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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Aufrecht durchs Leben

Schmelzer Schülerinnen gewinnen Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM

Zwei junge Frauen mit einer Korsage in Händen.
(v.l.) Annika Müller (17) und Marie-Luise Gierend (18) haben eine weiche Korsage entwickelt, die auf das Tragen eines festen Korsetts vorbereitet. Dafür erhalten sie den Jugend-forscht-Sonderpreis der CBM für das Saarland.

Bensheim/Lebach, 14. Mai 2018. Wenn die Wirbelsäule stark verkrümmt ist, kann ein Korsett helfen, die Wirbel aufzurichten. Das ist aber vor allem am Anfang ungewohnt und auch schmerzhaft. Die Erfindung von Annika Müller (17) und Marie-Luise Gierend (18) hilft Betroffenen, sich daran zu gewöhnen: eine weichere Korsage, die den Rücken trotzdem stabilisiert. Dafür erhalten die Schülerinnen des Johannes-Kepler-Gymnasiums in Lebach den Sonderpreis "Innovationen für Menschen mit Behinderungen" der Christoffel-Blindenmission (CBM). Der Preis wird im Rahmen des Landeswettbewerbs Saarlands der Stiftung "Jugend forscht" vergeben.

Langsam an den Druck gewöhnen

Etwa drei Prozent aller Menschen haben Skoliose. Das ist eine Wirbelsäulenverkrümmung, die schon bei Kindern auftreten kann. So lange sie im Wachstum sind, können die Wirbel noch mit einem Korsett aufgerichtet werden. Unbehandelt verschlimmert sich die Verkrümmung. Muskelverspannungen, dauerhafte Schmerzen und sogar die Beeinträchtigung innerer Organe können die Folge sein. Auch Marie-Luise Gierend hat Skoliose und trägt zur Behandlung ein Korsett. Dieses besteht aus Hartplastik und drückt die Wirbel in die richtige Richtung. Das ist schmerzhaft und unbequem. Im Sommer schwitzt man in dem Plastikkorsett, dass oft nur zum Sport ausgezogen werden darf. Vor allem am Anfang fand Marie-Luise das belastend. Deshalb wollte sie gemeinsam mit Annika eine Lösung für ihre Leidensgenossen finden: Mit ihrem Vormodell zum Korsett haben die beiden Schülerinnen eine Möglichkeit entwickelt, sich besser auf die Therapie vorzubereiten. Die Stoffkorsage stabilisiert den Rücken und Noppen, die daran befestigt sind, üben dort Druck aus, wo später auch das Korsett drückt. Dadurch, dass sich der Rücken so langsam an den Druck gewöhnt – so hoffen die beiden Tüftlerinnen – halten mehr Kinder und Jugendlichen die Therapie durch und werden vor den noch schmerzhafteren Folgen der Erkrankung bewahrt. "Menschen mit Behinderungen das Leben zu erleichtern, das ist auch unsere Mission", erklärt Dr. Rainer Brockhaus, Vorstand der CBM. "Wir unterstützen zum Beispiel orthopädische Werkstätten in Entwicklungsländern, die solche Korsetts oder Prothesen herstellen. Deshalb wissen wir, wie aufwändig das ist und wie viel Zeit und Mühe die beiden Forscherinnen investiert haben."

Landessieger haben Chance auf CBM-Bundespreis

Der CBM-Sonderpreis zeichnet jedes Jahr kreative Studien und Erfindungen aus. Als Organisation für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern legt die CBM Wert darauf, dass die Arbeiten gerade ihnen den Alltag erleichtern können. Denn von den eine Milliarde Menschen mit Behinderungen leben 80 Prozent in den ärmsten Regionen der Welt. Prämiert werden außerdem Arbeiten, die sich mit dem Zusammenhang von Krankheit und Behinderung befassen oder einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leisten. Alle ausgezeichneten Landessieger haben die Chance, den von der CBM ausgeschriebenen Bundessonderpreis zu erhalten. Dieser wird im Oktober bei den Science Days in Rust vergeben und ist mit 300 Euro dotiert.

Seit über 100 Jahren Entwicklungshilfe

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 628 Projekte in 59 Ländern.

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