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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Inklusion durch Musiktherapie

Schüler aus Ilmenau gewinnen Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM

Link zum Text: Drei Jugendliche stehen nebeneinander vor einer Schauwand
Helen Konrad, Philipp Schencke und Hannah Vogler (v.l.) haben die Wirkung von Musik und Bewegung auf Kinder mit und ohne Behinderungen untersucht. Dafür erhalten sie den Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM für Thüringen.

Bensheim/Ilmenau, 19. Juni 2017. Drei Schülerinnen und Schüler der Goetheschule Ilmenau haben in einer Kindertagesstätte die Wirkung von Musik und Bewegung auf Kinder mit und ohne Behinderungen untersucht. Dafür erhalten Hannah Vogler (18), Philipp-Alexander Schencke (19) und Helen Konrad (17) den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Thüringen der Stiftung "Jugend forscht" vergeben.

Gruppendynamik mit Streit, Vertrauen und Zusammenarbeit

Die drei Jugendlichen spielen seit Jahren Musikinstrumente und wissen aus eigener Erfahrung, wie viele Emotionen und Kreativität Musik auslösen kann. Hannah, Philipp-Alexander und Helen fragten sich: Könnte man diese Wirkung vielleicht auch positiv für Kinder nutzen, die in diesem Bereich Defizite haben? Sie starteten mit einer ausgiebigen Recherche zu Musiktherapie und der Wirkung von Musik auf Menschen. Dann erarbeiteten sie zusammen mit einer Musiktherapeutin ein Programm für eine integrative Kindertagesstätte. Zwölfmal arbeiteten die Schüler jeweils eine Stunde lang mit 15 Kindern zwischen drei und sechs Jahren. Manche Kinder in der Gruppe hatten Verhaltens- oder Sprachstörungen, bei anderen war die Entwicklung verzögert, ein Kind hatte eine Form von Autismus. Die Jugendlichen sangen mit den Kindern, setzten Instrumente wie Klanghölzer, Trommeln und Rasseln ein und beobachteten dabei, wie lange die Kinder aufmerksam blieben, wie sie auf Berührungen oder das gemeinsame Musizieren reagierten und wie gut sie ihre Wünsche ausdrücken konnten. Im Spiel ‚Trommelgespräch‘ denkt sich zum Beispiel ein Kind einen einfachen Rhythmus mit wechselnder Lautstärke aus und ein anderes Kind soll diesen so genau wie möglich nachtrommeln. In diesen und anderen Spielen konnten die drei Jungforscher zum Beispiel beobachten, dass das Nachtrommeln dem autistischen Kind sehr leicht fiel, es damit selbstsicherer wurde, sogar Berührungen zuließ und mehr auf die anderen Kinder achtete. Auch bei allen anderen konnten die Jugendlichen eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit, Ausdrucksfähigkeit und ein besseres Miteinander feststellen. Für diese Studie bekommen Hannah Vogler, Philipp-Alexander Schencke und Helen Konrad den CBM-Sonderpreis.

Landessieger haben Chance auf nächste Runde - den Bundeswettbewerb

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Prämiert werden Arbeiten, die behinderten Menschen den Alltag erleichtern oder sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen. Gewinnen können außerdem Ideen, die einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit hier und in Entwicklungsländern leisten. Denn weltweit gibt es rund eine Milliarde Menschen mit Behinderungen, 80 Prozent von ihnen leben in den ärmsten Regionen der Welt. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird am 2. Juli in Heidelberg vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 650 Projekte in 63 Ländern.

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