Afrikanische Frau in grünem Kleid hält zwei Ferkel in den Händen © CBM/Erin Johnson

Blinde Powerfrau öffnet anderen die Augen

Mourine Yilamonyuy aus Kamerun war eine erfolgreiche Geschäftsfrau: "Mein Friseurladen lief gut. Ich konnte prima davon leben – bis 2005." 33 Jahre war sie jung, als sie plötzlich durch eine Krankheit erblindete.

Afrikanische Frau neben einem Schwein in einem Bretterverschlag © CBM/Erin Johnson
Mourine war 33 Jahre alt, als sie plötzlich erblindete.

Ihre Blindheit schien das Aus zu bedeuten – für ihre Selbstständigkeit, ihre Berufstätigkeit, ihren Salon. Mourine kehrte zu ihrer Familie zurück. Sofort ging in der Nachbarschaft das Gerede los: Wie kann es sein, dass jemand wegen Fieber ins Krankenhaus geht und erblindet? Wenn die Ärzte ihr nicht helfen konnten, dann seien sicher geheime Mächte im Spiel.

Diskriminiert, ausgegrenzt, verzweifelt

Als dann auch noch Mourines Vater und ihr älterer Bruder starben, lastete man der jungen Frau die Schuld an deren Tod an. Ihre Familie, die Nachbarn, alle hatten Angst vor ihr und zeigten das offen. Wie sollte Mourine damit leben? Sie war so einsam und verzweifelt, dass sie zu Gott betete, sie sterben zu lassen: "Das war der einzige Wunsch, den ich noch hatte." Sechs lange Jahre litt sie entsetzlich unter der Ausgrenzung durch ihr Umfeld.

Ich habe gelernt, dass eine Behinderung nicht Unfähigkeit bedeutet.

Mourine Yilamonyuy

Dank Workshop raus aus der Isolation

Doch dann bekam Mourine ganz unerwartet eine Chance! Sie erfuhr, dass es einen lokalen, CBM-geförderten Verband behinderter Menschen gibt. Dort traf sie Menschen, die sie zum Besuch eines Workshops ermutigten. Das hat ihr Leben, an dem sie zu verzweifeln drohte, grundlegend verändert. Der Workshop hat Mourine die Augen geöffnet – für ihre eigenen Potenziale: "Ich habe gelernt, dass eine Behinderung nicht Unfähigkeit bedeutet. Dass ich immer noch fähig bin, etwas zu erreichen."

Startup mit Schweinezucht

Mourines alte Geschäftstüchtigkeit erwachte. In einem weiteren Workshop hat sie gelernt, mit Tieren umzugehen und sie aufzuziehen. Heute züchtet Mourine erfolgreich Schweine – und hat mit dem damit verdienten Geld nebenbei noch einen Palmölhandel aufgemacht. Mourine ist nach Jahren der Untätigkeit wieder ganz die alte – extrem tüchtig. Mit ihrem neuen Selbstbewusstsein und Erfolg hat sich auch die Haltung ihrer Familie und Nachbarn geändert. Mourine wird wieder akzeptiert.

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Afrikanische Frau steht vor einem Bürogebäude, auf der Wiese im Hintergrund sitzt eine Gruppe. © CBM/Erin Johnson
Mourine bei einer Demo ihres Behindertenverbands. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig und engagieren sich sozialpolitisch.

Mourine stärkt ihre Gemeinschaft

In ihrer Gemeinde engagiert sie sich für ein Wasserprojekt. In ihrer Kirche organisiert sie Feste. Für ihre kranke Mutter hat sie die Krankenhausrechnungen bezahlt. Mourine ist Mitglied in einem Behindertenverband, in dem sie für die Rechte und gegen die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen kämpft. Und bei allem ist sie wieder voller Lebensfreude: "Ich bin so glücklich! Ich hätte nie geglaubt, dass ich jemals wieder in meinem Leben so viel bewegen würde!"

Menschen mit Behinderungen machen Politik

Aber nicht nur persönlich, in ihrer Familie und ihrer Nachbarschaft hat Mourine Neuerungen erlebt und bewirkt. Auch ihr weiteres Umfeld hat sich gewandelt. Mourine: "Ich erlebe große Veränderungen. Früher kam kaum jemand, der eine Behinderung hatte, aus seinem Haus. Aber jetzt sieht man behinderte Menschen auch auf der Straße. Sie nehmen am sozialen und politischen Leben teil!" Mourines Engagement hat anderen die Augen geöffnet – für die Stärke behinderter Menschen!

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In vielen Entwicklungsländern gibt es Programme zur Existenzsicherung und Armutsreduktion, jedoch sind behinderte Menschen meist davon ausgeschlossen. Die CBM setzt sich mit ihren Partnern dafür ein, die Existenz von behinderten Menschen zu sichern und unterstützt sie bei ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

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