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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Schluss mit politischem Silodenken!

Zwischen der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten und Gesundheitssystemstärkung besteht ein Zusammenhang

Eine Frau führt einen Sehtest durch. Sie hält ihre Finger vor die Augen eines Mannes. Im Hintergrund warten viele Menschen.
Reihenuntersuchungen, wie hier in Äthiopien, helfen bei der Bekämpfung der vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs).

Bensheim, 30. November 2017. Deutschland verfügt über vielfältiges Potential, um vernachlässigte Tropenkrankheiten nachhaltig und umfassend zu bekämpfen. Jetzt muss die zukünftige Bundesregierung dieses Potential auch nutzen. Das ist die Schlussfolgerung einer Fachveranstaltung der Christoffel-Blindenmission (CBM) zu den sogenannten Neglected Tropical Diseases, kurz NTDs, am 29. November in Berlin. Eine in diesem Rahmen vorgestellte Studie zur integrierten Umsetzung der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten zeigt bereits mögliche Handlungsfelder auf. Die Autorin Prof. Dr. Ilona Kickbusch, Direktorin des Global Health Programms am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf, betont: "Maßnahmen gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten müssen eine zentrale strategische Rolle bei der von Deutschland forcierten Gesundheitssystemstärkung spielen. Beides sollte Hand in Hand gehen und entsprechend gemeinsam gedacht und umgesetzt werden." Michael Herbst, Leiter der Politischen Arbeit der CBM, ergänzt: "Um den unter vernachlässigten Tropenkrankheiten leidenden Menschen dauerhaft zu helfen, ist eine bessere Verzahnung von Gesundheits- und Entwicklungspolitik notwendig. Das Silodenken in diesem Bereich muss ein Ende haben."

Vernachlässigte Tropenkrankheiten: bis zu einer halben Million Todesopfer

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert 20 Krankheiten als NTDs, die häufigsten sind Flussblindheit, Trachom, Elefantiasis, Wurmerkrankungen und Bilharziose. Weltweit sind mehr als eineinhalb Milliarden Menschen unmittelbar von vernachlässigten Tropenkrankheiten betroffen. Bis zu einer halben Million Menschen sterben jährlich an ihren Folgen. Infiziert werden vor allem die Ärmsten der Armen in Entwicklungsländern. Sie leiden oft unter unzureichenden Hygienebedingungen und müssen ohne sauberes Wasser oder sanitäre Anlagen auskommen. Krankheiten können sich so leicht ausbreiten. Hinzu kommt ein schlechter Zugang zu medizinischer Basisversorgung. Wenn also sowohl Hygiene als auch Gesundheitsversorgung in den betroffenen Ländern verbessert werden, hilft dieses im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Gleichzeitig leisten die bereits bestehenden NTD-Programme einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern: durch Schulung von medizinischem Personal, den Ausbau von Gesundheitsstationen auch in entlegenen Regionen sowie durch Aufklärungsmaßnahmen in der Bevölkerung. "Hierin liegt ein großes Potential", erklärt Prof. Kickbusch. "Wenn die deutschen Strategien zur Gesundheitssystemstärkung die bestehenden NTD-Programme aufnehmen, können wir eine integrierte und damit wirkungsvollere Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten erreichen."

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.

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