Pressemeldung vom 11. Oktober 2007
Behinderte Menschen sind die größte Minderheit
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Joana Zimmer am Rednerpult: Die CBM-Botschafterin eröffnete den Parlamentarischen Abend.
Foto: CBM/Hartung
"Behinderte Menschen stellen mit rund zehn Prozent Anteil an der Weltbevölkerung die größte Minderheit weltweit", erklärte Rika Esser, Lobbybeauftragte der CBM: "Menschen mit Behinderungen sind in der armen Bevölkerung überrepräsentiert. Wer arm ist, hat ein vielfach höheres Risiko behindert zu werden. Daher wird man das Problem der weltweiten Armut nur lösen können, wenn ihre Bedürfnisse bei Prozessen wie den Millenniumsentwicklungszielen durchgängig berücksichtigt werden."
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Auf dem Podium: Rika Esser (CBM, 1. von links), Dr. Matthias Rompel (GTZ), Volker Metzger (Moderator), Martin Georgi (CBM -Direktor), Christin Lidzba (ehemalige CBM -Mitarbeiterin).
Foto: CBM/Hartung
Eine entscheidende Rolle nimmt dabei die vor fast einem Jahr von den Vereinten Nationen beschlossene Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Für den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) Franz Thönnes stellt dieser Beschluss einen enormen Schub da, denn er garantiert die gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen.
Er hofft auf einen möglichst zügigen Ratifizierungsprozess, so dass die Konvention bald auch weltweit verbindlich wird. Bislang wurde sie von sieben Staaten ratifiziert, Deutschland ist noch nicht darunter. Mindestens 13 weitere Länder müssen noch folgen, ehe die 650 Millionen Menschen mit Behinderungen weltweit das Recht darauf haben, dass ihre Belange bei allen relevanten Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden müssen.
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Im Gespräch: Karin Kortmann (Staatssekretärin, links), Volker Metzger (Moderator), Franz Thönnes (Staatssekretär).
Foto: CBM/Hartung
Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, erwartet, dass dadurch die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse von Behinderten selbstverständlicher in die Gesellschaft integriert werden. In Regierungsverhandlungen Deutschlands mit Entwicklungsländern können Fragen zur Berücksichtigung behinderter Menschen künftig vermehrt gestellt werden. Sie hofft, dass bald auch in den armen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas die bereits installierten bzw. noch zu installierenden sozialen Sicherungssysteme greifen und somit der Teufelskreis von Armut und Behinderung durchbrochen werden kann.
Die CBM, die sich seit 1908 für die Belange behinderter Menschen einsetzt, wird ihren 100. Geburtstag im nächsten Jahr dazu nutzen, sich verstärkt als menschenrechtsbasierte Hilfsorganisation vorzustellen. "Wir wollen erreichen, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt leben können und nicht länger ausgegrenzt werden", erklärte dazu CBM-Direktor Martin Georgi vor den Politikern in Berlin, "das bedeutet auch, dass wir in Zukunft als eine Hilfsorganisation wahrgenommen werden wollen, die nicht nur der Anwalt für Augenkranke und Blinde ist, sondern sich auch für gehörlose, körper- oder geistig behinderte Menschen einsetzt."
Er verwies darauf, dass es zum Beispiel keine vergleichbare Organisation gibt, die in den armen Ländern rund 100 Einrichtungen für mehr als 45.000 hörgeschädigte Menschen fördert. Insgesamt unterstützt die CBM in mehr als 100 Ländern über 1.000 Entwicklungsprojekte. Dazu zählen Augenkrankenhäuser, landesweite Blindheitsverhütungsprogramme oder Rehabilitationseinrichtungen für Menschen mit verschiedenen Behinderungen.





