Von der Starbrille zur Kunstlinse
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Erfinder der Fishhook-Technik: Der Augenarzt Dr. Albrecht Hennig (r.), hier mit seiner Frau Kristina© CBM
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1983, Lahan/Nepal: Nach seiner Staroperation benötigt der 50-jährige Domi eine Brille.© CBM
In den letzten Jahrzehnten haben sich die Methoden bei Grauer-Star-Operationen in Industrienationen stark verändert. Diese Änderungen erreichen Entwicklungsländer mit etwa zehnjähriger Verzögerung.
Dr. Albrecht Hennig beschreibt am Beispiel der CBM-geförderten Augenklinik in Lahan/Nepal diesen Wandel:
Dr. Albrecht Hennig beschreibt am Beispiel der CBM-geförderten Augenklinik in Lahan/Nepal diesen Wandel:
„In den Anfangsjahren gab es in Lahan weder Strom, fließend Wasser, Telefon noch ein gut funktionierendes Postsystem. Der Aufbau einer Augenarbeit erforderte reichlich Improvisation. Zu dieser Zeit gab es in Nepal nur wenige einheimische Augenärzte. Die meisten von ihnen arbeiteten in der Hauptstadt Kathmandu.
Operation plus Starbrille
Während Anfang 1980 in Industrienationen bereits damit begonnen wurde, künstliche Linsen einzusetzen, war in Nepal noch die Entfernung der eingetrübten Linse mit anschließender Korrektur durch eine Starbrille Standard. Es gab wenig Komplikationen und gute OP-Ergebnisse. Das Problem waren jedoch die dicken Starbrillen. Sie hielten nicht lange, die Gläser zerkratzten oder brachen. Ohne Ersatz waren viele Patienten dann praktisch wieder blind. Deshalb gingen wir ab 1989 dazu über, nach dem Entfernen der trüben Linse künstliche Linsen einzusetzen. Diese Linsen wurden stetig weiterentwickelt. Die im Vergleich zur Starbrille erreichte gute Sehqualität führte zu einem deutlichen Anstieg der Graue-Star-OPs in unserer Klinik. 1997 entwickelten wir in Lahan eine nahtlose Operationsmethode, die „Fishhook-Technik“ , eine Methode, bei der der getrübte Linsenkern mit einem kleinen, gebogenen Häkchen entfernt wird.
Operation plus Starbrille
Während Anfang 1980 in Industrienationen bereits damit begonnen wurde, künstliche Linsen einzusetzen, war in Nepal noch die Entfernung der eingetrübten Linse mit anschließender Korrektur durch eine Starbrille Standard. Es gab wenig Komplikationen und gute OP-Ergebnisse. Das Problem waren jedoch die dicken Starbrillen. Sie hielten nicht lange, die Gläser zerkratzten oder brachen. Ohne Ersatz waren viele Patienten dann praktisch wieder blind. Deshalb gingen wir ab 1989 dazu über, nach dem Entfernen der trüben Linse künstliche Linsen einzusetzen. Diese Linsen wurden stetig weiterentwickelt. Die im Vergleich zur Starbrille erreichte gute Sehqualität führte zu einem deutlichen Anstieg der Graue-Star-OPs in unserer Klinik. 1997 entwickelten wir in Lahan eine nahtlose Operationsmethode, die „Fishhook-Technik“ , eine Methode, bei der der getrübte Linsenkern mit einem kleinen, gebogenen Häkchen entfernt wird.
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"Fishhook": Gebogen aus einer 30-G-inch-Nadel© CBM
Fishhook-Technik lässt OP-Zahlen steigen
Die guten Ergebnisse mit schneller Wiederherstellung der Sehkraft sprachen sich schnell herum und motivierten mehr und mehr Graue-Star-Patienten, sich in Lahan operieren zu lassen. Ab 1998 wurde die Fishhook-Technik in Lahan zur Standard-Methode für Operationen am Grauen Star.
Phako-Technik setzt sich durch
In Industrieländern ist die Phakoemulsifikation die derzeit gängige Technik bei der Operation des Grauen Stars. Hierbei ist nur ein sehr kleiner Schnitt erforderlich, weil der Linsenkern mittels Ultraschall zerkleinert und anschließend abgesaugt wird. Inzwischen wird auch in Entwicklungsländern das Interesse an dieser Methode immer größer. In Lahan begannen wir bereits 2001 mit der Phako-Technik.“
Die guten Ergebnisse mit schneller Wiederherstellung der Sehkraft sprachen sich schnell herum und motivierten mehr und mehr Graue-Star-Patienten, sich in Lahan operieren zu lassen. Ab 1998 wurde die Fishhook-Technik in Lahan zur Standard-Methode für Operationen am Grauen Star.
Phako-Technik setzt sich durch
In Industrieländern ist die Phakoemulsifikation die derzeit gängige Technik bei der Operation des Grauen Stars. Hierbei ist nur ein sehr kleiner Schnitt erforderlich, weil der Linsenkern mittels Ultraschall zerkleinert und anschließend abgesaugt wird. Inzwischen wird auch in Entwicklungsländern das Interesse an dieser Methode immer größer. In Lahan begannen wir bereits 2001 mit der Phako-Technik.“
Seit 1982 lebt und arbeitet CBM-Augenarzt Dr. Albrecht Hennig in Nepal. Mit Unterstützung der CBM hat er eine Augenklinik in Lahan/Nepal und eine zweite im Osten des Landes in Biratnagar aufgebaut. 2009 wurden in den Kliniken über 330.000 Patienten untersucht und über 76.000 Augen-OPs vorgenommen.
- seit 1987 CBM-Fachberater für Augenmedizin
- 1997 entwickelte Dr. Hennig die weltweit bewährte „Fishhook-Technik“ für Graue-Star-Operationen
- 2009 DOC-Kongress für Augenärzte: „Großer Preis“ des Filmfestivals




