mehrere Personen durchschneiden ein Band © CBM

Neues Therapiezentrum verbessert das Leben tausender Menschen

CBM-geförderte Rehaeinrichtung in Ruanda eröffnet

Eine unterschenkelamputierte Frau sitzt auf einem erhöhten Stuhl, vor ein Arzt sitzend. © CBM
In der Orthopädiewerkstatt von Gahini (Ruanda) können durch den Einsatz neuer Technologien Prothesen künftig noch genauer angepasst werden.

Bensheim/Gahini, 18. April 2019. In Ruanda gibt es immer noch viel zu wenig Hilfe für körperbehinderte Menschen. Der Bedarf an medizinisch-orthopädischen Diensten ist groß. Um die Betroffenen besser versorgen zu können, ist daher am heutigen Donnerstag ein neues Rehabilitationszentrum in Gahini, etwa 80 Kilometer östlich der Hauptstadt Kigali, eingeweiht worden. Es ist an das örtliche Distrikt-Krankenhaus angegliedert. Die Einrichtung löst ein bestehendes Zentrum an gleicher Stelle ab, das als größtes dieser Art in Ruanda mehr als 30 Jahre wertvolle Arbeit geleistet hat. Die Infrastruktur war allerdings veraltet und dem großen Andrang zuletzt nicht mehr gewachsen. Mit Zuschüssen aus dem Bundesentwicklungsministerium konnte die Christoffel-Blindenmission (CBM) nun den dringend benötigten Neubau realisieren. Es entstand ein neuer Gebäudetrakt mit zwei Operationssälen, eine neue Werkstatt für Prothesen und andere orthopädische Hilfsmittel sowie Räume für Physio- und Ergotherapie. „Damit können künftig tausende Patientinnen und Patienten mehr behandelt werden“, sagte CBM-Vorstand Dr. Peter Schießl bei der Eröffnung in Gahini. „So erhalten noch mehr Menschen die Chance, ihre Behinderung zu überwinden, oder sie lernen, besser mit ihr zu leben.“  

Künftig springt die Krankenkasse ein

Zeitgleich zur Einweihung erklärte das ruandische Gesundheitsministerium die Einrichtung zum nationalen Referenzzentrum für Orthopädie und Rehabilitation. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die nationale Krankenversicherung die Behandlungskosten übernimmt – für viele arme Patientinnen und Patienten ist das ein wichtiger Schritt, um dringend benötigte Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Staaten sind in Ruanda das staatliche Krankenversicherungssystem und das Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen sehr fortschrittlich. Allerdings mangelt es an der notwendigen Infrastruktur und an ausgebildeten Fachkräften, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. Hier will das neue Zentrum Abhilfe schaffen. Als weiterer Partner beteiligt sich das Medizintechnikunternehmen Ottobock an der technischen Ausstattung der Orthopädie-Werkstatt und der Weiterbildung von Fachkräften. So können durch den Einsatz neuer Technologien Prothesen künftig individueller angepasst werden. Für die Betroffenen bedeutet dies mehr Bewegungsfreiheit und einen besseren Tragekomfort. Das neue Zentrum leistet damit künftig einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen und ihrer Teilhabe in der Gesellschaft. 

Mehr als 110 Jahre Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 530 Projekte in 54 Ländern.