Pressemeldung vom 01. Juli 2008
Positive Entwicklung in 2007
BENSHEIM. Die CBM (Christoffel-Blindenmission) zieht eine rundum positive Jahresbilanz: Neben einem Spendenplus in 2007 konnte sie die Zahl der Menschen, die Hilfe erhielten, steigern.
Entgegen dem allgemeinen Trend erreichte – so der für die Finanzen zuständige CBM-Direktor Reinhold Behr am Dienstag (1.7.) vor der Presse – die Entwicklungsorganisation auch im Jahr 2007 bei den wichtigsten Einnahmequellen, den Spenden und Vermächtnissen, eine Steigerung von 45,3 auf 47 Millionen Euro.
Behr: “Erfreulich ist der Trend, dass unsere treuen und langjährigen Spender großzügiger geben. Auch gibt es immer mehr Menschen, die die CBM-Arbeit in ihrem Testament berücksichtigen. Damit haben wir uns trotz schwieriger Marktbedingungen in Deutschland gut behauptet.“
Über 21 Millionen Menschen wurden in den CBM-geförderten Projekten untersucht, behandelt, betreut oder operiert. Das entspricht einer Steigerung von fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Es ist uns gelungen“, so Martin Georgi, CBM-Direktor für Kommunikation, „erheblich effizienter als im Vorjahr mit diesen Mitteln zu arbeiten und wesentlich mehr Menschen zu unterstützen. Darüber freuen wir uns sehr, denn unsere Arbeit gilt den armen, an den Rand gedrängten und behinderten Menschen, die diese Hilfe besonders nötig brauchen.“
Wieder Rekord bei Operationen am Grauen Star
Besonders erfreulich: Der Rekord mit 673.670 Operationen am Grauen Star. Seit die CBM 1966 erstmals eine Kataraktoperation (Grauer Star) finanzierte, hat sich die Zahl dieser Eingriffe Jahr für Jahr erhöht. Auch in den kommenden Jahren wird die Behandlung von Katarakt-Patienten ein Schwerpunkt der Arbeit bleiben, da durch die Behandlung dieser Krankheit innerhalb weniger Minuten ein blinder Mensch wieder sehen kann und für ihn ein neues Leben beginnt.
Aber auch in den anderen Mandatsbereichen, wie der Hilfe für hörgeschädigte, körperlich oder geistig behinderte und psychisch kranke Menschen, kann die verbesserte Effektivität anhand von Zahlen belegt werden. So wurden 29 Prozent mehr Hilfsmittel angepasst als im Vorjahr, darunter Hörgeräte, Brillen, orthopädische Schuhe oder Rollstühle.
Außerdem konnten 13 Prozent mehr Menschen von Rehabilitationsprogrammen profitieren und erhielten eine auf ihre Notlage zugeschnittene Therapie. Mit 1.021 Projekten in 110 Ländern ist die CBM die weltweit größte Organisation, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen kümmert.
100.000-Wunder-Kampagne im Jubiläumsjahr
Die CBM hat sich in ihrem 100. Jubiläumsjahr ein großes Ziel gesetzt: 100.000 zusätzliche Wunder für behinderte Menschen in Entwicklungsländern möchte die Hilfsorganisation wahr werden lassen. Wenn ein blinder Mensch nach einer Operation wieder sehen kann oder wenn ein Kind, dem ein Hörgerät angepasst wurde, erstmals seine eigene Stimme hört, so erleben das Menschen oft wie ein Wunder. „Knapp 40.000, also fast die Hälfte, haben wir bereits geschafft“, so Georgi „und wir vertrauen darauf, dass unsere Spenderinnen und Spender auch die zweite Hälfte dieser Wunder möglich machen.“
Neue UN-Konvention: Rechte für Menschen mit Behinderungen
Zur großen Freude der CBM ist Anfang Mai die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen rechtsverbindlich geworden.“ Wir haben wesentlich an der Formulierung mitgearbeitet“, erklärte Martin Georgi. Bereits 28 Staaten haben das Abkommen ratifiziert. „Wir bedauern“, so Georgi, „dass Deutschland noch nicht dazu gehört. Der Referentenentwurf wird derzeit zwischen den Ministerien abgestimmt, sodass wir hoffen, dass Deutschland noch innerhalb dieses Jahres den Ratifizierungsprozess abschließen wird.“
Mit der UN-Konvention wird erstmals verbindlich geregelt, dass Menschen mit einer Behinderung die gleichen Rechte wie anderen Menschen zustehen. Weltweit sind rund 650 Millionen Menschen behindert – sie sind damit weltweit die größte Minderheit.




