Pressemeldung zum 05. Februar 2009
Von Kigali nach Bensheim
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Michael Gahler: Es ist immer wieder verblüffend mit wie wenig Geld in Entwicklungsländern entscheidend geholfen werden kann.© CBM
BENSHEIM. „Es ist immer wieder verblüffend mit wie wenig Geld in Entwicklungsländern entscheidend geholfen werden kann,“ sagte der Europaparlamentarier Michael Gahler (CDU) bei seinem Besuch am Montag, 2. Februar in der CBM-Zentrale in Bensheim. Anlass für den Besuch des 48-jährigen Juristen aus Groß-Gerau war sein Wunsch die CBM näher kennen zu lernen, die eine der größten Hilfsorganisation in seinem Wahlkreis Nord- und Südhessen ist.
Gahler hatte 2007 in Kigali/Ruanda ein CBM-Projekt besucht, wo Kinder mit Klumpfüßen durch eine Operation und anschließende Physiotherapie ein Leben ohne Behinderung ermöglicht wird. CBM-Direktor Martin Georgi erklärte, dass die von Michael Gahler vermittelte Spende von 100.000 Euro die Ausstattung des Hospitals ermöglichte. Jährlich erhalten dort rund 1.000 Kinder medizinische Versorgung, was einem Sechstel des landesweiten Bedarfs Ruandas entspricht.
UN-Konvention mit Leben füllen
Einig waren sich die Gesprächspartner, dass die neue UN-Behindertenrechtskonvention ein internationaler Meilenstein sei, da sie die Rechte behinderter Menschen auf umfassende Teilhabe erstmals verbindlich festschreibt. „Nach den Verpflichtungen müsse die Konvention nun mit Leben gefüllt werden,“ sagte Gahler. Unklar ist allerdings noch, ob die Europäische Union (EU) im Rahmen der Konvention auch für Behinderung in der Entwicklungszusammenarbeit zuständig ist. Als eine der größten Geberinnen in der Entwicklungszusammenarbeit stehe die EU hier in der Pflicht, forderte Georgi. In Zukunft sollen laut Artikel 32 der UN-Konvention behinderte Menschen bereits in der Gestaltung der Entwicklungszusammenarbeit konsequent beteiligt werden.
Schwierige EU-Finanzierung
CBM-Direktor Georgi äußerte sich Gahler gegenüber besorgt, dass die Europäische Union immer weniger Entwicklungsprojekte von Nichtregierungsorganisationen finanziert. Die CBM als langjähriger Partner der EU sei eine von insgesamt 40 deutschen Organisationen die noch EU-Gelder erhalten. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele. Die individuellen Projekte erhielten im Schnitt auch wesentlich weniger Geld. Gleichzeitig habe sich der bürokratische Aufwand erhöht. Gahler, der im Europäischen Parlament über Höhe und Inhalte der Haushaltstitel mitentscheiden kann, versprach das Seine zu tun, um die CBM bei ihrer Aufgabe zu unterstützen.





