Meldung zum 25. Februar 2009

Die Kinder in Atfaluna/Gaza gehen wieder zur Schule

Gebärdende Kinder mit Lehrerin vor Legobausteinen
Archivbild:  Dieses Foto aus dem Gehörlosenzentrum Atfaluna zeigt, wie fröhlich die Kinder beim Lernen sein können!
© CBM
BENSHEIM. Im Januar starben im Gaza-Streifen bei israelischen Bombenangriffen über 1300 Menschen. Die lokale Infrastruktur hat schweren Schaden genommen. 1,5 Millionen Palästinenser waren ohne Wasser und Strom. 21.000 Gebäude wurden ganz oder teilweise zerstört. Das CBM-geförderte Gehörlosenprojekt in Gaza-Stadt, das Atfaluna-Zentrum, das ebenfalls stark beschädigt wurde, konnte im Februar seinen Schulbetrieb wiederaufnehmen.
Alles verloren
41 Schüler und Angestellte des Zentrums mussten wegen der Angriffe ihr Zuhause verlassen. Darunter haben sechs all ihr Hab und Gut verloren, da ihre Häuser völlig zerstört wurden. Der Vater eines Atfaluna-Kindergartenkinds berichtete: "Meine beiden Kinder haben keine Kleider mehr, keine Bücher, noch nicht einmal mehr ihre Hörgeräte!" - Viele Familien mussten in Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten/UNRWA untergebracht werden. Eine Atfaluna-Mitarbeiterin, die dort Unterkunft gefunden hatte, war froh, als ein Bus aus dem Zentrum mit Kollegen dorthin gefahren kam: "Ich bin so glücklich, Euch zu sehen! Ich hätte gar nicht gedacht, dass ihr euch so um mich sorgt! Danke, dass ihr gekommen seid, um zu sehen, wie es mir geht!"
Ein Stück Normalität für die Schüler
Die Wiedereröffnung der Schule bedeutet für die Schulkinder die Rückkehr in einen gewohnten Alltagsrhythmus. Die jüngsten Gewalterlebnisse werden sie jedoch weiterhin belasten; das Lehrpersonal steht vor der großen Herausforderung, trotz widriger Umstände den Unterricht zu halten.
Spezielle Hilfsangebote für Traumatisierte
Die Projektmitarbeiter haben spezielle Hilfsprogramme entwickelt. So suchen sie z.B.  bei mobilen Einsätzen Betroffene mit gehörlosen Familienmitgliedern auf, um sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Außerdem wurde ein Notfall-Beratungsteam gebildet, das sich um kurz- und, wo nötig, langfristige Unterstützung besonders Bedürftiger kümmert. Auch ein psycho-sozialer Betreuungsdienst für die Atfaluna-Schüler und ihre Familien nimmt seine Arbeit auf.
Hilfe bei Hörschäden nach Bombenexplosionen
Geplant sind darüberhinaus Screenings in den besonders betroffenen Gebieten, bei denen das Hörvermögen der Menschen getestet wird, die bei den heftigen Explosionen während der Angriffe möglicherweise Gehörschäden erlitten.
Für die vielen neuen Aufgaben unseres Projektpartners werden weiterhin zusätzliche Gelder benötigt.

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