Nach vorne schauen

Zehn Meter lang blind – Schulaktionen im Rahmen der Woche des Sehens

Ein Junge steht neben einer Stange in einem Raum. In der rechten Hand hält er einen Taststock und mit der linken Hand hebt er eine Graue-Star-Simulationsbrille von seinen Augen nach oben. © CBM
Ob das Schauen mit den Ohren funktioniert? – Der Gang durch den Hindernisparcours mit Taststock und Grauer-Star-Brille ist eine spannende Angelegenheit.

Bensheim, 25. September 2019. Unter dem Motto „Nach vorne schauen“ macht das Erlebniszelt der Christoffel-Blindenmission (CBM) vom 8. bis 11. Oktober an vier Schulen in Baden-Württemberg Station.

Termine und Schulen

  • 8. Oktober, 7.45 bis 13 Uhr, Stuttgart, Jörg-Ratgeb-Schule Stuttgart-Neugereut
  • 9. Oktober, 8 bis 11.25 Uhr, Stuttgart, Silcherschule
  • 10. Oktober, Böblingen, 7.50 bis 13.05 Uhr, Freie Evangelische Schule Böblingen
  • 11. Oktober, 7.45 - 11.10 Uhr, Ettlingen, Albertus-Magnus-Gymnasium

Mit Brille und Langstock durch den Blindenparcours

Ausgestattet mit der Simulationsbrille und einem Langstock gehen die Schüler blind durch einen kurzen Hindernisparcours. Für einige Minuten müssen sie sich ganz auf ihren Tast- und Hörsinn verlassen. Schon eine Mülltonne oder eine Treppenstufe sind dadurch in dem zehn Meter langen Gang eine echte Herausforderung. Die Kinder und Jugendlichen erleben die Welt aus der Perspektive sehbehinderter Menschen. Sie nehmen den Wechsel des Bodenbelags bewusster wahr und lassen sich von Geräuschen leiten.

Offene Einblicke in den Alltag eines blinden Menschen

„Schaut mit den Ohren“ – diesen Tipp gibt der externe CBM-Mitarbeiter Dirk Graf-Frömke, selbst vor 24 Jahren erblindet, wenn er Interessierten den Umgang mit dem Taststock erklärt. Auf der Tour hat er seinen Blindenführhund „Herr Lasse“ dabei und erzählt den Kindern und Jugendlichen zunächst, wie der Hund ausgebildet wurde. Gleichzeitig spricht Dirk Graf-Frömke offen über seine Erblindung und die Herausforderungen, denen er sich immer wieder im Alltag stellen muss. Er beantwortet auch persönliche Fragen der Kinder und Jugendlichen. Ihm ist es wichtig zu zeigen, dass Menschen mit Sehbehinderungen ein eigenständiges Leben führen, aber auch vor Schwierigkeiten stehen, die einem Sehenden nicht sofort bewusst sind.

Zusätzlich können die Schülerinnen und Schüler etwas über die Braille-Blindenschrift lernen. Weitere Hilfsmittel wie eine Brille, die die Speisekarte vorlesen kann oder ein Produktscanner, der beim Einkaufen die Produkte vorliest, lernen die Schulklassen kennen. Die Situation für Menschen mit Behinderungen in den sogenannten Entwicklungsländern steht im Mittelpunkt eines Filmes über die weltweite Arbeit der CBM.

Bundesweite Aktionswoche im Oktober

Die „Woche des Sehens“ ist eine Aufklärungskampagne, die bundesweit vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. In diesem Jahr lautet ihr Motto „Nach vorne schauen“. Unter der Schirmherrschaft der bekannten Fernsehjournalistin Gundula Gause machen Initiatoren und Unterstützer der Aktionswoche auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Lage von blinden und sehbehinderten Menschen in Deutschland und den Entwicklungsländern aufmerksam.

Getragen wird die Kampagne von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird sie zudem von der Aktion Mensch und von ZEISS. Mehr unter www.woche-des-sehens.de

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 525 Projekte in 55 Ländern. Weitere Informationen unter www.cbm.de.