Pressemeldung zum 19. Juni 2009

Schüler-experimentieren-Sonderpreis der CBM

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© CBM
BENSHEIM/HÖSBACH. Der diesjährige Sonderpreis der CBM "Innovationen für Menschen mit Behinderung" im Rahmen von "Schüler experimentieren" der Stiftung „Jugend forscht“ in Bayern  wurde an Tobias Hage verliehen. Der 13-jährige Schüler des Hanns-Seidel-Gymnasiums in Hösbach überlegte sich, wie man Sprache optisch darstellen und somit gehörlosen Menschen eine Möglichkeit bieten kann, ihre Aussprache zu verbessern.
Problem des Nicht-Verstehens und Nicht-Verstanden-Werdens
Kommunikationsprobleme hat jeder manchmal. Lebensbeeinträchtigend wird es, wenn das Kommunikationsproblem ein alltägliches Phänomen ist und dazu führt, dass sogar ein Gespräch im Kreise der Familie zu einer schwierigen Herausforderung wird. In solch einer Situation befinden sich gehörlose Menschen ständig. Sie können ihr Gegenüber akustisch nicht verstehen und auch Wörter oft nicht richtig aussprechen – weil sie ihr Gesprochenes selbst nicht hören – und werden darum schlecht verstanden. So kam Tobias auf die Idee, man müsste Gehörlosen zeigen können, wie ein korrekt ausgesprochenes Wort aussieht.
Das im Internet frei zugängliche Programm "audacity" ermöglicht die Umsetzung seiner Idee. Es erstellt ein Zeit-Amplituden-Diagramm, welches – ähnlich wie ein Sonogramm Vogelstimmen aufzeichnet – Sprachfrequenzen als Wellen darstellen kann. So kann ein hörender Mensch Worte aufzeichnen und das Programm wandelt sie in "Wellenbilder" um. Dem Gehörlosen ist es dadurch möglich diese anzusehen. Darüberhinaus kann er auch seine eigene Stimme aufnehmen und das so entstandene Bild mit dem im Programm hinterlegten Original vergleichen. Die Idee für die Entwicklung eines eigenen Programms hat Tobias auch schon.
Die CBM freut sich über das Engagement des Erfinders, der gehörlosen Menschen durch die Möglichkeit ihr Sprachvermögen zu verbessern, den Alltag erleichtert und belohnt dies mit ihrem Sonderpreis. 
650 Millionen Menschen mit Behinderungen
Weltweit gibt es über 650 Millionen Menschen mit Behinderungen, die meisten davon leben in Entwicklungsländern. Sie sind viel stärker von gesellschaftlicher Ausgrenzung betroffen als hierzulande, ihre Ausbildungs- und Berufschancen sind denkbar schlecht. Der CBM-Sonderpreis auf Landesebene ist mit 150 Euro dotiert und zeichnet kreative Ideen und Forschungen aus, die helfen Behinderungen zu vermeiden, behinderten Menschen den Alltag erleichtern und zu mehr Chancengleichheit hier und in den Entwicklungsländern beitragen.
Ziel: selbstständigeres Leben ermöglichen
Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderung in rund 1.000 Projekten weltweit ein selbstständigeres Leben. Medizinische Hilfe, Rehabilitation und Integration in die Gesellschaft stehen dabei im Vordergrund, z.B. durch die Unterstützung von Augenhospitälern, Blindenschulen, Förderprogrammen für Hörgeschädigte und Körperbehinderte.
Nach Landesebene folgt auch auf Bundesebene Prämierung
Nach der Prämierung auf Landesebene haben alle Teilnehmer die Chance, den von der CBM im Rahmen von "Jugend forscht" ausgeschriebenen Bundes-Sonderpreis zu erhalten. Bevorzugt werden innovative Ideen ausgezeichnet, die sich mit den Themen Behinderung und Rehabilitation in Entwicklungsländern auseinandersetzen. Der Preis ist mit 300 Euro dotiert.
Die CBM ist ein freies Hilfswerk von Christen verschiedener Konfessionen, die der Auftrag verbindet, augenkranken, blinden und anders behinderten Menschen in den armen Ländern zu helfen. 2008 feierte die CBM ihr 100-jähriges Jubiläum.
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