CBM-Mitarbeiter Matthias Widmaier-Maicher

"Meine Arbeit erfüllt mich"

Bewegende Kinderschicksale im CoRSU-Krankenhaus

Zwei Männer und ein Kind mit
Patrick (rechts) leidet an der Blount-Krankheit. Er wurde am linken Unterschenkel operiert und hatte nun gute Aussichten auf Heilung.
© CBM
3 Personen, an einem Tisch sitzend
Matthias Widmaier-Maicher bei einer Mitarbeiter-Besprechung.
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Matthias Widmaier-Maicher lebt mit seiner Familie seit 2004 in Uganda. Der studierte Sportwissenschaftler und Motologe ist dort Verwaltungsleiter im CoRSU-Krankenhaus in Kampala, einem Rehazentrum für körperbehinderte Kinder. Hier berichtet er von seiner Arbeit:
Patricks O-Beine werden gerade
„Der elfjährige Patrick (Foto oben) ist eines der vielen Waisenkinder, die wir im CoRSU-Krankenhaus in Uganda behandeln. Eine Verwandte kümmert sich um ihn. Der Vollwaise hat im linken Schienbein die Blount-Krankheit. Sie äußert sich in extremen O-Beinen aufgrund deformierter Unterschenkelknochen. Doch im Gegensatz zu O-Beinen, die meistens beim Älterwerden besser werden, verschlechtert sich der Zustand hierbei und das Bein biegt das Knie fast rechtwinklig. Unser CoRSU-Team konnte dem Jungen helfen: Seit Patrick operiert wurde, verbessert sich sein Zustand zusehends. Die Rehabilitation erfolgt nun im Katalemwa Cheshire Home, das mit uns eng zusammenarbeitet.

Über 3000 Operationen im Jahr
Es bereitet mir viel Freude, mit meinen ugandischen Kollegen Kindern wie Patrick zu helfen. Seit Juli 2008 arbeite ich als Verwaltungsleiter im CoRSU-Krankenhaus und bin verantwortlich für mehr als 100 Mitarbeiter, die Finanzen, den Einkauf sowie alle internen Abläufe des Krankenhauses. Wir nehmen hier jährlich über 3.000 Operationen vor. Am häufigsten operieren wir Knochenentzündungen (Osteomyelitis), angeborene Missbildungen und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten - auch Kontrakturen, die durch Verbrennungen entstanden sind. Hierbei ziehen Narben die Haut zusammen, sodass der entsprechende Körperteil stark in der Bewegung eingeschränkt wird.

Unnachahmliches Patientenlächeln
In Uganda gibt es stets Veränderungen in Politik und Gesellschaft. Obwohl sich das Land im Allgemeinen positiv entwickelt, wächst die Armut und damit die Zahl der Behinderungen. Und dennoch: Meine Arbeit erfüllt mich täglich, da ich die Ergebnisse sehe und sich die Patienten mit einem unnachahmlichen Lächeln bedanken.
Kind mit Achselstützen
Stella vor der OP: Eine falsch behandelte Knochenentzündung führte zu einer schweren Deformation ihres linken Beins.
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Kind mit Achselstützen
Stella nach der OP: Bald kann sie zur Schule gehen!
© CBM
Jetzt kann Stella ein normales Leben führen!
So auch die sechsjährige Stella. Als sie ein Jahr alt war, entzündete sich ihr linkes Bein. Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt. Doch eine Narbe verhinderte, dass das Bein normal wachsen konnte. Im Alter von sechs Jahren war ihr Bein so verdreht, dass es in einem 90-Grad-Winkel nach oben zeigte. Ihre Spielkameraden hänselten sie. Stella konnte wegen ihres Beines nicht zur Schule gehen. Doch dann kam sie ins CoRSU-Krankenhaus. Meine Kollegen stellten bei ihr eine Knochenentzündung fest, die nicht richtig behandelt worden war. Seit der Operation ist ihr Bein wieder gerade und sie
kann ein normales Leben führen.

Großer Bedarf an Fachkenntnissen
Stellas Geschichte ist ein Beispiel für die oft mangelhafte Ausbildung des Gesundheitspersonals, vor allem der Krankenschwestern in Uganda. Viele Behinderungen entstehen, wenn Mitarbeiter anderer Gesundheitszentren Malaria falsch behandeln, indem sie z.B. eine Spritze in den Gesäßmuskel injizieren. Wird die Spritze auch nur leicht falsch gesetzt und der Ischiasnerv verletzt, ist das Bein bis zum Fuß gelähmt. Da wir hohe Erwartungen an die Qualität der Arbeit haben, schulen wir neues Personal stets nochmals.

Ein Lächeln – mit zehn Matratzen auf dem Kopf
Auch sonst gibt es viele Unterschiede zwischen dem Leben hier und dem in Deutschland. Vom ersten Tag an faszinierte mich, wie die Menschen hier Gegenstände transportieren. Täglich sehe ich Einheimische mit Särgen auf dem Gepäckträger, Doppelbetten auf dem Motorrad oder über zehn Matratzen auf dem Kopf – und das alles mit einem Lächeln."

Bitte helfen Sie mit!
Die Behandlung einer Knochenentzündung samt OP und Reha kostet 300 Euro.
Die Antiobiotika-Behandlung kostet 40 Euro.

Kennwort:
Knochenentzündung
Link: Grauer Star Simulator der CBM
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Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
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