Die Sicherheit im Rücken

Heidenheimer Schüler gewinnen Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM

Zwei Jugendliche, Mädchen und Junge, haben einen Rollstuhl für Schlaganfall Patienten entwickelt. © Gabriele Laidler
(v.l.) Marla und Silvan Laidler aus Heidenheim haben einen Rollstuhl entwickelt, der auf Schritt und Tritt folgt. Dafür erhalten sie den Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM für Baden-Württemberg.

Heidenheim/Bensheim, 7. Mai 2018. Nach einem Schlaganfall wieder laufen lernen, ist für viele Betroffene eine große Herausforderung. Dabei helfen kann die Erfindung von Marla (13) und Silvan Laidler (15): ein Rollstuhl, der einem auf Schritt und Tritt folgt. Dafür erhalten die Schülerin und der Schüler des Max-Plank-Gymnasiums in Heidenheim den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Baden-Württemberg der Stiftung "Jugend forscht" vergeben.

Shadow – ein Rollstuhl wie ein Schatten weiterentwickelt

Die beiden Tüftler hatten bereits im vergangenen Jahr einen Sonderpreis der CBM gewonnen, damals in der Kategorie "Schüler experimentieren". Für den Wettbewerb 2018 haben sie an ihrer Erfindung weitergearbeitet. Der von Marla und Silvan entwickelte intelligente Rollstuhl "Shadow" hilft Patienten, nach einem Schlaganfall oder einer Operation wieder laufen zu lernen. Denn "Shadow" ist immer da, wenn der oder die Betroffene sich setzen will. Dazu ist an dem Rollstuhl eine Kamera befestigt, die das Symbol erkennt, das der Nutzer am Oberkörper befestigt hat. Sobald sich das Symbol von der Kamera entfernt, gibt diese die Nachricht an die Steuerung weiter und "Shadow" setzt sich in Bewegung. So folgt der Rollstuhl dem Träger wie ein Schatten und sichert ihn bei seinen Gehübungen.

CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus sieht noch weitere potentielle Anwender: "Einige Menschen mit Behinderungen brauchen zwar einen Rollstuhl, können aber kurze Zeit gehen oder stehen. Für sie kann Shadow eine Möglichkeit sein, unabhängig von anderen arbeiten oder einkaufen zu gehen, ohne Angst zu haben, dass die Kräfte sie verlassen. Die CBM setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Die Erfindung der beiden Nachwuchs-Forscher unterstützt dieses Ziel ebenfalls." Dank der Weiterentwicklung können die Nutzer den Rollstuhl nun zusätzlich mit ihrem Mobiltelefon starten, stoppen oder im Krankenhaus eine Pflegekraft rufen. Außerdem ermöglicht eine nicht-öffentliche Website, dass eine Rehakraft mehrere Anwender beim Üben im Auge behält.

Landessieger haben Chance auf CBM-Bundespreis

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.