Schwester Gloria klärt Kinder über Trachom auf

Gesundheitsaufklärung stoppt Trachom

Schwester Glorias Kampf gegen Blindheit

Schwester Gloria untersucht die Augen eines Kindes
Missionsschwester Gloria Sauck untersucht die Augen eines Kindes.
© CBM
Eine große Schar Kinder lässt sich auf Holzbänken nieder und wirbelt dabei den staubigen Feldboden auf. "Guten Morgen Kinder, heute werden wir über Trachom sprechen", begrüßt Schwester Gloria Sauck die 272 Grundschüler der Klassen eins bis drei in Samburu in Nordkenia. Die Krankenschwester und augenärztliche Assistentin arbeitet in der Gesundheitsstation Arsim, die eine Autostunde entfernt liegt. Die CBM hat das Augengesundheitsprogramm aufgebaut. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Trachombehandlung und -verhütung. Damit die Menschen an Trinkwasser gelangen, unterstützt die CBM zudem den Brunnenbau.
Augenlidvernarbung infolge von Augeninfektionen
An diesem Morgen hören die Kinder Gloria aufmerksam zu. "Vielleicht habt ihr schon gesehen, wie ich bei euren Eltern nach innen gebogene Augenlider nach außen wende." Gloria zieht ihre eigenen Wimpern nach oben. Hellrosa Bindehaut wird sichtbar. "Hier versteckt sich die Krankheit am liebsten", sagt Gloria. Dann erklärt sie kindgerecht, wie Trachom entsteht: "Als Erstes schwellen eure Augen an, jucken und werden rot. Vielleicht heilen sie bald wieder. Doch oft kommt die Krankheit wieder und das mehrmals hintereinander. Auf der Bindehaut des oberen Lids und auf der Hornhaut bilden sich Bläschen. Es entstehen Narben, auch auf der Innenseite des Oberlids. Das Schlimme ist, dass sich das vernarbte Gewebe zusammenzieht. Das Lid rollt sich nach innen", so Gloria.
Wimpern zerkratzen die Hornhaut
Das demonstriert sie: Ihre gewölbte Hand stellt einen Augapfel, ihre Finger die Wimpern dar. Sie bewegt die Finger und fährt mit scheuernden Bewegungen über die Hand. "Das passiert, wenn Trachom die Augenlider nach innen wendet: Die Wimpern werden nach unten abgebogen, kratzen über die Hornhaut und verletzen sie. Das tut sehr weh. Viele entfernen ihre Wimpern deshalb mit einer Pinzette", so Gloria.
Kinder Waschen ihre Hände an einem Eimer mit Loch im Boden
Zwei Liter Wasser: Durch das Loch im Eimer fließt gerade so viel, dass sich 70 Kinder damit Hände und Gesicht waschen können.
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2 Liter Waschwasser für 70 Kindergesichter und  -hände
Gloria erklärt, dass die Krankheit z.B. durch schmutzige Hände übertragen wird. Mütter können die Krankheit übertragen, wenn sie das Auge ihres kranken Kindes berühren und anschließend ihr eigenes Auge oder das eines anderen Kindes. "Auch Fliegen können Trachom verursachen: Sie landen zuerst im Dreck und dann in unseren Augen. Darum müssen wir unsere Hände und das Gesicht zweimal am Tag waschen", so Gloria. Doch Wasser ist knapp in Samburu. Deshalb hängt ein Zwei-Liter-Eimer an einem Seil von einem Baum herab. In seinem Boden ist ein Loch, aus dem das Wasser heraustropft. Die Schüler der Klassen eins bis drei stellen sich hinter dem Eimer auf. Mit einer einzigen Füllung waschen sich 70 Kinder das Gesicht.
Eine Frau zeigt ihrem Kind eine Tube
Die Augensalbe, die Namaria von Schwester Gloria erhalten hat, schützt sie und ihr Kind vor Trachom.
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Endlich wieder arbeiten!
Gloria unterrichtet nicht nur an Schulen. Die Krankenschwester untersucht in ihrer mobilen Klinik auch Patienten und nimmt Lidoperationen vor. Eine ihrer Patientinnen ist Anna Lekadaa. Sie wurde vor einem Monat an Trachom operiert. Ohne Behandlung wäre sie erblindet. - Heute kommt Anna zur Nachuntersuchung zu Schwester Gloria. Sie erzählt fröhlich: "Vor der Operation hatte ich Probleme mit meinem linken Auge. Ich hielt es die ganze Zeit geschlossen und musste stets eine Hand darüber halten. Nun kann ich es wieder öffnen! Jetzt kann ich auch wieder Gras für meine Kühe und Ziegen holen und ein bisschen in der Hütte arbeiten." Anna dankt allen, die ihr geholfen haben, und betet für sie.
Daneben sitzt Namaria auf einem Klappstuhl. Sie stillt ihren Sohn Ltaliya, der auf ihrem Schoß sitzt. Namarias Augen wurden bereits untersucht und sind in Ordnung. Der Junge aber hat Trachom. Die 18-Jährige war schon öfter hier. "Ltaliya hatte schon mehrmals Probleme mit den Augen. Während der Regenzeit kommen jede Menge Fliegen. Sie übertragen die Krankheit", klagt die junge Mutter: "Hinzu kommt, dass das Wasser nicht sauber ist. Ich bete, dass Gott mich und mein Kind vor Trachom bewahrt."
Eine Salbe schützt vor Trachom
Glücklicherweise hat sie sich nicht bei ihrem Sohn angesteckt. Wohl wegen der Augensalbe, die Schwester Gloria ihr gegeben hat. "Ich möchte, dass mein Junge ein gutes Leben hat", sagt sie.

Helfen Sie mit!

Eine lächelnde Frau
Anna Lekadaa freut sich: Seit der Trachom-OP kann sie wieder arbeiten.
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Bekämpfen auch Sie Trachom, damit Kinder nicht länger ihre blinden Großeltern führen müssen, sondern stattdessen zur Schule gehen können.
Nach einer Lidoperation können Eltern wieder arbeiten, die Landwirtschaft und das Vieh versorgen. Vielen Dank!
Eine Lidoperation kostet durchschnittlich 20 Euro.
Für wenige Euro kann Zithromax (und das die Augensalbe ersetzt) verteilt werden, das vor Trachom schützt.
Kennwort: Trachom
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