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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Gedanken zum Monatsspruch Juni 2017

Gehorsam beginnt mit dem Hören auf Gottes Wort – von Dr. Peter Schießl

Porträt eines Mannes
Dr. Peter Schießl

Dr. Peter Schießl ist Geschäftsführer bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) und verantwortet die Geschäftsbereiche Fundraising und Verwaltung. In seiner Auslegung des Monatsspruchs Juni 2017 betont er, dass Hören eine ganz wichtige Voraussetzung ist, Gottes Willen zu erkennen.

Monatsspruch Juni 2017

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!

Apostelgeschichte 5,29 (Die Bibel, Neues Testament, Die Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 5, Vers 29)

Mit dieser Einstellung haben im Laufe der Geschichte zahllose Menschen dem Zeitgeist und ungerechter staatlicher Macht – notfalls bis aufs Blut – widerstanden. Wie Petrus vor dem Hohen Rat sind sie ihrem Gewissen gefolgt und waren bereit, dafür einen hohen Preis zu bezahlen. Nicht das Leben war ihr höchster Wert, sondern der Wille Gottes. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen" – dieser Satz fordert uns heraus und erschreckt uns.

Berufung auf Gott in einer pluralen Demokratie?

Er fordert uns zum Glaubenszeugnis heraus und er erschreckt uns, weil auch in Deutschland wieder Menschen mit Berufung auf den Willen Gottes getötet werden. Wie passt ein solcher Satz in eine plurale Demokratie? Mehr denn je müssen wir uns fragen, wie wir mit unterschiedlichen starken religiösen oder säkularen Überzeugungen friedlich zusammenleben können.

Gehorsam kommt vom Hören. Gehorsam gegenüber Gott beginnt also im Wortsinne mit dem sorgfältigen Hinhören auf das Wort Gottes. Dieses Wort sollen wir in unserem Herzen bewegen und die Regungen unterscheiden, die es in uns hervorruft. Regungen, die nicht zu Glaube, Hoffnung, Liebe und Frieden in unserem Herzen führen, kommen nicht von Gott. Wenn wir also den falschen Regungen folgen, tun wir auch nicht den Willen Gottes. Wenn wir aber auf Gott hören, erliegen wir nicht der Versuchung, voreilig ein Widerstandsrecht in Anspruch nehmen, das den Rechtsfrieden leichtfertig gefährden würde.

Einander Urteilsvermögen zugestehen

Bei aller Unterschiedlichkeit können wir darauf hoffen, dass unterschiedliche starke religiöse Überzeugungen zu ähnlichen zivilen Werten führen. Mit großer Nüchternheit und Demut müssen wir anerkennen, dass selbst bei ähnlichen zivilen Werten die konkreten Schlussfolgerungen, was denn ein gutes Leben ist, was Gerechtigkeit bedeutet und was politisch zu tun ist, unterschiedlich sein können. Denn zwischen Werten und Handlungen stehen in der Regel noch empirische Fragen und Abwägungsurteile. Wenn wir uns als freie Bürger gegenseitig diese "Last des Urteils" (John Rawls) zugestehen würden, bräuchte es sicher weniger Polizei bei politischen Großveranstaltungen.

Dem Einzelnen mehr Verantwortung überlassen

Im Interesse des Rechtsfriedens darf der Staat zu Recht Mäßigung und Klugheit der Bürger im Hinblick auf ihre starken Überzeugungen erwarten. Wenn wie heute die Pluralität starker religiöser und säkularer Überzeugungen zunimmt, wäre es aber auch umgekehrt klug, weniger staatlichen Einfluss auf das gute Leben zu nehmen und mehr der Verantwortung des Einzelnen zu überlassen. Trauen Sie sich also, auch in schwierigen Entscheidungen auf Gott zu hören. Und lassen Sie beim Gehorsam gegenüber Gott die Überzeugungen anders Gesinnter nicht außer Acht!

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