Pressemeldung vom 18. September 2007

90 % der blinden Kinder gehen nicht zur Schule

Kinderhände "lesen" in einem Braillebuch.
Mit den Händen lesen: Dieses kleine blinde Mädchen aus Madagaskar hat die Braille-Schrift erlernt.
Foto: CBM
BENSHEIM/POTSDAM. Etwa 90 Prozent aller blinden Kinder in Ländern der sogenannten Dritten Welt haben keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Rund fünf Millionen Kinder unter 15 Jahren sind in Asien und Afrika betroffen, weil sie völlig blind oder stark sehbehindert sind.

"Eine gründliche Schulausbildung ist aber", so Martin Georgi, Direktor der CBM (Christoffel Blindenmission), "eine wichtige Voraussetzung, um später einen Beruf auszuüben." Georgi weiter: "Die CBM geht davon aus, dass 80 Prozent aller blinden Erwachsenen aufgrund fehlender Ausbildung ohne Arbeit sind und daher nur selten ein selbstständiges Leben führen können."

Schulische Integration blinder Kinder
Die CBM fördert derzeit rund 10.000 blinde Kinder durch integrative Schulerziehung – Tendenz steigend. Die früher verbreitete typische Blindenheimschule barg die Gefahr, dass die Schüler isoliert wurden, nur wenig Kontakt über die Schule hinaus fanden und zudem in der Regel von ihren Familien lange getrennt waren.

Bei der integrativen Erziehung gehen Sehende und Nichtsehende gemeinsam in eine Klasse und machen ihre Hausaufgaben zusammen. So entstehen zahlreiche soziale Kontakte, die beim alten System nur schwer möglich waren. Auch die Ergebnisse in den einzelnen Schulfächern sind ermutigend. Martin Georgi: "In vielen Klassen zählen blinde Schüler zu den besseren, da sie überdurchschnittlich motiviert sind."
Link: Grauer Star Simulator der CBM
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