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CBM (Christoffel-Blindenmission)

Braille – die weltweite Blindenschrift

Die Brailleschrift gibt es seit fast 200 Jahren

Sechs Punkte waren es, die die Welt blinder und stark sehbehinderter Menschen im Jahr 1825 nachhaltig verändern sollten: In diesem Jahr erfand der 16-jährige Louis Braille die Blindenschrift. Selbst seit dem fünften Lebensjahr blind, wollte sich der junge Franzose nicht damit abfinden, Bücher nicht selbst lesen zu können.

Die Blindenschrift beruht auf einem Punktsystem

Einzelne Buchstaben in Blindenschrift
Die auf Punkten beruhende Blindenschrift von Louis Braille wird heute weltweit unterrichtet.

Inspiriert durch eine militärische, fühlbare "Nachtschrift" tüftelte Louis Braille jahrelang an einem einfacheren Punktsystem. Mit Erfolg! Die von ihm entwickelte Blindenschrift basiert auf sechs Punkten: drei in der Höhe mal zwei Punkte in der Breite (siehe Foto rechts). Insgesamt gibt es 64 unterschiedliche Kombinationen, mit denen Buchstaben, Zeichen und Zahlen dargestellt werden.

Die ersten zehn Buchstaben (A–J) nutzen z.B. nur die vier oberen Punkte. Sie werden von hinten in das Papier gestochen und sind so mit den Fingerspitzen als Erhöhungen zu ertasten. Die Erfindung der Brailleschrift eröffnete blinden Menschen mit einem Schlag den Zugang zu Bildung und Wissen – und sie verbreitete sich schnell um die ganze Welt.

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Computer mit Braillezeile

Die Ur-Blindenschrift wurde bis heute kaum verändert, es gibt sogar spezielle Brailleschriften für Musiknoten, mathematische Formeln oder Strickmuster. Die sechs erhabenen Punkte werden spiegelverkehrt in das Papier eingestochen, entweder von Hand oder mit einer Braille-Schreibmaschine. Mittlerweile gibt es auch Computer mit Braillezeile oder Sprachausgabe.

Jungen im Klassenzimmer
Parthiban (l.) besucht eine inklusive Schule in Südindien. Anders als seine Mitschüler benutzt er keine Schwarzdruck-, sondern Braille-Bücher, denn er ist blind – und der Klassenbeste!

Blindenschrift in CBM-Projekten

Auch in den CBM-geförderten Projekten spielt die Blindenschrift eine große Rolle, zumal blinde und stark sehbehinderte Menschen in vielen Entwicklungsländern meistens kaum Geld für elektronische Lesehilfen oder Computer haben. Das Erlernen der Blindenschrift ist daher wesentlich, um blinden Kindern und Jugendlichen Zugang zu Bildung und damit Wege aus der Armut zu eröffnen.

73.000 Braille-Bücher produziert

Im Jahr 2014 ermöglichte die CBM rund 26.500 blinden und sehbehinderten Kindern den Schulbesuch, über 73.000 Bücher wurden in CBM-geförderten Projekten in Blindenschrift produziert und rund 5.700 Schüler nahmen an Blindenschrift- und Abakus-Kursen teil. Doch immer noch mangelt es in einigen Ländern, wie z.B. Äthiopien, an Schreibtafeln und Griffeln, damit die blinden Schülerinnen und Schüler die Schrift überhaupt lernen können – von Braille-Schreibmaschinen ganz zu schweigen. Die CBM wird sich daher weiter dafür einsetzen, allen blinden und sehbehinderten Jugendlichen den Zugang zur Brailleschrift zu ermöglichen.

Selbstständiges Leben dank Blindenschrift

Wie gut die Kombination aus Blindenschrift und modernen Computern mit Sprech- und Lesefunktion gelingt, zeigt sich im Projekt ATRIEV in Quezon City auf den Philippinen: Es bietet Computer-Training und berufsbildende Maßnahmen für blinde und sehbehinderte Jugendliche und Erwachsene an. Durch die Kombination einer Sprachausgabe am Rechner mit einer fühlbaren Braillezeile stieg der Lernerfolg bei den Schülern. Bisher wurden dort über 500 blinde junge Leute ausgebildet, die nun voll im Berufsleben stehen.

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