Frau mit Mundschutzmaske © CBM

"Menschen mit Behinderung trifft es besonders schwer."

Das sagt die 43-jährige Nila Bam. Sie arbeitet als Projektkoodinatorin eines CBM-Projektpartners in Nepal und erlebt täglich, wie schwierig die Situation für behinderte Menschen ist. Im Interview berichtet sie davon, wie sich das Leben seit dem Ausbruch des Virus verändert hat, von täglichen Herausforderungen und von ihrer persönlichen Motivation, trotzdem weiterzumachen.

Viele Menschenleben stehen auf dem Spiel.

Nila Bam

Was hat sich seit dem Beginn der Krise im Projekt und in Ihrem eigenen Leben geändert?

Seit nun drei Monaten leben wir mit dem Lockdown und dürfen nicht rausgehen. Das trifft Menschen wie mich, die im Sozialwesen arbeiten, natürlich besonders. So steht unsere Projektarbeit zum Beispiel seit dem Beginn des Lockdowns am 24. März still. Doch seit etwa einer Woche können wir, dank der Unterstützung der CBM, Hilfspakete an die Menschen verteilen.

Welchen Herausforderungen stehen Menschen mit Behinderung angesichts der derzeitigen Krise gegenüber?

Menschen mit Behinderung sind besonders stark von der Situation betroffen. Viele behinderte Menschen arbeiten normalerweise als Tagelöhner, um ihre Familien zu unterstützen. Nun haben sie jegliche Einnahmequellen verloren. Zudem müssen viele von ihnen täglich Medikamente einnehmen, was aufgrund der Situation nun einfach nicht mehr möglich ist. Viele Menschenleben stehen auf dem Spiel.

CBM-Helferin übergibt Hygienekit an Frau in Nepal. © CBM
Nila Bam (l.) überreicht der 22-jährigen Jaina Maharjan ein Hygienekit und erklärt, was enthalten ist: u.a. Seife, Handtücher und Produkte für die Damenhygiene.

Wie gehen Sie persönlich mit den veränderten Bedingungen um? Wie motivieren Sie sich selbst?

Wir müssen aktuell von zuhause aus arbeiten, was schwierig ist, da viele Sachen direkt vor Ort erledigt werden müssten. Wir versuchen dennoch, manche Aktivitäten vor Ort durchzuführen – eben unter Beachtung der Hygienestandards und der bestehenden Abstandsregeln.

Ich arbeite bereits sehr lange im Sozialwesen. Wir leben in einer herausfordernden Zeit für uns alle. Dennoch sind Menschen mit Behinderungen stärker von den aktuellen Umständen betroffen als andere. Deshalb tun wir unser Möglichstes, um sie zu erreichen und ihnen zu helfen. Von meinen Kolleginnen und Kollegen erhalte ich viel Zuspruch und Unterstützung. Die soziale Arbeit hat mich schon immer interessiert. Dieser Tätigkeit nachzugehen reicht bereits, mich zu motivieren.

Ohne die Hilfe der CBM könnten wir den Menschen in den Gemeinden nicht helfen.

Nila Bam

Was möchten Sie den CBM-Spenderinnen und -Spendern sagen?

Ich danke der CBM sehr für ihre Unterstützung in dieser schwierigen Zeit. Dank der Hilfe der CBM können wir Lebensmittel, Hygieneartikel und medizinische Güter verteilen. Menschen mit Behinderungen, beispielsweise mit Wirbelsäulenverletzungen, leiden darunter, dass sie seit dem Lockdown keine medizinische Versorgung erhalten können. Daher brauchen sie gerade jetzt jede Unterstützung. Ohne die Hilfe der CBM könnten wir den Menschen in den Gemeinden nicht helfen.