Sambia

"Zikomo Dr. Uta!" - Danke!

Neue HNO-Abteilung im "Beit-CURE Children´s Hospital" in Lusaka

Eine Frau untersucht das Ohr einer anderen Frau, die ein Kind auf dem Rücken trägt
© CBM
Haus
Noch ist die neue HNO-Klinik eine Baustelle ...
© CBM
In Sambia ist Dr. Uta Fröschl eine Ausnahme, eine Seltenheit: Sie ist eine der wenigen HNO-ÄrztInnen im ganzen Land. Seit Februar 2010 wohnt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Lusaka, der Hauptstadt Sambias, und baut dort zusammen mit der CBM eine neue HNO-Abteilung in einem Kinderkrankenhaus auf.
 
„Das ist eine geniale Aufgabe“, sagt die seit Jahren in Afrika lebende Ärztin, „find´ ich total spannend.“ Und es ist eine wichtige Aufgabe: In ganz Sambia gibt es nur ein weiteres Krankenhaus mit Hals-Nasen-Ohren-Abteilung. Operiert wird dort nur einmal die Woche an einem halben Tag. Das ist keine ausreichende Versorgung für die rund zwölf Millionen Einwohner Sambias. Manche warten ein Jahr auf eine einfache Mandel-OP! Andere können sich eine Behandlung gar nicht leisten. Glücklicherweise gibt es bald die neue Vollzeitklinik, die auch armen Menschen eine erschwingliche HNO-Versorgung anbietet. Und zum Glück ist jetzt „Doktor Uta“ da - so wird die Ärztin hier genannt, denn "Fröschl" ist für die sambischen Kollegen nur schwer auszusprechen.
Platzmangel hat bald ein Ende
In der neuen Klinik ist die HNO-Ärztin die treibende Kraft. An zwei Tagen in der Woche werden derzeit Patienten behandelt. An den anderen Tagen macht Uta Fröschl wichtige Werbung für das HNO-Angebot in der ganzen Stadt, z.B. mit Außeneinsätzen in amen Stadtteilen. Sie bildet Klinikpersonal aus, überwacht die Baufortschritte des HNO-Trakts und bestellt die Ausstattung. Der Neubau ist schon fast fertig. Bis dahin behandelt Dr. Fröschl ihre Patienten in einem winzigen Zimmer im Orthopädie-Gebäude. Kein Wunder, dass sie sich aufs Einziehen in die neuen großen Räume freut: „Dann können wir täglich Sprechstunden halten und es können noch mehr Patienten behandelt werden.“
Chirurgin bei der Arbeit
Dr. Uta Fröschl operiert Chewe die Mandeln heraus.
© CBM
Eine Frau schaut in den Mund eines Kindes
Blick in Chewes Rachen am Tag nach der OP: "Noch geschwollen, aber verheilt gut!"
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Achtung: Gespenster
Viele kleine Patienten kommen mit Fremdkörpern im Ohr wie kleinen Käfern, Kakerlaken oder Styropor. Chewe, sechs Jahre, hat ein ganz anderes Problem: Seine Rachenmandeln sind so riesig, dass er nicht richtig durch die Nase atmen kann und fürchterlich schnarcht. Er wacht nachts oft auf, weil er keine Luft bekommt. So kann er nur unruhig schlafen und schlecht essen. Mit seiner alleinerziehenden Mutter und zwei Geschwistern wohnt er in einem Slum in Lusaka. Uta Fröschl operiert ihm die Mandeln heraus – „nicht dass das zu einer Mittelohrentzündung führt oder sich aufs Herz schlägt“. Chewe hat Angst und fragt, ob sie und die Menschen in den OP-Kitteln Gespenster sind. „Ist es ein Alptraum?“, will er wissen.

Endlich durchatmen
Dr. Fröschl arbeitet routiniert und schnell: „Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn die OP gut verlaufen ist.“ Als sie Chewe am nächsten Tag in der Krankenstation besucht, bedankt sich seine Mutter Eunice erleichtert: „Zikomo! („Danke“ in Nyanja, einer der Landessprachen Sambias) – Chewe hat so gut geschlafen. Er hat gar nicht geschnarcht und keine Atemaussetzer gehabt. Ich bin so glücklich, Doktor, ich kann gar nicht sagen wie!“ Und Chewe geht es schon wieder so gut, dass er tanzt wie der Popstar Michael Jackson. Keine Spur mehr von Angst.
Porträt eines kleinen, lächelnden Jungen
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Dankbarkeit motiviert
Und was motiviert "Dr. Uta" tagtäglich in ihrem Beruf? "Dass ich viele sinnnvolle Dinge tun kann. Und wenn Patienten nach einer Behandlung wieder hören, dann kommt ihnen so ein Strahlen über´s Gesicht - ihre Dankbarkeit ist toll! Man weiß eben, dass man ihnen wirklich geholfen und Schlimmeres verhindert hat."
Bitte helfen Sie mit!
Ohrentropfen gegen Mittelohrentzündung für zehn Kinder kosten 10 Euro.
Die Kosten einer Mandel-OP belaufen sich auf 300 Euro.

Kennwort: HNO
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