Eine Frau sitzt neben einem Kocher vor einer Holzhütte. © CBM/Hayduk

Wasser rettet Augenlicht

Bakterielle Infektion verantwortlich für Blindheit

Bensheim/Duisburg, 12. Oktober 2021. Keine Toilette, kein fließendes Wasser, der nächste Brunnen weit entfernt. Durch extreme Armut ist das in vielen Regionen dieser Welt noch bittere Realität – mit fatalen Folgen für die Gesundheit der Menschen. Denn die Augeninfektion Trachom hat ihre Ursache in mangelnder Hygiene und führt unbehandelt zu Blindheit. Während der Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober machen die Christoffel-Blindenmission (CBM) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit (DKVB) auf diese Missstände aufmerksam. Denn 137 Millionen Menschen in den ärmsten Regionen der Welt sind von Trachom bedroht und damit von Blindheit.

Auch Dinknesh Wondifraw (38) aus Äthiopien war kurz davor, ihr Augenlicht zu verlieren. Die dreifache Mutter lebt in einem kleinen Dorf in dem ostafrikanischen Land. Immer wiederkehrende Infektionen haben Narben auf der Innenseite der Augenlider hinterlassen. Dadurch scheuerten die Wimpern auf ihrem Auge und mit jedem Wimpernschlag trübte ihre Hornhaut mehr ein.

Eine Operation schenkt neue Aussichten

Gerade noch rechtzeitig konnte sie operiert werden. Heute weiß sie, dass ihr Leidensweg durch Antibiotika hätte verkürzt werden können und dass das Waschen von Gesicht und Händen auch ihre Kinder davor schützt, ein Trachom zu bekommen. Sie weiß aber auch, wo sie Hilfe bekommen kann, wenn ihre Augen sich wieder entzünden sollten. Sie ist der CBM und ihren Partnern dankbar – so wie unzählige Betroffene in ihrer Region.

Umfassende Hilfe: Aufklärung, Antibiotika und Augen-OP

Lokale Partner der CBM und des DKVB klären die Bevölkerung auf, wie wichtig es ist, sich Gesicht und Hände zu waschen. Sie setzen Antibiotika ein und behandeln leichte Entzündungen mit Salbe. Und sie operieren die Menschen, bei denen das Trachom so weit fortgeschritten ist, dass ihre Sehkraft bedroht ist. Gleichzeitig graben sie Brunnen, um den Menschen Zugang zu sauberem Wasser zu geben. CBM und DKVB kämpfen in den ärmsten Regionen der Welt gegen Trachom. Bei der Woche des Sehens klären die beiden Organisationen unter dem Motto "Neue Einsichten – neue Aussichten" über die Situation von Menschen mit Augenproblemen in Entwicklungsländern auf.

Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2021

Die Woche des Sehens ist eine Aufklärungskampagne, die bundesweit vom 8. bis 15. Oktober stattfindet. Schirmherrin ist die Fernsehjournalistin Gundula Gause. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto "Neue Einsichten". Ihr Ziel ist es, auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Lage blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und weltweit aufmerksam zu machen.

Getragen wird sie von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird sie zudem von der Aktion Mensch und von ZEISS.

Weitere Informationen finden Sie auf www.facebook.com/WochedesSehens oder www.woche-des-sehens.de.