Stützen für die Krücken

Schülerin aus Oberursel gewinnt Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM

15 Jährige Schülerin hat vier Lösungen entwickelt, die verhindern, dass Krücken umfallen. © FrancoisSommerlat
Alice Sommerlat (15) hat vier Lösungen entwickelt, die verhindern, dass Krücken umfallen. Dafür erhält sie den Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM für Hessen.

Oberursel/Bensheim, 4. Juni 2018. Wer einmal auf Krücken angewiesen war, weiß, wie leicht sie zu Boden fallen. Alice Sommerlat (15) hat vier Methoden entwickelt, die das verhindern. Dafür erhält die Schülerin aus Oberursel den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Hessen der Stiftung "Jugend forscht" vergeben.

Vier Lösungen für ein Problem

Ein gebrochenes Bein oder eine dauerhafte Behinderung – Gehhilfen oder umgangssprachlich Krücken genannt, helfen den betroffenen Menschen beim Laufen. Aber sie haben einen Nachteil: Sie fallen leicht um, wenn man sie kurz beiseite stellt. Und wer auf eine Gehhilfe angewiesen ist, tut sich oft schwer, sich zu bücken und sie aufzuheben. Deshalb hat Alice geforscht, gerechnet und experimentiert und vier Hilfsmittel entwickelt, die das Umfallen der Krücken verhindern.

Die 15-Jährige hat herausgefunden, dass sie beim Anlehnen an einer Wand nicht so leicht wegrutschen, wenn auf die Krücken oben ein Stück einer Antirutschmatte für Teppiche geklebt wird. Mit Alice zweiter Erfindung kann man sie auch an einen Tisch hängen. Dazu klappt man am Stock ein kleines Metallstück aus. Da das Metallstück den richtigen Neigungswinkel hat, liegt es flach auf der Tischplatte und die Gehhilfen hängen stabil. In einem dritten Versuch hat Alice die Krücken mit einfahrbaren Federstahldrähten versehen. Damit bekommen die Gehhilfen drei Füße wie ein Hocker und können senkrecht auf den Boden gestellt werden. Als beste Methode haben sich starke Magnete erwiesen, die beide Gehhilfen an den Unterarmstützen zusammenhalten und die Krücken so zu zweit überall stabil angelehnt werden können.

CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus: "Eine Behinderung zu haben bedeutet immer auch ein Behindertwerden. Mit ihrer Erfindung leistet Alice einen Beitrag, Barrieren abzubauen und den Betroffenen so eine Chance auf mehr Unabhängigkeit zu geben. Das ist das Ziel, das wir als CBM in Entwicklungsländer ebenfalls verfolgen. Deshalb ist die Verbesserung der Gehhilfen eine tolle Sache."

Landessieger haben Chance auf CBM-Bundespreis

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.