Zwei Männer mit Pfaffenkragen, eine Frau mit Baby und ein Kleinkind © CBM/Hayduk

Steh auf, Du wirst gehalten!

In Apostelgeschichte 3 wird beschrieben, dass ein "Gelähmter" täglich vor dem Tempel sitzt. Er kann seit Geburt nicht laufen und wird von anderen vor die Tempeltür gebracht. Auch heute treffen Mitarbeiterinnen und Mitabeiter der Christoffel-Blindenmission (CBM) in Partnerprojekten Menschen an, die aufgrund ihrer Behinderung jahrelang vor oder in ihrer Behausung sitzen oder liegen.

Bewegungsunfähigkeit und fehlende Selbstständigkeit sind entwürdigend. Meist haben betroffene Menschen keine Perspektive für ihr Leben. Ähnlich geht es auch dem Mann im Bibeltext. Seine einzige Überlebensmöglichkeit ist es zu betteln.

Afrikanische Familie mit Baby und Kleinkind, der Mann benutzt einen Stock © CBM/Hayduk
Pastor Denis Arimaitwe aus Ruanda mit seiner Familie auf dem Weg zum Gottesdienst. Als Kind konnte er jahrelang überhaupt nicht laufen.

Petrus und Johannes begegnen ihm auf eine ganz andere Weise. Schlüsselsätze im Text sind die Aufforderungen des Petrus "Sieh uns an!" und "Steh auf!" Petrus und Johannes schauen nicht auf "den Gelähmten" herab. Für sie ist er ein Mensch, der vor Gott die gleiche Würde hat wie jeder andere Mensch. Er ist für sie auf Augenhöhe. Das teilen sie dem Mann durch ihre Aufforderungen mit. Sie sehen ihn an, sie berühren und stützen ihn. Der Mann vertraut den beiden. So werden seine Füße und Knöchel fest. Er kann die Welt aus einer anderen Perspektive sehen – und die anderen sehen nicht mehr auf ihn herab. Indem Petrus und Johannes mit ihm in den Tempel gehen und andere Menschen die Szene wahrnehmen, wird der Mann aus seiner Isolation geholt und in die Gemeinschaft mit anderen Menschen gestellt.
 
Petrus und Johannes handeln im Namen von Jesus Christus. Sie geben die Liebe, die sie bei Jesus erfahren haben, weiter. Die Liebe Gottes gilt allen Menschen. Wir sind eingeladen, es ihnen gleichzutun. In diesem Fall heißt das: andere Menschen ansehen, statt auf sie herabzusehen. Andere Menschen zu stützen und ihnen auf Augenhöhe die Unterstützung zu geben, die sie weiterträgt.

"Sieben Jahre konnte ich nur kriechen!"

Wenn Pastor Denis Arimaitwe aus Ruanda sonntags in die Kirche geht, um mit seiner Familie und der Gemeinde Gottesdienst zu feiern, ist das ein kleines Wunder. Als Kind hatte der heute 30-Jährige Polio. Seither ist sein rechtes Bein deformiert.

"Sieben Jahre lang konnte ich nur kriechen", erinnert er sich. Der Weg zur Schule war zu weit. Denis’ Mutter trug ihn zur nahen Kirche, wo er die Sonntagsschule besuchte und im Chor sang. Rettung kam in Person des Bischofs der anglikanischen Diözese Gahini: Alexis Bilindabagabo. Der Bischof wusste, wo der Junge Hilfe bekommen würde und brachte ihn mit dem Einverständnis der Eltern ins Rehazentrum nach Gahini.

Im Rehazentrum wurde Denis an seinem deformierten Bein behandelt – mit Erfolg! Seither kann Denis mit einer Gehhilfe selbstständig laufen. Mehr noch: Er besuchte in Gahini auch die Schule. Anschließend absolvierte Denis eine theologische Ausbildung und wurde 2015 ordiniert. Heute leitet er als Pastor seine eigene Gemeinde.

  • Eine Frau, ein Mann mit Stock und zwei Kinder, Schriftzug: Steh auf!

    Steh' auf: Gottesdienstentwurf zur Apostelgeschichte 3,1-10

    pdf3.5MB, nicht barrierefrei

    Am Partnerschaftssonntag steht die Verbundenheit aller Christinnen und Christen weltweit im Mittelpunkt, denn die frohmachende Botschaft Jesu Christi wird in aller Welt verkündet. Thema des Gottesdienstes ist die Apostelgeschichte 3,1-10. Die Bausteine, die wir dafür zusammengestellt haben, können miteinander kombiniert werden und ergeben einen kompletten Gottesdienstentwurf. Auch Bausteine für einen Gottesdienst mit Kindern sind enthalten.

    Herunterladen