CBM-Jahresbericht 2019: Mehr Geld für die Projektarbeit

51,6 Millionen Euro aus Deutschland für Menschen mit Behinderungen weltweit

Ein kleines Mädchen mit Schuluniform und Ranzen steht vor einem Haus und lacht. © CBM
Im vergangenen Jahr konnte auch der fünfjährigen Shalom aus Uganda geholfen werden. Sie hatte beidseitigen Grauen Star und wurde in der Mengo Augenklinik erfolgreich operiert.

Bensheim, 29. Juni 2020. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) kann weiterhin auf ihre treuen Spenderinnen und Spender zählen. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht 2019 vor. Die Geldspenden wuchsen gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 57,9 Millionen Euro (2018: 51,96 Millionen Euro). Durch eine Verschiebung in das Jahr 2020 ist hingegen ein Rückgang um 94,6 Millionen Euro bei den Sachspenden von Medikamenten zur Bekämpfung von Flussblindheit zu verzeichnen. Dementsprechend sanken die Gesamterträge der CBM im Jahr 2019 auf 196,2 Millionen Euro (Vorjahr: 288,9 Millionen Euro). Diese beinhalten neben Geld- und Sachspenden auch Erträge aus Nachlässen, öffentlichen Mitteln und Bußgeldern.

In die weltweiten Projekte der CBM für Menschen mit Behinderungen flossen aus Deutschland 51,6 Millionen Euro. Das bedeutet ein Plus von 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (46 Millionen Euro). Hinzu kommen Medikamentenspenden in Höhe von rund 109 Millionen Euro. „Dank der vielfältigen Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender konnten wir 10,7 Millionen Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Regionen der Welt umfassend helfen“, erklärt CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus. „Mit Operationen und anderen medizinischen Behandlungen sowie Reha-Maßnahmen und Bildung haben wir gemeinsam ihr Leben zum Besseren verändert.“ Weitere 29 Millionen Menschen in Entwicklungsländern erhielten durch die CBM Medikamente gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten wie zum Beispiel Flussblindheit und Trachom.

Auch in der Corona-Krise weiterhin stabile Einnahmen

Auch in den ersten Monaten des Jahres 2020 ist die Einnahmenentwicklung bei der CBM stabil – trotz wirtschaftlicher Unsicherheit durch die Corona-Pandemie. „Es ist wichtig, dass unsere Spenderinnen und Spender genauso wie Unternehmen, Stiftungen und die staatliche Entwicklungszusammenarbeit die Ärmsten der Armen im Blick behalten“, betont Brockhaus. „Menschen mit Behinderungen sind auch in Bezug auf die aktuelle Corona-Pandemie eine besonders gefährdete Risikogruppe. Sie leiden am meisten unter schlechter Gesundheitsversorgung und erhalten oftmals als Letzte Hilfe.“ Aus diesem Grund hat die CBM einen speziellen Corona-Hilfsfonds eingerichtet. Über ihn fließen rund zwei Millionen Euro in 38 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Damit finanziert die CBM unter anderem die Verteilung von Essen, Schutzmasken und Desinfektionsmitteln sowie Hygieneschulungen und Informationen zum Virus in Brailleschrift und Gebärdensprache.

Ausblick 2020: Verschmelzung von CBM Deutschland und CBM-International in zweiter Jahreshälfte

Im Jahr 2020 strukturiert die CBM ihre internationale Programmarbeit neu. Die CBM Deutschland war bis Ende 2019 gemeinsam mit neun anderen nationalen CBM-Organisationen Mitglied der CBM Christoffel-Blindenmission Christian Blind Mission e.V. (kurz: CBM-International), die für ihre Mitglieder das Management der weltweiten Programm- und Projektarbeit übernahm. In der zweiten Jahreshälfte verschmilzt der deutsche Mitgliedsverein mit CBM-International. Geleitet wird die zusammengeführte Organisation von den bisherigen deutschen Vorständen Dr. Rainer Brockhaus und Dr. Peter Schießl, der Sitz bleibt in Bensheim. Die anderen Mitgliedsvereine setzen ihre Arbeit unabhängig davon fort. CBM-Vorstand Brockhaus erklärt: „Diese neue Struktur ermöglicht es uns, die Wirksamkeit und Effizienz unserer Programmarbeit zu stärken. Gleichzeit können wir eigenständig inhaltliche Schwerpunkte setzen.“

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 540 Projekte in 51 Ländern.

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  • Ein Junge aus Afrika lacht und streckt den Daumen hoch

    CBM 2019: Jahresbericht der Christoffel-Blindenmission

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  • Cover der CBM-Pressemappe. Ein kleiner Junge mit Brille lächelt.

    Pressemappe der CBM

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