Pressemeldung vom 3. Mai 2007

Marathon-Weltrekord für CBM-Botschafterin

Regina Vollbrecht sitzt in Sportkleidung auf einem Rasen neben ihrem schwarzen Hund.
Regina Vollbrecht: Die schnellste blinde Frau der Welt über 42 Kilometer
Bild: CBM/Carsten Rasmus
HAMBURG. Die blinde CBM-Botschafterin Regina Vollbrecht lief beim 22. Conergy-Marathon in Hamburg am 29. April 2007 einen neuen Weltrekord: Mit $3:18:15 Stunden unterbot sie bereits zum dritten Mal in der Hansestadt ihren eigenen Weltrekord im Bereich der blinden Marathonläuferinnen.

"In den letzten Monaten und Wochen hatte ich versucht, mich optimal auf den Hamburg-Marathon vorzubereiten, der am Sonntag, 29. April 2007 stattfand. Mit 1.400 Laufkilometern hatte ich mir eine gute Grundlage geschaffen.

Auch in diesem Jahr hatte Renndirektor Wolfram Götz mir und meinem Guide Zimmer im Athletenhotel "Merkure an der Messe" zur Verfügung gestellt. Ideale Bedingungen also, denn von dort aus läuft man nur knapp 10 Minuten bis zum Start.

Im Vorfeld entspannt

Um das Rennwochenende entspannt zu beginnen, reisten mein Mann und ich bereits am Freitag nach Hamburg. Wir nutzten den ruhigen Abend für lockere Gespräche, beispielsweise mit der Profiläuferin Claudia Dreher, die ich schon aus dem vergangenen Jahr kannte. Am Samstag genossen wir die Atmosphäre auf der Messe und ließen den Tag bei einem gemütlichen Abendessen mit unseren Freunden ausklingen.

Angst vor dem Rennen

Am Sonntagmorgen riss uns dann der Wecker recht früh aus unserem ziemlich unruhigen Schlaf. Und nun stand das Rennen, worauf wir viele Wochen trainiert hatten, unmittelbar bevor. Ich hatte ziemliche Angst davor, denn im vergangenen Jahr erlebte ich in Hamburg meinen wohl härtesten Marathonlauf, auch ausgelöst durch eine kurzfristige Verletzung.

Ich konnte 2006 meine Weltbestzeit zwar um 15 Sekunden verbessern, wäre aber beinahe im Ziel zusammengebrochen. In diesem Jahr musste ich mich mit einer Zerrung arrangieren - daher die Angst. Aber alles sollte nicht so schlimm werden. Zum Glück hatte sich das heiße Wetter vom Vortag deutlich abgekühlt, sodass mich ein kühler, aber sonniger Sonntagmorgen erwartete.

Die ersten 20 Kilometer

Pünktlich um 9 Uhr fiel dann der Startschuss und von meiner Verletzung - dem Adrenalin sei Dank - war nichts mehr zu spüren. Bis Kilometer 20 begleitete mich mein Stammguide Claus Rasmus, der dann seinen eigenen Marathon zu Ende lief. Wir genossen beide die absolut tolle Stimmung auf der Strecke, denn das gute Wetter hatte zahlreiche Zuschauer auf die Straße gelockt und so erlebte ich ein Rennen mit absolut hervorragender Atmosphäre.

Erschöpfung und Motivationsschub

Da mich sehr viele Zuschauer schon von anderen Marathons und vor allem der guten Medienpräsenz aus dem Jahr 2006 kannten, wurde ich besonders angefeuert. Mein Guide konnte darüber nur staunen. Ab Kilometer 20 übernahm dann wie geplant mein Hamburger Guide Sebastian Schneider meine Führung.

Obwohl das Rennen bisher wie geplant verlief, fühlte ich mich schon ziemlich erschöpft und musste das Tempo etwas herausnehmen. Aber die tolle Geräuschkulisse der Zuschauer am Straßenrand, die Motivation durch Sebastian und mein eigener starker Wille ließen mich auch die letzten 22 Kilometer bewältigen.

Tolles Resultat

Nach 3:18:15 h war ich im Ziel und die Weltbestzeit perfekt! Ich war wie immer, völlig erschöpft, mit meiner Zeit sehr zufrieden und froh, dass mich mein Mann im Ziel erwartete. Darüber hinaus erhielt ich zahlreiche Glückwünsche, so auch vom Renndirektor Wolfram Götz. Nach einem kurzen Interview für die Bildzeitung ging es zur Dopingprobe, unterbrochen von der Pressekonferenz, zu der mich Wolfram Götz eingeladen hatte.

CBM-Botschafterin Regina Vollbrecht
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