Pressemeldung zum 04. Mai 2009
Spitzensportler übergibt Siegerurkunde
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Henry Wanyoike: Ich will weiter für die Rechte behinderter Menschen kämpfen.© CBM / Meyer
HEPPENHEIM. Der Preis für das beste Unterrichtsprojekt beim bundesweiten Schülerwettbewerb "Behinderung verstehen" 2008 der CBM geht an die Schüler der Nibelungenschule in Heppenheim. Die Schüler hatten sich im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam mit Eltern, Angehörigen und Lehrern zugunsten blinder Kinder engagiert. Dabei sammelten sie insgesamt mehr als 5.000 Euro um die Arbeit der CBM zu unterstützen.
Schüler erarbeiten 40 Operationen
Durch kleine Jobs in der Familie oder bei Nachbarn erarbeiteten die Grundschüler bei der letzten Aktion anlässlich des St.-Martins-Festes 2.615 Euro. Im vorigen Schuljahr hatten sie bereits 1001 Windlichter gebastelt und verkauft, schon damals waren 2.500 Euro zusammen gekommen. Mit dem Geld konnte die CBM insgesamt 40 Kinder am Grauen Star operieren und ihnen so das Augenlicht wieder geben. Die Operation kostet bei Kindern wegen der nötigen Vollnarkose 125 Euro – bei Erwachsenen reichen sogar 30 Euro.
Paralympics-Sieger erzählt aus seinem bewegten Leben
Gewonnen haben die Kinder der Nibelungenschule einen Unterrichtsbesuch des blinden Langstreckenläufers und CBM-Botschafters Henry Wanyoike , der am 8. Mai den Unterricht mitgestaltet. Dabei erzählt der mehrfache Goldmedaillengewinner aus Kenia, der mit 21 Jahren quasi über Nacht erblindete, wie er lernte mit seiner Behinderung umzugehen und warum er sie heute sogar als Chance betrachtet. In diesem ungewöhnlichen Unterricht erfahren die Schüler auch, wie blinde Menschen im Alltag ein selbstständiges Leben führen können und warum die meisten Blinden in einem Entwicklungsland leben. Und natürlich erklären der charismatische Ostafrikaner und sein Begleitläufer Joseph Kibunja auch wie es funktioniert, dass blinde Menschen einen Marathon laufen – und zwar mit großem Erfolg.
Viele sehende Läufer träumen von Henrys Zeiten. Bei den Paralympics 2000 in Sydney gewann er Gold. Den Hamburg-Marathon im April 2005 lief er in Weltbestzeit (2:31:31). Bei den Paralympics in Peking 2008 gewann er Bronze über 5.000 Meter (15:47:17). Wanyoike läuft im Training bis zu 30 Kilometer am Tag. Als Botschafter des IPC (Internationalen Paralympischen Komitees) will er deutlich machen, dass auch Menschen mit Behinderungen im Sport Außergewöhnliches zustande bringen. Dabei macht Wanyoike stets auf die Christoffel-Blindenmission aufmerksam. Der Kenianer wurde er in einem CBM-geförderten Projekt für Sehgeschädigte im kenianischen Kikuyu behandelt und rehabilitiert.
Der erfolgreiche Paralympics-Athlet freut sich auf die Schüler, die sich so engagiert für andere einsetzen und übergibt um 11 Uhr die Siegerurkunde.
Für drei Minuten blind
Wie es sich anfühlt, blind zu sein, können die Schüler der ersten Klassen am Freitag selbst ausprobieren. Im Erlebnisgang der CBM haben sie die Möglichkeit, für einige Minuten die Welt aus der Perspektive blinder Menschen zu erleben. Die anderen Klassen hatten den CBM-Erlebnisgang bereits im letzten Schuljahr kennen gelernt.
Hilfe für 20,5 Millionen Augenkranke
Derzeit fördert die Christoffel-Blindenmission in mehr als 100 Ländern der "Dritten Welt" rund 1.000 Hilfsprojekte. Die CBM ist Mitinitiator der weltweiten Kampagne "VISION 2020", deren Ziel es ist, dass es im Jahr 2020 keinen Blinden mehr gibt, dessen Leiden verhütbar oder heilbar gewesen wäre. Allein im Jahr 2007 wurden in CBM-geförderten Projekten rund 20,5 Millionen augenkranke und erblindete Menschen untersucht und behandelt.
Vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (dzi) erhält die CBM seit Jahren regelmäßig das Spendensiegel.




