Pressemeldung vom 22. März 2007

Wassermangel macht blind

Ein afrikanisches Mädchen wäscht sich das Gesicht mit Wasser aus einem Kanister.
Gegenmittel: Durch regelmäßiges Waschen der Augen kann Trachom verhütet werden.
Foto: Kellner
BENSHEIM/POTSDAM. In Deutschland verbrauchen die Haushalte pro Person durchschnittlich 126 Liter Wasser pro Tag (Statistisches Bundesamt, 2004) – in Kenia stehen einer Familie kaum 18 Liter zur Verfügung. Die Folgen des Wassermangels für die Augen sind fatal, denn noch immer erkranken viele Menschen weltweit an der Augeninfektion Trachom.

Darauf weist die CBM anlässlich des Weltwassertags am 22. März hin. "Mit der Kampagne ’VISION 2020-das Recht auf Augenlicht’ wollen wir erreichen, dass niemand mehr erblindet, dessen Leiden verhütbar oder heilbar wäre", erklärte Martin Georgi, Direktor der Christoffel-Blindenmission: "Ausreichend Wasser für regelmäßiges Augenwaschen ist hierfür unverzichtbar."

Trachom – Geißel der Menschen in Trockengebieten

Weltweit sind derzeit rund 80 Millionen Menschen mit dem Trachom-Erreger infiziert. Er wird u.a. durch Fliegen von Auge zu Auge übertragen. Waschen sich die Betroffenen nicht die Augen – zum Beispiel, weil nicht genug Wasser zur Verfügung steht – und infizieren sich so immer wieder, kann die Krankheit unbehandelt zu unheilbarer Blindheit führen.

Mit der SAFE-Strategie Trachom stoppen

Wichtigstes Instrument, um die Reinfizierung zu stoppen, ist die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initierte SAFE-Strategie: Das "S" steht für surgery und bedeutet konkret Operationen am Augenlid. Die Christoffel-Blindenmission hat im vergangenen Jahr mehr als 45.000 dieser einfachen Lid-Operationen ermöglicht. "A" steht für die Verabreichung von Antibiotika in Form von Tabletten oder Augensalbe.

Pro Jahr verteilt die CBM rund 500.000 Tuben mit antibiotischer Salbe. "F" steht für facial cleanliness und bedeutet regelmäßiges Waschen des Gesichts. Unter "E" (environmental hygiene) versteht man vor allem Kurse, in denen die Dorfbevölkerung über wichtige Hygienemaßnahmen und den Latrinenbau aufgeklärt wird.

Vorkommen von Trachom

Trachom kommt vor allem in armen, ländlichen Gebieten Afrikas, aber auch in einigen Ländern des Nahen Ostens, in Asien sowie in Teilen Zentral- und Südamerikas vor. Übertragen wird die Krankheit von Fliegen oder durch direkte Weitergabe über Hände oder Tücher, gerade im familiären Umfeld. Daher sind Kinder und Frauen besonders häufig trachomblind.
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