Presseinformation zum 2. Mai 2011

Über Nacht erblindet

Mehrfacher Paralympics-Sieger besucht im Mai Schulen in Südhessen und Nordbaden – Schüler testen Sinne im CBM-Erlebnisgang

Ein Mann mit Brille im Sportdress, umringt von SchülerInnen
Henry Wanyoike im Gespräch mit SchülerInnen in Deutschland.
© CBM / Meyer
Zwei Läufer
Besuchen im Mai acht Schulen in Südhessen und Nordbaden: Henry Wanyoike (mit Sonnenbrille) und sein Begleitläufer Joseph Kibunja beim MLP Marathon Mannheim Rhein-Neckar 2009.
© CBM / Foto Backofen Mhm
BENSHEIM. Mit 21 Jahren erblindete der spätere Langstreckenläufer und Goldmedaillengewinner Henry Wanyoike über Nacht. Wie er wieder Hoffnung schöpfte und warum er sich heute so engagiert als Botschafter für die CBM einsetzt, darüber berichtet er vom 4. bis 13. Mai in acht südhessischen und nordbadischen Schulen.
Dabei erfahren die Schüler, wie blinde Menschen im Alltag ein selbstständiges Leben führen können und warum die meisten Blinden in Entwicklungsländern leben. Und natürlich erklären der charismatische Kenianer und sein Begleitläufer Joseph Kibunja auch, wie es funktioniert, dass blinde Menschen einen Marathon laufen – und zwar mit großem Erfolg.
Zehn Meter für neue Erfahrungen
Darüber hinaus können die Schüler selbst ausprobieren, wie es ist, sich als blinder Mensch mit einem Taststock fortzubewegen. Ausgestattet mit einer Brille, die die weltweit häufigste Blindheitsursache, den Grauen Star, simuliert, können sie sich zehn Meter durch den Erlebnisgang der CBM tasten.
Zehn Meter, auf denen eine Mülltonne oder eine Treppenstufe zu einer Herausforderung werden. Dafür können sie sich für einige Minuten nicht auf ihr Augenlicht, sondern müssen sich auf die anderen Sinne verlassen, und erleben so die Welt aus der Perspektive blinder Menschen.
Mit Mut aus der Krise
Viele sehende Läufer träumen von Henrys Zeiten. Bei den Paralympics 2000 in Sydney gewann er Gold. Den Hamburg-Marathon im April 2005 lief er in Weltbestzeit (2:31:31). Bei den Paralympics in Peking 2008 gewann er Bronze über 5.000 Meter (15:47:17). Wanyoike läuft im Training bis zu 30 Kilometer am Tag. Als Botschafter des IPC (Internationalen Paralympischen Komitees) will er deutlich machen, dass auch Menschen mit Behinderungen im Sport Außergewöhnliches zustande bringen. Dabei macht der Kenianer stets auf die Christoffel-Blindenmission aufmerksam. Der Grund: Nach dem plötzlichen Verlust seines Augenlichts erlebte Henry Wanyoike eine tiefe persönliche Krise. In einem CBM-geförderten Projekt im kenianischen Kikuyu machten ihm die Mitarbeiter wieder Mut  und unterstützten ihn in seinem Wunsch, Profi-Läufer zu werden. Seither setzt sich Wanyoike für die Rechte behinderter Menschen ein.
Behinderungen verhüten und heilen
Derzeit fördert die CBM fast 900 Projekte in 99 Ländern. Im vergangenen Jahr wurden durch die CBM weltweit 24 Millionen Menschen untersucht, behandelt oder gefördert. Die CBM ist Mitinitiator der weltweiten Kampagne „VISION 2020“, deren Ziel es ist, dass es im Jahr 2020 keinen blinden Menschen mehr gibt, dessen Leiden verhütbar oder heilbar wäre. Seit 2002 hat die CBM Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UN). Vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) wird die CBM zu den empfohlenen Spendenwerken gezählt. 
Besuchstermine für Henry Wanyoike und den CBM-Erlebnisgang:
am 4. Mai im USS-Bildungszentrum, Heidelberg,
am 5. Mai in der Erich-Kästner-Schule, Bürstadt,
am 6. Mai in der Schlossbergschule, Bensheim,
am 9. Mai in der Felsenmeerschule, Reichenbach,
am 10. Mai in der Hemsbergschule, Bensheim,
am 11. Mai in der Internationalen Schule, Seeheim-Jugenheim,
am 12. Mai in der Ernst-Reuter-Schule, Groß-Umstadt,
am 13. Mai im Goethe-Gymnasium, Bensheim
Link: Grauer Star Simulator der CBM
Link: Brailleübersetzer der CBM
Link: Fingeralphabet
Link: Wissenstest zum Thema Katarakt
Link: Auslegung der Monatsandacht durch Mitarbeiter der CBM
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