Information vom 16. November 2010
Engagement auch nach der Aufklärungstour
Vorträge und Medienarbeit sorgen für Nachhaltigkeit
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Regina Karasch (CBM) begrüßt Sebastian Burger, während eine Gebärdendolmetscherin (rechts) übersetzt.© CBM
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Sebastian Burger (am Rednerpult) spricht über seine Tour durch Südamerika. Eine Dolmetscherin übersetzt seinen Vortrag für die gehörlosen Zuhörer in die Gebärdensprache.© CBM
Bensheim. Die Radtour „Vamonos en señas - Lasst uns mit Zeichen aufbrechen“ durch Südamerika ist vorüber, die Arbeit von Sebastian Burger noch lange nicht, denn er sorgt weiterhin mit Vorträgen und Medienarbeit dafür, dass gehörlose Menschen stärker wahrgenommen werden:
Der Vortrag in der Christoffel-Blindenmission ist gut besucht. Rund 60 Menschen sind gekommen, um sich von den Bildern und Erzählungen von Sebastian Burger mitnehmen zu lassen auf eine Tandem-Reise durch Brasilien, Bolivien Peru und Ecuador. Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzen für die zahlreichen hörbehinderten Interessierten.
Mit insgesamt elf Leuten reiste der gebürtige Jugenheimer vier Monate mit Tandems durch Brasilien, Bolivien, Ecuador und Peru, um vor Ort Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Übernachtet hat das Team aus hörenden und gehörlosen Radlern aus Deutschland und Südamerika in Zelten. Gemeinsam besuchten sie Regelschulen, um die Kinder und Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren. Immer wieder haben sie Workshops für Gebärdensprache gegeben. Dabei wurden sie von ortsansässigen Gebärdenlehrern und Gehörlosen unterstützt. Denn anders als es sich Hörende oft vorstellen, ist die Gebärdensprache nicht international verständlich, sondern teilweise schon regional unterschiedlich.
Gleichzeitig haben die südamerikanischen Kinder und Jugendlichen gelernt: Mit Gebärden lässt sich alles kommunizieren – auch hochkomplexe Themen. „Hallo, mein Name ist…“, „Wie geht es Dir?“ oder „Mit geht es gut/schlecht.“ – diese Sätze konnten alle nach dem Workshop in Gebärden sprechen. Ein Programm mit großer Wirkung – und das nicht nur in der Bildung: Die Truppe um Burger musste immer wieder Interviews geben und konnte eine starke Medienpräsenz für sich verbuchen, wusste Burger zu berichten. In Sucre, im CBM-Projekt „Centro de Audiología“ war der Besuch der deutschen Gruppe sogar Anlass für eine Demonstration unter dem Motto „Ich bin gehörlos, nicht taub – ich rede mit den Händen“. Die Projektmitarbeiter sowie die Kinder und Jugendlichen haben mit Plakaten auf ihre Situation aufmerksam gemacht.
Die vielen Erfolge und Fotos von atemberaubenden Landschaften täuschen aber auch: „Das ist nicht immer Sun-Fun-Coconut“, zitiert der studierte Fotograf einen seiner deutschen Professoren. Die Tour war körperlich anstrengend für alle, immer wieder wurden sie von Krankheit ausgebremst und hatten Probleme dabei, einheimische Mitreisende zu gewinnen, die sie in ihrer Arbeit unterstützen. Auch was sie zu sehen bekamen, war für die Europäer nicht immer einfach zu verstehen und zu verarbeiten. Vielen Eltern sei es peinlich, ein gehörloses Kind zu haben, denn nach wie vor setzen viele, vor allem in ländlichen Regionen, Gehörlosigkeit mit Dummheit gleich. Umweltproblematik, Politik oder das Verhältnis von Arm und Reich – die kulturellen Erfahrungen kamen nicht zu kurz im Vortrag von Sebastian Burger.
Mit insgesamt elf Leuten reiste der gebürtige Jugenheimer vier Monate mit Tandems durch Brasilien, Bolivien, Ecuador und Peru, um vor Ort Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Übernachtet hat das Team aus hörenden und gehörlosen Radlern aus Deutschland und Südamerika in Zelten. Gemeinsam besuchten sie Regelschulen, um die Kinder und Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren. Immer wieder haben sie Workshops für Gebärdensprache gegeben. Dabei wurden sie von ortsansässigen Gebärdenlehrern und Gehörlosen unterstützt. Denn anders als es sich Hörende oft vorstellen, ist die Gebärdensprache nicht international verständlich, sondern teilweise schon regional unterschiedlich.
Gleichzeitig haben die südamerikanischen Kinder und Jugendlichen gelernt: Mit Gebärden lässt sich alles kommunizieren – auch hochkomplexe Themen. „Hallo, mein Name ist…“, „Wie geht es Dir?“ oder „Mit geht es gut/schlecht.“ – diese Sätze konnten alle nach dem Workshop in Gebärden sprechen. Ein Programm mit großer Wirkung – und das nicht nur in der Bildung: Die Truppe um Burger musste immer wieder Interviews geben und konnte eine starke Medienpräsenz für sich verbuchen, wusste Burger zu berichten. In Sucre, im CBM-Projekt „Centro de Audiología“ war der Besuch der deutschen Gruppe sogar Anlass für eine Demonstration unter dem Motto „Ich bin gehörlos, nicht taub – ich rede mit den Händen“. Die Projektmitarbeiter sowie die Kinder und Jugendlichen haben mit Plakaten auf ihre Situation aufmerksam gemacht.
Die vielen Erfolge und Fotos von atemberaubenden Landschaften täuschen aber auch: „Das ist nicht immer Sun-Fun-Coconut“, zitiert der studierte Fotograf einen seiner deutschen Professoren. Die Tour war körperlich anstrengend für alle, immer wieder wurden sie von Krankheit ausgebremst und hatten Probleme dabei, einheimische Mitreisende zu gewinnen, die sie in ihrer Arbeit unterstützen. Auch was sie zu sehen bekamen, war für die Europäer nicht immer einfach zu verstehen und zu verarbeiten. Vielen Eltern sei es peinlich, ein gehörloses Kind zu haben, denn nach wie vor setzen viele, vor allem in ländlichen Regionen, Gehörlosigkeit mit Dummheit gleich. Umweltproblematik, Politik oder das Verhältnis von Arm und Reich – die kulturellen Erfahrungen kamen nicht zu kurz im Vortrag von Sebastian Burger.




