe ist, muss sie zunächst einen Sehtest machen, bei dem alles in Ordnung ist. Die anschließende Augenuntersuchung zeigt, dass sie Trachom hat. Auf dem linken Auge ist es bereits weiter fortgeschritten als auf dem rechten.

Es ist nicht die erste Trachomerkrankung für Rukiya. Sie hatte bereits 15 Jahre zuvor Trachom und zuletzt vor zwei Jahren. Warum sie wieder erkrankt ist, kann sie sich nicht erklären. Durch Aufklärungsmaßnahmen der CBM weiß Rukiya, wie wichtig es ist, sich regelmäßig das Gesicht zu waschen: "Ich wasche mein Gesicht mehrmals täglich mit sauberem Wasser. Unser Dorf hat vor fünf Jahren einen Brunnen erhalten." Sie vermutet, dass die Erkrankung mit ihrer Arbeit auf dem Markt zusammenhängt, wo es sehr staubig ist und Fliegen die Infektion übertragen.

Ein Arzt, eine lächelnde Frau und eine Krankenschwester © CBM/Diemer
Nach der OP: Rukiya ist glücklich, dass die Schmerzen weg sind. Gizachew Abebe (l.), der sie operiert hat, und Helferin Berke Fungolo freuen sich mit.

Augenlicht gerettet

Eine OP bewahrt Rukiya vor Blindheit. Der Eingriff unter örtlicher Betäubung dauert nur 20 Minuten. Danach kann sie nach Hause gehen. Eine Woche später zieht ihr der Trachomchirurg die Fäden. Rukiya ist jetzt endlich schmerzfrei und strahlt über das ganze Gesicht. Auch ihre Augen funkeln vor Freude. Die Operation hat ihre Zukunft gerettet und sie vor Blindheit bewahrt. Die Krankenschwester erklärt Rukiya nochmals, dass regelmäßiges Waschen des Gesichts und Medikamente Trachom vorbeugen und Blindheit verhindern können.