Wasser marsch!

Ilmenauer Schüler gewinnt Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM

Jugendlicher hat den "hydraulischen Widder" mit kostengünstigen Materialien für den Einsatz in Entwicklungsländern nachgebaut. © Dr. Carina Thüsing
Ein Junge Georg Markus Thüsing (15) hat den "hydraulischen Widder" mit kostengünstigen Materialien für den Einsatz in Entwicklungsländern nachgebaut. Dafür erhält er den Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM für Thüringen in der Kategorie "Schüler experimentieren".

Ilmenau/Bensheim, 22. Mai 2018. Wasser ohne Elektrizität automatisch pumpen – das war das Ziel von Georg Markus Thüsing (15) aus Amt Wachsenburg. Er hat sich der alten Technik des sogenannten "hydraulischen Widders" angenommen und sie mit kostengünstigen Materialien für den Einsatz in Entwicklungsländern nachgebaut. Dafür erhält der Schüler der Goetheschule in Ilmenau den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Thüringen der Stiftung "Jugend forscht" in der Kategorie "Schüler experimentieren" vergeben.

Wasser für Menschen in abgelegenen Regionen

Zwei Schläuche, eine Plastikflasche und zwei spezielle Ventile hat Georg mit einem T-Stück verbunden. So einfach das klingt, so genial ist der Effekt. Die Konstruktion pumpt hydraulisch Wasser, und zwar mehr als 1,9 Kubikmeter pro Tag. Zum Vergleich: Eine Badewanne fasst rund 0,2 Kubikmeter. Dabei baut das Wasser selbst den Druck auf, der für den Pumpeffekt sorgt. Wer Wasser aus einem Fluss pumpen will, kann das kaum bequemer und kostengünstiger tun.

Eine solche Erfindung ist vor allem für den Einsatz in Entwicklungsländern interessant, und hier insbesondere für die ärmsten und schwächsten Bevölkerungsgruppen: Menschen mit Behinderungen haben oftmals keine ausreichenden Einkünfte, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und sich und ihre Familien zu ernähren. "Die CBM unterstützt deshalb zum Beispiel in Burkina Faso Menschen beim Anlegen von Gemüsegärten, die ganzjährig für Nahrung sorgen. Dabei spielt natürlich die Bewässerung eine große Rolle. In Flussnähe könnte der hydraulische Widder von Georg bei solchen Projekten sehr nützlich sein und den Menschen das Leben erleichtern", lobt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus.

Landessieger haben Chance auf CBM-Bundespreis

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.