Wasser darf kein Luxus sein

Christoffel-Blindenmission ruft Abgeordnete zum Handeln auf

Eine Postkarte, darauf drei Personen, die von einem Sprungturm ins Wasser springen. © CBM/Julius Klemm

Berlin/Bensheim, 18. November 2021. Zusammen mit über 12.000 engagierten Menschen fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM) die Mitglieder des neuen Deutschen Bundestages auf, sich für den Zugang zu Wasser weltweit einzusetzen. Der Frankfurter Künstler Julius Klemm hat dafür eigens Karikaturen der Spitzenkandidatin der Grünen und der Spitzenkandidaten von SPD und FDP angefertigt. Die Zeichnung soll den Parlamentariern verdeutlichen, dass die Menschen vielerorts nichts zu trinken haben, kein Wasser, um sich zu waschen und keine Toilette. Besonders oft betrifft das Menschen mit Behinderungen. Mit Postkarten in den Briefkästen der Abgeordneten und einer öffentlichen Aktion im Berliner Regierungsviertel macht die CBM am Donnerstag (18. November) auf diesen Missstand aufmerksam.

In Deutschland gibt es genug Wasser, um sich im Schwimmbad zu vergnügen. Genau das machen Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Christian Lindner auf der Zeichnung. In vielen Regionen der Welt jedoch, ist sauberes Wasser nicht selbstverständlich. Ganze 2 Milliarden Menschen können zu Hause nicht den Hahn aufdrehen und Wasser genießen. Oft ist es verschmutzt und macht krank. Vor allem in ländlichen und abgelegenen Regionen ist die nächste saubere Quelle weit entfernt oder nicht barrierefrei. Gerade für Menschen mit Behinderungen ist Wasser dann unerreichbar. 3,6 Milliarden Menschen haben – wenn überhaupt – nur Toiletten oder Latrinen, die klein, verschmutzt und nicht abschließbar sind.

CBM fordert: Wasser marsch!

In den vergangenen Monaten haben mehr als 12.000 Menschen die Petition "Sauber. Gesund. Fair" der CBM unterzeichnet. Gemeinsam appellieren sie: Die Politik muss die Wasser- und Sanitärversorgung weltweit stärker in den Mittelpunkt rücken. Heute fanden die Abgeordneten aller Fraktionen deshalb eine Postkarte mit der Karikatur der Spitzenkandidaten in ihrem Briefkasten. Als Absender ruft die CBM das Parlament auf, aktiv zu werden für sauberes Wasser weltweit. "Politische Differenzen schön und gut, aber darauf sollten sich wirklich alle Fraktionen einigen können. Vielleicht bilden die drei Badegäste auf unserem Bild ja bald eine Regierung, dann haben sie alle Möglichkeiten", sagt Michael Herbst, Leiter der politischen Arbeit der CBM und ergänzt: "Nur so kann sich die Situation für Menschen mit Behinderungen nachhaltig verbessern."

Gleichzeitig sind am Donnerstag mehrere Fahrräder mit den Karikaturen rund um das Reichstagsgebäude in Berlin unterwegs. Unter dem Motto "Wasser marsch!" fordern sie die Politiker auf, Tempo zu machen für eine saubere, gesunde und faire Welt.

Über die CBM

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt – und das seit mehr als 110 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand zurückgelassen wird. Im vergangenen Jahr förderte die CBM 460 Projekte in 48 Ländern.