Ins richtige Licht gerückt

Neuhagener Schüler gewinnen Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM

Zwei Jugendliche, Mädchen und Junge, haben mit verschiedenen Licht- und Energiequellen und deren Befestigung an Rollstuhl und Rollator experimentiert. © Claudia Kretschmer
Ronja Ulbricht und Ben Runge haben mit verschiedenen Licht- und Energiequellen und deren Befestigung an Rollstuhl und Rollator experimentiert. Für ihr Ergebnis erhalten sie den Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM für Brandenburg.

Neuhagen/Bensheim, 24. Mai 2018. Menschen, die einen Rollstuhl oder einen Rollator nutzen, kennen das Problem: Kommt das Licht von oben, wirft ihr eigener Körper einen Schlagschatten auf den Boden vor ihnen. Vor allem älteren Menschen macht das Angst, weil sie so nicht klar sehen können, wohin sie fahren oder treten. Ronja Ulbricht (15) aus Hoppegarten und Ben Runge (15) aus Altlandsberg haben dieses Problem gelöst. Dafür erhalten die Schülerin und der Schüler des Einstein-Gymnasiums in Neuhagen den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Brandenburg der Stiftung "Jugend forscht" vergeben.

Die Schattenseiten des Lichts

Ihre Recherche begannen die beiden Jugendlichen im Seniorenheim. Sie untersuchten unterschiedliche Lichtquellen und Befestigungsarten an Rollatoren und Rollstühlen. Für beide Gefährte ist ein LED-Band eine gute Lösung, das mit einem Schalter an- und ausgemacht werden kann.

Beim Rollator kann das LED-Band mit Batterie oder Solarzellen betrieben werden – zumindest wenn die Gehhilfe auch im Freien benutzt wird. Licht und Energiequelle werden an der unteren Querstange des Rollators befestigt. Eine Abdeckung verhindert, dass andere vom Licht geblendet werden. Bei einem Rollstuhl bekämen die Solarzellen nicht genug Sonnenstrahlen ab, egal wo sie befestigt werden. Ronja und Ben empfehlen deshalb Batterien, die zusammen mit den LED-Lichtern unter dem Sitz befestigt werden. Die zwei Tüftler haben auch ein Reservefach für Batterien geplant, damit der Rollstuhlfahrer immer gute Sicht hat.

"Die CBM unterstützt Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Hier sind Straßen und Wege manchmal schlecht oder gar nicht beleuchtet. Ein Schlagloch kann im Dunkeln für einen Rollstuhlfahrer schnell zur Gefahr werden", weiß CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. "Deshalb klingt die Arbeit der beiden Brandenburger für uns vielversprechend."

Landessieger haben Chance auf CBM-Bundespreis

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.