Ohne Bildung keine gerechte Welt

CBM fordert Zusagen: G7 müssen inklusives Lernen weltweit fördern

Eine Jugendliche schreibt in Braille. Sie sitzt im Klassenzimmer mit Kinder, die mit Stiften auf Papier schreiben. © CBM
Julienne besucht eine von der CBM geförderte, inklusive Schule in Kamerun.

Bensheim/Paris, 20. August 2019. Das Einmaleins erfolgreicher Entwicklungspolitik funktioniert nur mit guter Schulbildung für alle – daran führt kein Weg vorbei. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) fordert im Vorfeld des G7-Gipfels, dass sich die Staatschefs diese einfache Logik bewusst machen und endlich entsprechende Zusagen verabschieden.

Am Samstag (24.8.) treffen sich die Regierungsvertreter von Frankreich, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan, Italien, Kanada und dem Vereinigten Königreich in Biarritz in Frankreich. Unter dem französischen G7-Vorsitz steht Chancengerechtigkeit auf dem Programm. "Über 260 Millionen Kinder weltweit wissen nicht, wie man das Wort gerecht schreibt. Sie lernen es nicht, weil sie nicht zur Schule gehen dürfen", prangert CBM-Vorstand Dr. Rainer Brockhaus an. "Unter ihnen sind erschreckend viele Kinder mit Behinderungen, mehr als ein Drittel. Für Mädchen mit Behinderungen ist die Situation besonders gravierend. Sie werden gleich mehrfach diskriminiert. Wenn die G7-Staaten gleiche Chancen für alle wollen, müssen sie da ansetzen."

Schulbesuch eröffnet Perspektiven

Im Vorfeld des Gipfeltreffens hatten die Bildungs- und Entwicklungsminister der G7 bereits im Juli ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet. Die Minister sagen darin zu, sich stärker auf Bildung in Entwicklungsländern zu fokussieren und ganz besonders Ungleichheiten zu bekämpfen. Sie erkennen an: "Bildung ist ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Entwicklung."

Brockhaus begrüßt die Einsicht, dass dazu mehr Geld benötigt wird: "Die Minister haben ihre Hausaufgaben gemacht", lobt Brockhaus. Sie haben auch ausdrücklich Verbesserungen für Kinder mit Behinderungen versprochen, die es nun allerdings zu konkretisieren und umzusetzen gilt: Zwölf Jahre Unterricht in qualitativ guten Schulen für alle! Ganz speziell wollen sie Mädchen besser unterstützen – egal ob sie auf dem Land leben, ob sie verheiratet wurden oder eine Behinderung haben.

Der CBM-Vorstand fordert die Regierungschefs dazu auf, die Beschlüsse der G7-Minister aufzugreifen: "Das ist wie an einer Schule: Wenn nur die Lehrer etwas wollen, die Leitung sich aber querstellt, wird nichts passieren. Um Kindern Entwicklung und Inklusion zu ermöglichen, müssen alle an einem Strang ziehen. Die Staatschefs müssen das sehen und die Zusagen ihrer Minister bekräftigen."

Wichtig ist das, weil Menschen mit Behinderungen nach wie vor nicht die gleichen Rechte und Chancen haben. In Entwicklungsländern leben 80 Prozent von ihnen in Armut. Sie sind oft nur schlecht oder gar nicht ausgebildet und finden keinen Broterwerb. Wie soll eine Frau eine qualifizierte Anstellung bekommen, wenn sie als Mädchen nicht lesen und schreiben lernt, wenn Rechnen ein Fremdwort bleibt? Deshalb fordert die CBM: Die G7-Staaten müssen sich für inklusive Bildung einsetzen.

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 525 Projekte in 55 Ländern.

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