Viele Menschen stehen auf einer Blumengeschmückten Bühne - darunter Frauen in bunten Saris. © CBM/PBMA´s HVDEH

Neues Trainingszentrum für Augenärzte in Indien eingeweiht

CBM und ZEISS weiten erfolgreiche Zusammenarbeit aus

Ärzte in grünen Kitteln stehen um einen Operationstisch © CBM/PBMA´s HVDEH
Ausbildung im Phako-Trainingszentrum des H.V. Desai Augenkrankenhauses in Pune (Indien)

Jena/Bensheim/Pune, 13. Februar 2019. Weltweit sind 36 Millionen Menschen blind. Etwa ein Drittel von ihnen sind an behandelbarem Grauen Star erblindet. Häufig fehlt den Betroffenen der Zugang zu medizinischer Versorgung. Gerade in abgelegenen Regionen sind daher Training und Fortbildung von Augenärzten und Pflegepersonal ein wichtiges Element im Kampf gegen vermeidbare Blindheit. ZEISS und die Christoffel-Blindenmission (CBM) haben nun gemeinsam mit dem lokalen Partner ‚The Poona Blind Men Association‘ ein neues Trainingszentrum für die Behandlung des Grauen Star in Pune (Indien) eingeweiht, um landesweit Augenärzte und Pflegepersonal in der modernen Operationstechnik der Phakoemulsifikation auszubilden.

„In Indien, einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, ist der Ausbildungsbedarf an Augenärzten groß“, sagt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Mit dem neuen Zentrum tragen wir dazu bei, eine augenmedizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Davon können künftig auch ärmere Menschen in abgelegenen Regionen profitieren.“ Dr. Ludwin Monz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, ergänzt: „Das neue Phako-Trainingszentrum ist das Resultat aus der langjährigen, zielgerichteten Zusammenarbeit der CBM mit ZEISS. Im vergangenen Jahr haben wir bereits ein Spezial-Trainingszentrum in Paraguay eröffnet.“

Im Trainingszentrum des H.V. Desai Augenkrankenhauses in Indien werden Ärzte und Pflegepersonal an modernen Geräten geschult. Damit ist gewährleistet, dass das so geschulte Personal die Patienten in Zukunft noch besser und nach neuesten medizinischen Standards behandeln kann.

Die CBM unterstützt das von der ‚The Poona Blind Men Association‘ betriebene Augenkrankenhaus bereits seit dem Jahr 2000. Die renommierte Fachklinik versorgt eine Region, in der mehr als 37 Millionen Menschen leben und leistet Außeneinsätze im Umkreis von 350 Kilometern. Allein im vergangenen Jahr suchten im H.V. Desai Krankenhaus über 580.000 Patienten Hilfe, mehr als 34.000 von ihnen wurden am Grauen Star operiert. Für Menschen, die sich eine Behandlung nicht leisten können, übernimmt der lokale Partner die Kosten.

lächelndes indisches Mädchen mit Halstuch © PBMA´s HVDEH
Die kleine Anjali kann nach einer OP am Grauen Star wieder sehen.

So auch bei der zehnjährigen Anjali aus Pune. Das Mädchen, das bei seinen Großeltern lebt, war auf beiden Augen fast blind. Dem Schulunterricht konnte Anjali kaum mehr folgen. Bei einer Reihenuntersuchung in der Schule des Mädchens diagnostizierte ein Team des H.V. Desai Krankenhauses schließlich beidseitigen Grauen Star. Anjali wurde im H.V. Desai Krankenhaus operiert. Der Eingriff dauerte nur wenige Minuten, doch er veränderte ihr Leben. Heute kann sie wieder sehen und problemlos dem Schulunterricht folgen.

Durch die verbesserte Aus- und Fortbildung im neuen Trainingszentrum soll zukünftig noch mehr Menschen in Indien das Augenlicht geschenkt werden.    

Phakoemulsifikation – minimaler und schonender Eingriff

Bei der Phakoemulsifikation wird die eingetrübte Augenlinse mittels Ultraschall zertrümmert, abgesaugt und schließlich durch eine künstliche Linse ersetzt. Diese Methode ermöglicht einen minimalen und schonenderen Eingriff. Das Verfahren entspricht dem aktuellen Stand der Technik und ist in Ländern wie Deutschland bereits seit einigen Jahrzehnten Standard. Entwicklungsländer erreicht das Verfahren jedoch mit teils deutlichen Verzögerungen. „Durch die Kooperation tragen wir gemeinsam dazu bei, modernere Techniken der Augenheilkunde in Ländern wie Indien zu etablieren – mit dem Ziel, die augenmedizinische Versorgung der Patienten zu verbessern“, resümiert Dr. Ludwin Monz.