Rehazentrum für Uganda

Projekthintergrund

Kind auf einem Rollbrett
Dennis macht Fortschritte: Die Knochentzündung des zehnjährigen Jungen wird im CBM-geförderten Projekt behandelt.
Foto: Argum/Einberger
Uganda liegt mitten in Ostafrika, umgeben vom Sudan, von Kenia, Tansania, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Unter den rund 29 Millionen Einwohnern sind etwa zehn Prozent Menschen mit Behinderungen. Die Behinderung eines Familienmitglieds bedeutet in einer Agrargesellschaft wie Uganda eine große soziale und wirtschaftliche Bürde für die Angehörigen.

Behinderung gilt oft als Strafe Gottes

Der Betroffene kann nicht bei der täglichen Arbeit helfen, seine Betreuung braucht zusätzlich Zeit, die den anderen Familienmitgliedern wiederum an ihrer Arbeitszeit fehlt. Eine Behinderung gilt zudem oft als Strafe Gottes, behinderte Menschen werden häufig schamhaft vor anderen versteckt. Sie leben isoliert, in völliger Abhängigkeit von ihrer Familie, ohne Aussicht auf Schulbildung oder berufliche Möglichkeiten.

Rund ein Drittel der Menschen mit Behinderungen in Uganda sind körperlich behindert, also etwa eine Million. Für 200.000 dieser Menschen, größtenteils Kinder und Jugendliche, würde ein chirurgischer Eingriff mit anschließender Rehabilitation ein ganz neues, selbstständiges Leben bedeuten – doch es gibt nicht genügend Behandlungskapazitäten.

Immer mehr Menschen mit Behinderungen werden erreicht

Zwar widmeten sich von den CBM-geförderten Projekten in Uganda bisher schon sieben auch der Betreuung Körperbehinderter. Durch ihre professionelle Arbeit wurden immer mehr Menschen mit Behinderungen erreicht, vor allem auch in den ländlichen Gebieten. Doch dies reichte nicht aus, um den immensen Bedarf zu decken – insbesondere, wenn orthopädische oder wiederherstellende, plastische Operationen nötig waren.

Solche Operationen wurden fast ausschließlich in der Orthopädie-Abteilung des Mengo-Hospitals in Kampala durchgeführt. Die häufigsten Krankheitsbilder waren Knochenentzündungen, Klumpfüße, deformierte Gliedmaßen sowie Lippen- und Gaumenspalten. In Mengo wurde die Kapazitätsgrenze jedoch erreicht, ein Ausbau des alten Krankenhausgebäudes war nicht möglich. Die Wartelisten wurden täglich länger, der Bedarf an Operationen stieg.

"Comprehensive Rehabilitation Services for Uganda"

Die CBM baute deshalb gemeinsam mit der lokalen Organisation CoRSU (Comprehensive Rehabilitation Services for Uganda) und in Kooperation mit der ugandischen Regierung ein umfassendes Rehabilitationszentrum für Menschen mit körperlichen Behinderungen auf. Das neue Zentrum befindet sich in Kisubi, nahe Kampala. Bis 2011 soll es zur führenden landesweiten "Zentrale" werden, die alle anderen, kleineren Projekte und deren Arbeit vernetzt. Herzstück ist eine neue, größere Klinik, spezialisiert auf die Operation behinderter Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche.

Projektziele
  • Durchführung von 4.000 bis 6.000 Operationen jährlich, davon 90 Prozent an Kindern mit Behinderungen
  • Aus- und Weiterbildung von qualifiziertem Personal, um dem Fachkräftemangel im Land entgegenzuwirken; ausgebildet werden u.a.: Orthopädische und plastische (Kinder)-Chirurgen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Orthopädie-Techniker und Reha-Helfer.
  • Aufbau eines Netzwerkes zu den übrigen Behindertendiensten im Land, um nachhaltige Versorgungsstrukturen für Menschen mit Behinderungen aufzubauen.
Zwei afrikanische Jungen mit Klumpfüßen
Vorher
Foto: CBM
Langfristig will das Zentrum seine Angebote für Menschen mit Behinderungen auch auf Nachbarländer Ugandas, z.B. Tansania, Ruanda, Sudan oder die Demokratische Republik Kongo, ausweiten.

Ein Beispiel für konkrete Hilfe:

Die Brüder Benson und Benjamin hatten Klumpfüße.

Ein Jahr nach der Behandlung mit Gipsen und einer Operation ist die angeborene Fehlstellung ihrer Füße korrigiert.

Heute können die beiden Buben ohne Schmerzen laufen und spielen!
Kind nach einer Klumpfußbehandlung
Nachher
Foto: CBM
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