Gewinner beim Zero Project Award: CBM-Projekt in Vietnam ausgezeichnet

Christoffel-Blindenmission trumpft bei der inklusiven Nothilfe

Eine Frau im Rollstuhl wir über eine Rampe geschoben. © CBM
Die CBM und der lokale Partner Aid for Social Protection Foundation unterstützen Menschen mit Behinderungen bei Naturkatastrophen. Dafür wurden sie mit dem Zero Project Award ausgezeichnet.

Bensheim/Wien, 25. Februar 2022. Ein von der Christoffel-Blindenmission (CBM) gefördertes Projekt in Vietnam gehört zu den besten inklusiven Projekten der Welt. Die Gewinner präsentieren sich seit Mittwoch bei der Zero-Project-Konferenz in Wien im Büro der Vereinten Nationen (UN). Eine internationale Jury mit Expertinnen und Experten der Entwicklungszusammenarbeit wählte die 75 Top-Projekte aus 381 nominierten Vorschlägen weltweit. Die CBM wurde dafür ausgezeichnet, Menschen mit Behinderungen bei Naturkatastrophen von Anfang an mit in die Risikovorsorge einzubeziehen.

Eine Welt ohne Barrieren – das ist das erklärte Ziel der Initiative Zero Project. Von der gemeinnützigen Essl Foundation ins Leben gerufen und von der UN unterstützt, setzt sich die Initiative dafür ein, weltweit die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Deshalb zeichnet der Zero Project Award jährlich die innovativsten und effektivsten Lösungen für erfolgreiche Inklusion aus. Die CBM erhielt den Preis für ihre Arbeit in Vietnam: "Das ist eine großartige Auszeichnung für unsere inklusive Katastrophenvorsorge", freut sich Dominique Schlupkothen. Er leitet bei der CBM die inklusive gemeindenahe Entwicklungsarbeit: "Wir haben hier gezielt investiert. Denn wir wollen sicherstellen, dass die Menschen besser auf Notsituationen vorbereitet sind und niemand in einer Krise zurückgelassen wird."

Barrierefreie Schutzräume

Das preisgekrönte Projekt in Vietnam zeigt, wie das funktioniert: Immer wieder wird das Land von schweren Überschwemmungen und Tropenstürmen heimgesucht. Menschen mit Behinderungen haben in solchen Notsituationen oft keine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Und sie werden häufig auch bei der Lebensmittelversorgung und bei der medizinischen Hilfe vergessen. So auch 2017 bei der Flut in der vietnamesischen Provinz Ninh Binh, die mehr als 15.000 Menschen zwang, ihre Häuser zu verlassen. Ganze Landstriche waren zeitweise von der Umwelt abgeschnitten, Dutzende Menschen starben. Häuser, Straßen und Brücken wurden zerstört. Die CBM und der lokale Partner Aid for Social Protection Foundation richteten daraufhin inklusive Selbsthilfeforen für die lokale Bevölkerung ein und stellten behindertengerechte Schutzräume zur Verfügung. Sie wurden für den Notfall komplett ausgestattet mit Lautsprecheranlagen, Generatoren, Taschenlampen und Regenmänteln.

Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind

Das Projekt folgt dem CBM-Ansatz einer gemeindenahen inklusiven Entwicklung. Ein Ansatz, der darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen gleichberechtigt in ihre Gemeinschaften einzubeziehen. Die CBM arbeitet hier Hand in Hand mit der vietnamesischen Partnerorganisation, den lokalen Behörden und der lokalen Bevölkerung – insbesondere mit Menschen mit Behinderungen. Nur wenn sie aktiv eingebunden sind, kann es eine effektive Risikobeherrschung geben. Denn für die CBM gilt: Niemand ist sicher, solange nicht alle sicher sind. Seit 2018 wurden in Vietnam so rund 2.000 Menschen mit Behinderungen bei Evakuierungsübungen geschult und sechs barrierefreie Schutzräume gebaut. Das Prinzip der inklusiven Risikovorsorge funktioniert so gut, dass die CBM es inzwischen auch in anderen katastrophengefährdeten Gebieten umsetzt, etwa in Indonesien und Bangladesch. Mit dem Zero Project Award findet dieser Ansatz jetzt auch internationale Anerkennung.  

Über die CBM

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt – und das seit mehr als 110 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand zurückgelassen wird. Im vergangenen Jahr förderte die CBM 460 Projekte in 48 Ländern.