Bergabenteuer öffnet Augen

Neusser Gipfelstürmer sammelt Spenden für Christoffel-Blindenmission

Ein Mann mit Rucksack steht auf einer unasphaltierten Bergstraße. © Markus Hackenberg
Markus Hackenberg aus Neuss ist Bergsteiger aus Leidenschaft. Mit der Besteigung des höchsten Berges im Iran startet seine Spendenaktion für das von der CBM geförderte Mengo-Augenkrankenhaus in Uganda.

Neuss/Bensheim, 19. Juli 2019. Markus Hackenberg aus Neuss will hoch hinaus: Er plant den höchsten Berg des Irans, den Damavand (5.610 Meter), in einer Nacht zu bezwingen. Mit dieser symbolschweren Besteigung läutet er eine Spendenaktion der besonderen Art ein: Die nächsten Monate sammelt der Bergsteiger aus Leidenschaft Geld für die Christoffel-Blindenmission (CBM). Die Spenden fließen in ein neues Gebäude für eine Augenklinik in Uganda. Profitieren werden vor allem Menschen, die durch Grauen Star erblindet sind. Den Sonnenaufgang, den Hackenberg auf dem Gipfel sehen will, sollen sie sinnbildlich dank einer Operation erleben. Sie sollen wieder sehen können.

Was treibt den Neusser an? Er will etwas zurückgeben: "Ich habe auf meinen Reisen viel gesehen. Wunderschönes und Atemberaubendes, aber auch vieles, das mich nachdenklich gestimmt hat: So viel Armut und Krankheit. Die Hilfsbereitschaft der Einheimischen hat mich sehr beeindruckt."

 

Eine Ärztin untersucht einem Mädchen nach der Grauen-Star-Operation die Augen. © CBM
Whitney wurde erfolgreich an beidseitigem Grauen-Star im Mengo-Augenkrankenhaus operiert. Mit dem Klinikneubau sollen in Zukunft noch mehr Patienten untersucht und operiert werden.

Traumtour für den guten Zweck

Für seine Spendenaktion besteigt Hackenberg zwei Fünftausender-Gipfel. Die zweite Tour geht nach Uganda. Die Mondberge stehen schon lange auf seiner Wunschliste. Deshalb lag es für den Banker nah, dass auch das Geld, das er im kommenden Jahr sammelt, in dieses Land fließt. Von der Hand in den Mund leben die meisten Menschen dort. Die CBM unterstützt daher das Mengo-Augenkrankenhaus in der Hauptstadt Kampala. Vor den Toren reiht sich Patient an Patient. Die Klinik ist zu klein. Hackenberg möchte die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Seine Aktion "OpenEyes4Uganda" soll Gelder generieren, um ein neues, zusätzliches Klinikgebäude zu errichten. Die geplante Tour in die Mondberge ist für ihn ein weiterer Anlass, mit Freunden, Bekannten und Geschäftspartner ins Gespräch zu kommen. Er will sie für sein Spendenprojekt gewinnen, um mehr Menschen in Uganda Augenlicht schenken zu können.

Gut geplant ist halb gewonnen

Im geplanten Klinikneubau sollen mehr Patienten untersucht und operiert werden. Vorgesehen sind auch Räume, in denen Fachkräfte ausgebildet werden. Wichtig ist das, weil in Afrika ein Augenarzt durchschnittlich 450.000 Menschen versorgt, in Deutschland kommen auf einen Augenmediziner 11.000 Patienten.

CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus sieht Parallelen zwischen dem Klinikausbau und dem Bergsteigen: "Man muss beides gut vorbereiten. Unser Plan für die Klinik beruht auf zwei Säulen. Wir haben auf der einen Seite Renovierungen und den Neubau. Auf der anderen Seite kooperieren wir mit der Universitätsaugenklinik Homburg an der Saar. Die Ärztinnen und Ärzte geben ihr Wissen an die Kollegen in Uganda weiter – und umgekehrt." Dadurch erhöht die CBM-Partnerklinik in Kampala ihren medizinischen Standard. So kann das Augenkrankenhaus mehr Patienten noch besser versorgen.

Der Neusser Gipfelstürmer und die CBM hoffen, dass die Einnahmen der Aktion "OpenEyes4Uganda" ebenso schwindelerregend in die Höhe klettern wie Hackenberg selbst. Mehr unter: www.cbm.de/openeyes4uganda.

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 525 Projekte in 55 Ländern.