Flächendeckende medizinische Basisversorgung für alle

Weltgesundheitstag: CBM sieht Bundesregierung in der Pflicht

Augenarzt untersucht die Augen einer Frau vor Ort in der Gemeinde © CBM/Diemer
Mobile medizinische Teams fahren zu den Menschen in abgelegene Dörfer (hier in Äthiopien), um sie zu untersuchen und zu behandeln.

Bensheim, 3. April 2018. Jeder Mensch auf der Welt sollte Zugang zu dringend benötigter medizinischer Hilfe haben. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, ist in vielen armen Ländern noch lange nicht Realität. Vor allem Menschen mit Behinderungen haben oftmals keine Möglichkeit, sich von einem Arzt untersuchen und behandeln zu lassen. Darauf macht die Christoffel-Blindenmission (CBM) zum Weltgesundheitstag am 7. April aufmerksam. Der Tag steht in diesem Jahr unter dem Motto "flächendeckende Gesundheitsversorgung". "Es kann nicht sein, dass gerade die Menschen, die besondere Unterstützung benötigen, häufig von medizinischer Hilfe ausgeschlossen sind", erklärt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. "Gesundheitsleistungen dürfen nicht zu teuer und müssen sicher, effektiv, erreichbar und wirksam sein – auch für behinderte Menschen und überall auf der Welt."

"Gesundheit und Wohlergehen für alle"

Bereits im Jahr 2015 haben sich die Vereinten Nationen mit der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung darauf verpflichtet, "Gesundheit und Wohlergehen für alle" zu fördern. Dazu gehört auch, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, medizinische Basisdienste zu nutzen. Doch gerade in Entwicklungsländern sind die Barrieren für Menschen mit Behinderungen vielfältig: Fehlende Kommunikationsmöglichkeiten bewirken, dass sie wichtige Informationen zur Gesundheitsversorgung nicht erhalten. Abgelegene Wohnorte machen es für sie unmöglich, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Oder sie sind so arm, dass sie sich Behandlungen nicht leisten können.

Um das zu ändern, werden aus Sicht der CBM vor allem der flächendeckende Aufbau von Gesundheitsstationen mit geschultem Fachpersonal, erschwingliche Behandlungen sowie eine umfassende Versorgung mit preiswerten und wirksamen Medikamenten benötigt. "Auch Deutschland hat die 2030-Agenda unterzeichnet und ist damit in der Pflicht, aktiv an der Erreichung ihrer Ziele mitzuwirken", betont Brockhaus. "Von der neuen Bundesregierung, insbesondere von der im Koalitionsvertrag angekündigten Strategie zur globalen Gesundheitspolitik, erwarten wir daher sichtbare und überprüfbare Schritte zur Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit. Dazu gehören auch verbindliche mehrjährige Förderzusagen."

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.