Alles im Blick

Schülerin aus Berlin-Hermsdorf gewinnt Jugend-forscht-Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission

Ein Mädchen sitzt in einem Rollstuhl. Hinter ihr sind mehrere Pinwände aufgebaut. © Hanah Nagl
Helene Nagl (11), Gewinnerin des CBM-Sonderpreises „Innovationen für Menschen mit Behinderungen" hat eine Kameraunterstützung für Rollstuhlfahrer entwickelt.

Bensheim/Berlin, 25. Juni 2019. Menschen, die im Rollstuhl unterwegs sind, begegnen immer wieder Herausforderungen: Enge Gänge im Supermarkt gehören dazu. Helene Nagl (11) hat das Problem beobachtet und einen Rollstuhl mit Kameras ausgestattet, damit die Nutzer nicht mit ihrem Gefährt anstoßen. Für diese Erfindung erhält die Schülerin der katholischen Schule Salvator in Berlin den Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission (CBM) „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“. Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Berlin der Stiftung „Jugend forscht“ in der Alterskategorie „Schüler experimentieren“ verliehen.

Kameras für bessere Übersicht

Die Kameras, die Helene verwendet, werden in neueren Autos benutzt, um das Einparken zu erleichtern. Am Rollstuhl montiert geben sie freien Blick auf die Fußstützen und den hinteren Bereich des Rollis. Über eine spezielle Software spielt die Elfjährige die gefilmten Bilder auf ein Handy oder Tablet, die als Bildschirm fungieren. Dieser Bildschirm kann schließlich an den Armstützen befestigt werden, um den Nutzerinnen und Nutzern einen besseren Überblick zu verschaffen. Auch Menschen, die einen Rollstuhlfahrer schieben, profitieren von Helenes Erfindung, denn das Handy oder Tablet kann auch so befestigt werden, dass sie eine bessere Sicht auf mögliche Hindernisse bekommen.

„Helene hat mit ihrer Entwicklung die Probleme von Menschen mit Behinderungen im Blick gehabt und gelöst. Gerade für ungeübte Rollstuhlnutzer sind enge Kurven eine Herausforderung. Die Schülerin erleichtert ihnen den Umgang mit ihrem Hilfsmittel enorm“, lobt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus die Erfindung der Elfjährigen. „In unserer Arbeit für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern sorgen auch wir dafür, dass Menschen in ihrem Leben weniger behindert werden. Das ist der Grundstein für gesellschaftliche Teilhabe und ein wichtiges Ziel der CBM.“

Landessieger haben Chance auf CBM-Bundespreis

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus, die bei Jugend forscht eingereicht werden. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 530 Projekte in 54 Ländern.