Weltwärtsreisende Wiebke Lunow berichtet aus Uganda
Als frischgebackene Physiotherapeutin im Großstadtdschungel Kampala
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Wiebke Lunow unterstützt ein Kind an der Sprossenwand.
© CBM/Lunow
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Eine kleine Patientin von Wiebke Lunow.
© CBM/Lunow
Vor vier Monaten bin ich als frischgebackene Physiotherapeutin in Kampala, der Hauptstadt von Uganda gelandet. - Sich in Kampala nicht zu verlaufen, ist am Anfang nicht so einfach. Ich habe die Orientierung in den ersten Wochen schnell verloren, weil man vor lauter Menschen einfach die Straßen nicht mehr sieht und alles gleich aussieht. Aber mittlerweile finde ich mich gut zurecht.
Quirlige Hauptstadt
Auf den Bürgersteigen sitzen unzählige Händler, und von Lebensmitteln, über Schuhe bis hin zu Radios kann man alles kaufen. Auf den Straßen sieht man vor allem Taxis und Boda-Bodas (kleine Motorrad-Taxis). Die Taxen darf man sich allerdings nicht so wie bei uns vorstellen. Sie sind hier das günstigste Fortbewegungsmittel und eine Art Minibus, in dem eigentlich 14 Leute Platz haben. Man hat Glück, wenn man wirklich einen ganzen Sitzplatz bekommt. Meistens sind um die 17 bis 18 Leute im Taxi - und wenn Kinder mit dabei sind, was sehr oft der Fall ist, können es auch schon mal 20 werden (Hühner werden in Handtaschen transportiert!!). Taxi fahren an sich ist also nicht wirklich bequem. Während der Fahrt wird man teilweise extrem durchgeschüttelt, und wenn es regnet, verwandeln sich die Straßen in Schlammlöcher und die Taxis rutschen mehr, als dass sie fahren.
Ansonsten gibt es in Kampala eigentlich alles was, das Mzunguherz begehrt (Mzungu = Weißer). Drei große Einkaufsläden, in denen man Schokolade, Wurst, Käse, dänisches Bier, Wein und eben alles, was das Leben angenehm macht, haben kann.
Allerdings ist es recht teuer, in solchen Läden einzukaufen. Das sogenannte "local food" ist hingegen preiswert und schmeckt auch gut. Hier wird sehr viel aus Teig gemacht, was allerdings oft sehr fettig ist.
Arbeiten unter guten Bedingungen
Ich arbeite in der Einrichtung "Katalemwa Cheshire Home". Katalemwa ist eine Mischung aus Krankenhaus, Rehabilitationseinrichtung und Arztpraxis. Hier leben ca. 50 Kinder, die überwiegend körperliche Behinderungen haben. Als ich in Katalemwa ankam, war ich von der guten Ausstattung überrascht. Es ist eigentlich alles vorhanden, was man braucht. Für die Physiotherapie gibt es drei große Behandlungsräume mit Bänken, Sprossenwand, Gehbarren, Matten und Spielzeug.
Mit Improvisation zum Ziel
Natürlich ist nicht alles perfekt, und es fehlen hier und da einige Dinge, allerdings kann man mit ein bisschen Improvisation auch ans Ziel kommen. Ich musste mich zunächst mal an die neuen Arbeitsverhältnisse gewöhnen. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, allerdings ist die Physiotherapie anders als bei uns. Sie ähnelt mehr der Arbeit eines Allgemeinmediziners oder Orthopäden. Es werden Diagnosen gestellt, Abdrücke für Orthesen angefertigt und Gipsverbände angelegt. Für Physiotherapie, wie man sie aus Deutschland kennt, ist meist keine Zeit.
Training für Kinder und Eltern
Meine Hauptaufgabe ist es, diesen Teil zu übernehmen, was mir wirklich Spaß macht. Die meisten Kinder sind eifrig dabei, wenn man mit ihnen verschiedene Übungen macht, und auch die Eltern schauen genau, was ich mache, um dann selber mit ihren Kindern zu üben. Teilweise muss ich die Eltern sogar bremsen und erklären, dass auch Pausen wichtig sind. Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Eltern mit ihren Kindern üben und sich über Fortschritte freuen, auch wenn es manchmal nur kleine sind .
Zehnjährige lernt laufen
Ich behandle zum Beispiel zurzeit ein 10-jähriges Mädchen mit Glasknochen. Es ist etwa so groß wie ein 5-jähriges Kind und kann nicht laufen. Entweder wird es von ihrer Mutter getragen oder es kriecht. Seine Arme sind kräftig genug, um mit Unterarmstützen zu laufen, also haben wir einfach mal ausprobiert, ob das Mädchen mit Stützen stehen kann. Mittlerweile kann es, wenn auch recht langsam, mit Stützen laufen und selbständig aus dem Bett steigen. Gerade bei diesem Fall kann man sehen, wie stolz und glücklich die Mutter ist, dass ihr Kind sich jetzt selber fortbewegen kann und nicht immer getragen werden muss.
Die Kinder sind gut im Stillsitzen!
Mit den Eltern, die mit ihren Kindern aus der Umgebung Kampalas kommen und nicht in Katalemwa bleiben, gehe ich verschiedene Übungen durch und leite sie für zuhause an. Das ist teilweise recht einfach, da die meisten Kinder stillsitzen und das machen, was gefordert wird. Wenige Kinder widersprechen oder machen nicht das, was gefordert ist.
Einige Kinder haben allerdings Angst, weil ich weiß bin. Auch die Sprachbarriere stellt immer mal wieder Probleme dar.
"Early Learning Centre"
Nach Katalemwa kommen auch viele Kinder, die geistig und körperlich behindert sind. Deswegen wurde vor einigen Wochen das so genannte "Early Learning Centre"/Frühföderzentrum eingerichtet. Hier werden Kinder ganztägig betreut und gefördert. Physiotherapie, Sprachtraining und alltägliche Dinge wie Zähne putzen, anziehen und selbstständig essen, werden hier geduldig geübt.
Auf dem Spielplatz
Ein gutes Beispiel ist ein 8-jähriges Mädchen, das aufgrund seiner Behinderung jahrelang versteckt wurde. Das Kind kann sich jetzt alleine anziehen, essen und beginnt die ersten Wörter zu sprechen. Es ist schön zu sehen, wie gut Kinder hier betreut werden können, und dass die Arbeit, die hier gemacht wird, Früchte trägt.
Quirlige Hauptstadt
Auf den Bürgersteigen sitzen unzählige Händler, und von Lebensmitteln, über Schuhe bis hin zu Radios kann man alles kaufen. Auf den Straßen sieht man vor allem Taxis und Boda-Bodas (kleine Motorrad-Taxis). Die Taxen darf man sich allerdings nicht so wie bei uns vorstellen. Sie sind hier das günstigste Fortbewegungsmittel und eine Art Minibus, in dem eigentlich 14 Leute Platz haben. Man hat Glück, wenn man wirklich einen ganzen Sitzplatz bekommt. Meistens sind um die 17 bis 18 Leute im Taxi - und wenn Kinder mit dabei sind, was sehr oft der Fall ist, können es auch schon mal 20 werden (Hühner werden in Handtaschen transportiert!!). Taxi fahren an sich ist also nicht wirklich bequem. Während der Fahrt wird man teilweise extrem durchgeschüttelt, und wenn es regnet, verwandeln sich die Straßen in Schlammlöcher und die Taxis rutschen mehr, als dass sie fahren.
Ansonsten gibt es in Kampala eigentlich alles was, das Mzunguherz begehrt (Mzungu = Weißer). Drei große Einkaufsläden, in denen man Schokolade, Wurst, Käse, dänisches Bier, Wein und eben alles, was das Leben angenehm macht, haben kann.
Allerdings ist es recht teuer, in solchen Läden einzukaufen. Das sogenannte "local food" ist hingegen preiswert und schmeckt auch gut. Hier wird sehr viel aus Teig gemacht, was allerdings oft sehr fettig ist.
Arbeiten unter guten Bedingungen
Ich arbeite in der Einrichtung "Katalemwa Cheshire Home". Katalemwa ist eine Mischung aus Krankenhaus, Rehabilitationseinrichtung und Arztpraxis. Hier leben ca. 50 Kinder, die überwiegend körperliche Behinderungen haben. Als ich in Katalemwa ankam, war ich von der guten Ausstattung überrascht. Es ist eigentlich alles vorhanden, was man braucht. Für die Physiotherapie gibt es drei große Behandlungsräume mit Bänken, Sprossenwand, Gehbarren, Matten und Spielzeug.
Mit Improvisation zum Ziel
Natürlich ist nicht alles perfekt, und es fehlen hier und da einige Dinge, allerdings kann man mit ein bisschen Improvisation auch ans Ziel kommen. Ich musste mich zunächst mal an die neuen Arbeitsverhältnisse gewöhnen. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, allerdings ist die Physiotherapie anders als bei uns. Sie ähnelt mehr der Arbeit eines Allgemeinmediziners oder Orthopäden. Es werden Diagnosen gestellt, Abdrücke für Orthesen angefertigt und Gipsverbände angelegt. Für Physiotherapie, wie man sie aus Deutschland kennt, ist meist keine Zeit.
Training für Kinder und Eltern
Meine Hauptaufgabe ist es, diesen Teil zu übernehmen, was mir wirklich Spaß macht. Die meisten Kinder sind eifrig dabei, wenn man mit ihnen verschiedene Übungen macht, und auch die Eltern schauen genau, was ich mache, um dann selber mit ihren Kindern zu üben. Teilweise muss ich die Eltern sogar bremsen und erklären, dass auch Pausen wichtig sind. Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Eltern mit ihren Kindern üben und sich über Fortschritte freuen, auch wenn es manchmal nur kleine sind .
Zehnjährige lernt laufen
Ich behandle zum Beispiel zurzeit ein 10-jähriges Mädchen mit Glasknochen. Es ist etwa so groß wie ein 5-jähriges Kind und kann nicht laufen. Entweder wird es von ihrer Mutter getragen oder es kriecht. Seine Arme sind kräftig genug, um mit Unterarmstützen zu laufen, also haben wir einfach mal ausprobiert, ob das Mädchen mit Stützen stehen kann. Mittlerweile kann es, wenn auch recht langsam, mit Stützen laufen und selbständig aus dem Bett steigen. Gerade bei diesem Fall kann man sehen, wie stolz und glücklich die Mutter ist, dass ihr Kind sich jetzt selber fortbewegen kann und nicht immer getragen werden muss.
Die Kinder sind gut im Stillsitzen!
Mit den Eltern, die mit ihren Kindern aus der Umgebung Kampalas kommen und nicht in Katalemwa bleiben, gehe ich verschiedene Übungen durch und leite sie für zuhause an. Das ist teilweise recht einfach, da die meisten Kinder stillsitzen und das machen, was gefordert wird. Wenige Kinder widersprechen oder machen nicht das, was gefordert ist.
Einige Kinder haben allerdings Angst, weil ich weiß bin. Auch die Sprachbarriere stellt immer mal wieder Probleme dar.
"Early Learning Centre"
Nach Katalemwa kommen auch viele Kinder, die geistig und körperlich behindert sind. Deswegen wurde vor einigen Wochen das so genannte "Early Learning Centre"/Frühföderzentrum eingerichtet. Hier werden Kinder ganztägig betreut und gefördert. Physiotherapie, Sprachtraining und alltägliche Dinge wie Zähne putzen, anziehen und selbstständig essen, werden hier geduldig geübt.
Auf dem Spielplatz
Ein gutes Beispiel ist ein 8-jähriges Mädchen, das aufgrund seiner Behinderung jahrelang versteckt wurde. Das Kind kann sich jetzt alleine anziehen, essen und beginnt die ersten Wörter zu sprechen. Es ist schön zu sehen, wie gut Kinder hier betreut werden können, und dass die Arbeit, die hier gemacht wird, Früchte trägt.
Wiebke Lunow





