Eine Frau geht über die Trümmer, im Hintergrund ein eingestürztes Gebäude © picture alliance/ASSOCIATED PRESS

Nach dem Erdbeben auf Haiti: CBM-Soforthilfe für Menschen mit Behinderungen

Nach dem Erdbeben der Stärke 7,2 ist die Situation auf Haiti für die überlebenden Menschen katastrophal. Mehr als zweitausend Menschen starben, Tausende sind vermisst oder verletzt. Unzählige verloren ihre Häuser und waren wenige Tage nach dem Beben schutzlos dem Tropensturm Grace ausgesetzt. Die CBM leistet Soforthilfe und bereitet alles dafür vor, um vor allem Erdbebenopfer mit Behinderungen und ihre Familien zu unterstützen.

Unvorstellbare Not – Sturm verschärft die Lage

Das starke Erdbeben und zwei Nachbeben haben auf Haiti Leid und Chaos ausgelöst. Zudem verschlechterten Regenfälle und der Tropensturm Grace die Lage der Menschen noch zusätzlich. Das CBM-Nothilfeteam ist mit dem Landesbüro in der Hauptstadt Port-au-Prince in ständigem Kontakt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit zwar in Sicherheit – aber einige unter ihnen haben Todesopfer in ihren Familien zu beklagen.

CBM-Landesdirektorin Valerie Destin berichtet: "Die Menschen hier erleben gerade unvorstellbares Leid und befinden sich in einer schrecklichen Situation. Sie brauchen dringend unsere Unterstützung. Wir arbeiten mit unseren Partnern daran, so schnell wie möglich humanitäre Hilfe zu organisieren."

Haiti immer wieder von Krisen betroffen

Mit Hütten bebauter Abhang; viele davon sind abgerutscht und zerstört © CBM/Archiv/Haiti 2010
Port-au-Prince: Archivbild von den Zerstörungen nach dem Erdbeben im Jahr 2010. Von den verheerenden Folgen des Bebens konnte sich Haiti nicht erholen.

Die Landesdirektorin arbeitet eng mit Oliver Neuschäfer vom Nothilfeteam in Deutschland zusammen, um die Hilfe zu koordinieren. Der CBM-Nothilfeexperte: "Das Erdbeben trifft ein Land, das sowieso mit zahlreichen Krisen zu kämpfen hat – neben der COVID-19-Situation und der politischen Instabilität leidet insbesondere die Region im Südwesten des Landes bis heute unter den Folgen von Hurrikan Matthew im Jahr 2016. Außer der notwendigen Soforthilfe wird die CBM daher auch darauf hinarbeiten, die betroffenen Menschen langfristig beim Wiederaufbau ihrer Existenzen zu unterstützen."

Menschen mit Behinderungen dürfen nicht vergessen werden

Menschen mit Behinderungen sind in Katastrophenfällen wie jetzt auf Haiti besonders hart betroffen. Blinde Menschen, hörgeschädigte oder Menschen mit anderen körperlichen Behinderungen werden in Notsituationen häufig übersehen. Dabei können sie nicht so schnell fliehen wie andere und finden sich im Chaos allein nicht mehr zurecht. Deshalb werden alle CBM-Hilfsmaßnahmen auf sie zugeschnitten.

Schwerpunkte der CBM-Hilfe

  • Schale mit zwei Weizenähren

    Erste-Hilfe-Sachleistungen

  • Arztkoffer

    Medizinische und Reha-Hilfe

  • Rollstuhlnutzer

    Inklusive Hilfe sicherstellen

  • Weltkugel

    Infrastruktur und Sicherheit

  • Mit Erste-Hilfe-Kits (z.B. mit Lebensmitteln, sauberem Wasser, Hygieneartikeln u.a.) soll das Überleben vor allem von betroffenen Menschen mit Behinderungen und ihren Familien gesichert werden.
  • Verletzte Menschen sollen die nötige medizinische – und später – Reha-Hilfe bekommen, damit keine bleibenden Schäden entstehen oder diese so gering wie möglich sind. Hier kann die CBM auf ihre Erfahrung aus der Arbeit nach dem Erdbeben im Jahr 2010 bauen.
  • Engagement für Menschen mit Behinderungen bei allen Hilfsmaßnahmen auf Haiti – damit sie mit ihren spezifischen Bedürfnissen berücksichtigt werden: Dafür arbeitet die CBM mit anderen Hilfsorganisationen und lokalen Behörden zusammen und berät sie, wie bereits nach dem letzten großen Beben auf Haiti.